Nikolaus von Kues (1401-1464) lebte in einer Zeit des Umbruchs - und hat sich in ihr gewandelt. Die Vielseitigkeit seiner Interessen und Fähigkeiten ist bewundernswert. Cusanus verkehrte mit den kirchlichen und geistigen Größen seiner Zeit in Deutschland und Italien. Nicht zuletzt war er ein bedeutender Philosoph, der in seinem Denken die mittelalterlichen Autoritäten überwunden hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2004
Eine offenkundig höchst anregende Lektüre hat Kurt Flasch dem Rezensenten (Kürzel "upj") mit seiner Darstellung von Leben, Werk und Zeit des Kardinals, Theologen und Philosophen Nikolaus von Kues beschert. Das Büchlein, beileibe nicht die erste Auseinandersetzung des Autors mit dem Cusaner, ist "mit leichter Hand" geschrieben, verzichtet auf schweren wissenschaftlichen Ballast und vermittelt dem Leser so den Eindruck, er sei auf den (vielen) Reisen des Kardinals in diplomatischer Mission sozusagen im "Handgepäck" dabei. Die philosophischen Thesen, etwa die zentrale von der "docta ignorantia", werden einem dabei, staunt "upj", so anschaulich wie nebenbei vor Augen geführt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004
Den zarten Vorwurf, hinter seinen früheren Werken zurückgeblieben zu sein, muss sich Kurt Flasch von Rezensentin Sonja Asal gefallen lassen. Sie bemängelt an seiner jüngsten Schrift über den spätmittelalterlichen Philosophen Nikolaus von Kues, dass Flasch "der Blick für traditionelle Verhaftungen" mitunter verloren gehe. Er mache im Gegensatz zur bisherigen Auffassung Cusanus zu einem sehr "modernen und fortschrittsorientierten Denker" und werde so seinem eigenen "philosophischen Credo" untreu. Trotz aller Kritik findet die Rezensentin doch einige lobende Worte für Flaschs Fähigkeit, "anschaulich" zu schildern. Doch dies ändert nichts daran, dass sie dem Leser den Tipp gibt, er möge zwar mit der "anregenden" Lektüre des neuen Werkes beginnen, sich aber anschließend wieder auf die früheren Arbeiten des Autors besinnen, um die gewonnenen Eindrücke zu vertiefen.
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