In seiner lange erwarteten Rede im Hamburger Bahnhof in Berlin zeigte sich Liam Gillick im Februar 2009 als herausragender Künstler und Redner: tiefgründig und schlagfertig, immer offen für neue Fragestellungen. Einen Tag danach entstanden die Tonaufnahmen von Brigade Commerz, die zum ersten Mal Einblicke in Gillicks Privatleben, seine Suche und Zweifel in Bezug auf das Werk und seine großartigen Reflexionen über zeitgenössische Kunst erlauben. Liam Gillick wird dieses Jahr im Deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig ausstellen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.08.2009
Nahezu berauscht ist Holger Liebs nach dem Hören der dreiteiligen CD-Reihe "Originaltonaufnahmen" zu Martin Kippenberger, Otto Dix und Liam Gillick. Vor hintergründiger Kneipenakustik sind es hier nämlich die Künstler selbst, die sich und ihre Kunst kommentieren. Und was, fragt Liebs, ist authentischer an Kunst als der sie schaffende Künstler? Zu der Erfahrbarkeit von der Authentizität der drei Maler gesellt sich der Unterhaltungswert der Aufnahmen. Liebs leidet, lacht und lebt mit allen dreien. Gemälde werden nun endlich mit Gehörtem bereichert, sozusagen wie eine geführte Museumstour. Und dabei ist und bleibt alles absolut unverfälscht. Die Wirkung ist klar: "Es ist ein neues Sehen, das sich einstellt, wenn man diesen Künstlern zugehört hat."
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