Klaus Schroeder

Kampf der Systeme

Das geteilte und wiedervereinigte Deutschland
Cover: Kampf der Systeme
Olzog Verlag, München 2020
ISBN 9783957682178
Gebunden, 388 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Die Vereinigung von Bundesrepublik und DDR erfolgte nicht auf Augenhöhe, sondern als Beitritt eines unterlegenen Systems zu einem wirtschaftlich und politisch erfolgreicheren. Sie war weder ein Anschluss oder eine Übernahme noch eine Einverleibung.Die Deutschen hatten 45 Jahre in unterschiedlichen, in den meisten Bereichen sogar gegensätzlichen Systemen gelebt. Bis zum heutigen Tag wirken die jeweiligen systembedingten Prägungen ebenso wie die Erfahrungen im Transformationsprozess bei vielen Menschen nach. Die beiden Deutschlands bildeten gleichsam die Speerspitze im jahrzehntelangen Kampf der Systeme, den die freiheitlichen Demokratien des Westens gegen die sozialistischen Diktaturen des Ostens gewannen. Je länger die Teilung zurückliegt, desto blasser wird jedoch die Erinnerung daran, warum das westliche Gesellschaftsmodell siegreich war. Ja, im wiedervereinigten Deutschland besteht heute sogar die Gefahr, dass die Erfolgsrezepte in Vergessenheit geraten.1989/90 war die DDR am Ende. Doch der Blick darauf wird immer unschärfer. Viele problematische Entwicklungen werden dem Wiedervereinigungsprozess und nicht der DDR-Schlussbilanz angelastet.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.08.2020

Stephan Hilsberg hat einiges auszusetzen an Klaus Schroeders Buch über DDR-Mythen und die Wahrheit dahinter. Gleichberechtigung, Einkommensgerechtigkeit, "Gebärstreik" - alles Märchen, weist Schroeder laut Hilsberg nach. Woher die Verklärung der DDR kommt, erklärt der Autor dann zwar ohne sozialpsychologische Theorie und Spekulation, so Hilsberg, aber leider auch eher oberflächlich. Dass Schroeder durch "platte Urteile" selbst Gründe für die Ostalgie liefert, hält Hilsberg für den blinden Fleck des Buches. Schroeders Kohl-Verehrung scheint zudem einen allzu einseitigen Blick auf die Wiedervereinigung zu befördern, kritisiert der Rezensent.