Lea Ackermann, Inge Bell, Barbara Koelges

Verkauft, versklavt, zum Sex gezwungen

Das große Geschäft mit der Ware Frau
Cover: Verkauft, versklavt, zum Sex gezwungen
Kösel Verlag, München 2005
ISBN 9783466306916
Kartoniert, 176 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Menschenhandel: Ein Verbrechen, das mitten unter uns geschieht. Vor allem Frauen und Kinder sind die Opfer. Aber kaum jemand nimmt Notiz davon. Dabei wird die "Ware Frau" offen zum Kauf angeboten - täglich in Zeitungsanzeigen, rund um die Uhr im Internet. Laxe Bestimmungen und eine nachlässige Rechtsauslegung machen es Schleppern und Schleusern leicht. Wer profitiert von dem lukrativen Geschäft? Wer sind die Freier, die die Nachfrage für das verbrecherische Angebot erst erzeugen? Diese sensible und zugleich mutige Reportage lässt Opfer zu Wort kommen, bringt erschreckende Details ans Tageslicht und zeigt:

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.10.2005

Sichtlich beeindruckt ist Hilal Sezgin von diesem Buch über die Situation von Prostituierten in deutschland. Man solle sich nicht täuschen lassen vom Titel und Cover, die ihrer Meinung nach "ganz einfach unter aller Kanone" sind, denn der Inhalt wolle überhaupt nicht verrucht sein. Die Autorinnen räumen mit der in postfeministischen Kreisen gepflegten Auffassung auf, Prostitution sei ein Geschäft wie jedes andere, lesen wir. Stattdessen belegen sie anhand von Statistiken, Interviews mit Freiern, Sexarbeiterinnen und Sozialarbeiterinnen, dass Zwangsprostitution kein Randphänomen ist, sondern "einen großen Teil des Geschäftes mit dem Sex" ausmacht: Nur jede dritte ausländische Prostituierte "wusste oder ahnte, was sie in Deutschland erwartet", zitiert Sezgin Erkenntnisse der Autorinnen. Die Rezensentin referiert, angetan von der Lektüre, über noch immer stattfindende Verschleppungen junger Frauen aus dem Ausland, etwa den Fall einer Frau aus Tetovo, die von Bundeswehrsoldaten berichtet, dass sie sie ob ihrer Entführung zwar bemitleidet haben, dann aber doch Sex von ihr wollten. Sezgin schreibt es dem Buch zu, dass es nicht nur weibliche Leserinnen berührt, und hofft, dass es den einen oder anderen Freier dazu ermutigt, den Mund aufzumachen.

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