Ernst Jünger, Carl Schmitt

Carl Schmitt / Ernst Jünger: Briefe 1930-1983

Cover: Carl Schmitt / Ernst Jünger: Briefe 1930-1983
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1999
ISBN 9783608934526
Gebunden, 894 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Helmuth Kiesel. Mit Faksimile. Ernst Jünger (1895-1998) und Carl Schmitt (1888-1985), Kronjurist des Dritten Reichs, der nach 1945 in provinzieller Abgeschiedenheit lebte, lernten sich 1930 in Berlin kennen. Ihre über 400 Briefe umfassende Korrespondenz ist eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des Naziregimes und der Rolle, die sie beide währenddessen gespielt haben.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.1999

Zwiespältig äußert sich Jan Ross in der Rezension über diesen Briefwechsel. Denn wirklich Wichtiges hätten Ernst Jünger und Carl Schmitt in ihren Briefen kaum je besprochen. Umso vielsagender erscheint ihm jedoch die Art und Weise der über 50 Jahre andauernden Korrespondenz: der gelegentliche "Rührmichnichtan-Ton", die kleinen Provokationen, das Maskenspiel. Ohne das "Glossarium", Schmitts private Notizen, in denen er festgehalten hat, was er wirklich (auch über Jünger) gedacht hat, sei die Korrespondenz der beiden daher kaum zu verstehen. Ein guter Kommentar wäre bei der Herausgabe dieses Buches erforderlich gewesen, meint Jan Ross. Diesen aber vermisst der Rezensent: Was in Helmuth Kiesels Kommentar zu lesen sei, wisse man bereits selbst oder könne es genauso gut im Lexikon nachschlagen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999

Norbert Bolz ist schlichtweg begeistert von diesem Briefwechsel. Für beide Schreiber, so Bolz, gilt die Bennsche Formel: Gott ist Form. "Nichts ist ihnen wichtiger als die brillante Formulierung, der polemische Begriff, die prägnante Gestalt``, schwärmt Bolz und nennt den Briefwechsel daher das "reine Lesevergnügen``. Doch was eigentlich in dem Briefwechsel, der die Zeit von 1930 bis 1983 umfasst, tatsächlich steht, erfährt man leider nicht. Doch um eine Rezension des Briefwechsel geht es Norbert Bolz nicht. Er nutzt vielmehr den Raum und seine eigene Sprachgewalt, um die Kritiker von Jünger und Schmitt als einfache Geister zu denunzieren. So schreibt er sich in Rage über angebliche feuilletonistische Fußtritte und eine "intellektuelle Lynchjustiz der Gutmenschen``, die an den beiden Autoren Jünger und Schmitt vollzogen worden sein soll, ohne auch nur eine seiner Behauptungen zu begründen. Wer kein Freund von Jünger und Schmitt ist, ist eindeutig Bolz` Feind.

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