Menschenrechte befinden sich im zeitgenössischen islamischen Diskurs in einem normativen Spannungsfeld. Einerseits müssen sie islamisch legitimiert, das heißt im islamischen Rechtsdenken verankert werden, andererseits sollen sie aber auch universal konsensfähig sein. Mahmoud Bassiouni entwickelt in seinem Buch eine neue Möglichkeit, diese beiden Ansprüche gleichzeitig zu erfüllen, indem er Menschenrechte, angelehnt an die Theorie der islamischen Rechtszwecke ("maqasid al-šari?a"), als Institutionen zum Schutz grundlegender menschlicher Bedürfnisse konzipiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2015
Wolfgang Günter Lerch hegt die Hoffnung, dass Mahmoud Bassiounis Beitrag zur Untersuchung islamischer Menschenrechtspotenziale einen wichtigen Anstoß geben könnte zur Belebung der Lehre eines modernen Islams. Dass der Westen ein Monopol hat auf die Menschenrechte, glaubt er spätestens nach dieser Lektüre nicht mehr. Der Politikwissenschaftler Bassiouni macht ihn nicht nur auf die heuchlerische Menschenrechtspolitik des Westens aufmerksam, sondern bietet ihm auch einen Überblick über die Entstehung, Entwicklung und Stagnation der islamischen Sakralrechtswissenschaft und über Ansätze zu einer Versöhnung von Islam und modernen Menschenrechten. Wenn der Autor schließlich Autoritäten wie al Ghazali und Ibn Dschauzija aufruft und den Schutz menschlicher Existenz als Zweck islamischen Rechts formuliert, ist sich Lerch sicher, eine so gründliche wie maßgebliche Arbeit vor sich zu haben.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…