Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.07.2000
Acht Jahre liegen zwischen dem internationalen Kongress zu Walter Benjamin und seiner nunmehr erfolgten Dokumentation in drei umfangreichen Bänden. Seither, so Rezensentin Susanne Lüdemann, ist es wieder deutlich stiller geworden um den Philosophen. Die Aufbruchstimmung der Umbruchszeit sei "linker Melancholie" gewichen und das Bemühen der Kongressteilnehmer um das "zukünftig Tragfähige" am Denken Benjamins trage wenig Früchte. Deutlich werde an den Beiträgen der unübersehbare theologische Grundzug dieses Denkens zwischen Ausnahmezuständen und messianischer Hoffnung - so das Thema der wenigen in der Besprechung erwähnten Aufsätze der Sammelbände. Entgegen den Hoffnungen des Herausgebers bleibt es für die Rezensentin undenkbar, dass angesichts von Preis und Umfang mit diesen Bänden das "große Lesepublikum" erreichen wird.
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