Herausgegeben von Holger Dainat und Lutz Danneberg. Wie funktioniert (germanistische) Literaturwissenschaft in Zeiten nationalsozialistischer Diktatur? Welche Folgen haben die gravierenden politischen und sozialen Veränderungen für die Gegenstände und Methoden, für die Institutionen und die Beziehungen des Fachs zu seinem Umfeld? Diese Fragen beantworten die Beiträge des Bandes aus unterschiedlichen Perspektiven, so dass sich ein ebenso differenziertes wie empirisch fundiertes Bild literaturwissenschaftlicher Tätigkeit in der NS-Zeit ergibt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2003
Die Herausgeber haben hier, lobt Frank-Rutger Hausmann, "einen gründlich recherchierten, perfekt lektorierten und mit Registern mustergültig erschlossenen Band vorgelegt", der sich darum auch "vorzüglich als Ausgangspunkt zukünftiger Synthesen eignet". Darin nämlich sieht der Rezensent, wie er ausführlich erläutert, die zukünftige Aufgabe der Forschung zur Wissenschaft im Nationalsozialismus, also etwa im Vergleich der Geschichte verschiedener Disziplinen im NS-Staat. Über das vorliegende Buch erfahren wir von Hausmann, dass hier zwanzig Vorträge über die Geschichte der Germanistik im NS-Staat versammelt sind, die 1996 auf einer Magdeburger Tagung gehalten wurden und sich so rubrizieren lassen: Wissenschaftspolitische und -theoretische Rahmenbedingungen, Institutionengeschichte, Neue Inhalte und Modernität, außerdeutsche Germanistik in der NS-Zeit, Entnazifizierung und Neubeginn. Alle Beiträge sind außerdem, so erfährt man, für diese Publikation aktualisiert worden und eine fast sechzigseitige Auswahlbibliografie dokumentiert, welche Fortschritte die Fachgeschichtsschreibung seit 1996 gemacht hat. Besonders hebt der Rezensent auch noch die "vorzügliche Einleitung" von Holger Dainat hervor.
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