Warum Deutschland mehr Führungsverantwortung übernehmen muss.
Spätestens seit der friedlichen Wiedervereinigung ist Deutschland geopolitisch betrachtet das erfolgreichste Land der Welt. Es hielt sich aus jeglicher Art von Großmachtspolitik heraus, fuhr auf dem globalen Sicherheitsticket mit und versuchte nach dem moralischen Selbstmord im Zweiten Weltkrieg immer auf der richtigen Seite zu stehen.
Aber viele der Säulen, auf denen diese Erfolgsgeschichte beruht, drohen wegzubrechen: EU, NATO, USA, Frankreich. Die Amerikaner wenden sich ohnehin von Europa ab. Das begann schon unter Obama und mag unter einer neuen Präsidentschaft noch zunehmen. Deutschland muss politisch und militärisch eine aktivere Rolle übernehmen, wenn Europa stabil und stark bleiben soll.
Dafür ist eine Strategie vonnöten, die es noch nicht gibt. Sie muss so beschaffen sein, dass sie weder dem Rest der Welt noch den Deutschen selbst Angst einjagt. Als Konzept schlagen die Autoren das von der Wirtschaft übernommene Prinzip der Servant Leadership vor.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2017
Flott und aufrüttelnd findet Rezensent Stephan Bierling den provokanten Essay von Leon Mangasarian und Jan Techau. Die Autoren liefern zu ihrer realpolitischen Diagnose, dass Deutschland führen muss, die Anleitung gleich mit, meint Bierling. Das "dienende Führen", wie es die Autoren nennen, basierend auf langfristigen Konzepten, Rücksichtnahme und Solidaritätseinforderung, ist praktisch allerdings so eine Sache, erkennt der Rezensent. Eine Strategiedebatte muss her, weiß er dank des vorliegenden Bandes.
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