Die Studie untersucht das gesamte Spektrum der Erscheinungsformen des Prosagedichts in Deutschland zwischen 1880 und 1920 und legt damit zum ersten Mal eine umfassende, kulturwissenschaftlich und mediengeschichtlich akzentuierte Geschichte der Gattung im Rahmen der europäischen Literatur vor. Dabei geht sie ausführlich auf die Vorbildwirkung französischer Genremuster ein und zeichnet die entsprechenden interkulturellen Austauschprozesse zwischen den europäischen Nationalliteraturen nach. Indem sie Gattungsgeschichte konsequent als Kommunikationsgeschichte entwirft, liefert sie eine Theorie des Prosagedichts im Kontext der literarischen Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2005
Als Historie vom "Aufstieg und Fall" des Prosagedichts liest Rezensentin Sandra Pott die vorliegende Studie. Den Aufstieg verorte der Autor ausgerechnet in den Jahrzehnten vor 1900, die in der Literaturgeschichtsschreibung üblicherweise als epigonal verurteilt und ignoriert würden. Autoren wie Detlef von Liliencron oder Otto Julius Bierbaum hätten aber schon lange vor der Jahrhundertwende rhythmisierte Prosa in der deutschsprachigen Lyrik etabliert. Indirekt, so die Rezensentin, kritisiere der Autor durch seine gegen den Strich gelesene Lyrikgeschichte die "Begeisterung für die "hohe Lyrik" um 1900", denn diese erscheine auf einmal als weit konventioneller als allgemein angenommen. Auch sei das deutsche Gattungssystem im 19. Jahrhundert, referiert die Rezensentin, weit flexibler gewesen als beispielsweise das französische und habe das Prosagedicht frühzeitig "ohne großes Aufsehen" integriert. "Innovation und Traditionsbewahrung" seien in dieser Zeit auf "eigentümliche" Weise verschränkt gewesen. Wolfgang Bunzel, resümiert die Rezensentin, werfe mit seiner Studie einen erhellenden "zeitgemäßen Blick" auf eine vermeintlich unzeitgemäße und dunkle Epoche der deutschsprachigen Lyrik.
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