Thomas Mann wollte nicht nur unterhalten, sondern auch erziehen. Sein humanistischer Geltungsanspruch wird aber in der neueren Forschung kaum noch ernst genommen. Dagegen richtet sich die vorliegende Studie, die eine philosophische Gesamtdeutung entwickelt. Sie zeigt, wie Mann die Kunst als Orientierungsmedium auffaßt und das Künstlertum in seinen Novellen und kleineren Romanen dabei als eine Lebensform entdeckt, die er zum Paradigma der Lebenskunst erhebt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.11.2001
Das eine immerhin will der mit pap. zeichnende Rezensent dieser Habilitationsschrift zugute halten, die aus den Werken Thomas Manns ein philosophisches System destillieren will: der Autor sagt "manches Gründliche und Richtige". Wie er es sagt aber, ist schon mal schrecklich: in "umständlicher, glanzloser Hochschulprosa" nämlich. Insgesamt ist dieser Versuch für den Rezensenten eine grandiose Verfehlung, die den artistischen Gehalt des Werks, Polyperspektivik, Ironie und Ambivalenz, und damit "Thomas Manns Eigenstes" einfach ignoriert. Er verhalte sich zu dessen Werk folglich wie der Schmetterlingsforscher zum Schmetterling, der große Lust hat am aufspießenden Sortieren, der jedoch das "Aufleuchten, Schweben und Verschwinden eher als störend empfindet."
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…