Einer Phänomenologie des Selbstbewusstseins geht es nicht um eine Erklärung, wie und aufgrund welcher Bedingungen Selbstbewusstsein möglich ist. Ihr Ausgangspunkt ist für Lambert Wiesing vielmehr die Wirklichkeit des Phänomens selbst: Wie muss ich mir als selbstbewusstes Wesen in der Welt vorkommen? Kurz: Wie bin ich für mich? Die Antwort lautet: Ich muss mit meinem eigenen Stil in der Welt sein - mit einem Stil, der sich notwendig zwischen den Extremen eines malerischen Mit-der-Welt-verbunden-Seins und eines linearen Von-der-Welt-distanziert-Seins abspielt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.07.2020
Nicht ganz einfach, aber lohnenswert findet Rezensent Michael Opitz die Lektüre von Lambert Wiesings Buch über das Selbstbewusstsein. Was dem Philosophen dazu einfällt, interessiert Opitz nicht nur in Bezug auf aktuelle Debatten um Fragen der Selbstfürsorge, sondern auch, weil der Autor die Sorge ums Ich nicht als Ticket für den Egotrip begreift. Von Wiesing "kenntnisreich" mit Ansichten Fichtes, Husserls, Heideggers u. a. zum Selbstbewusstsein ausgestattet, folgt der Rezensent den Überlegungen des Autors zum Erleben des Selbstwerts. Aspekte der Selbstverachtung und Selbstverurteilung hätte er im Buch gern noch stärker behandelt gesehen.
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