Herausgegeben von Ilma Rakusa. Aus dem Russischen von Elke Erb, Margret Schubert und Marie-Luise Bott. Marina Zwetajewa, neben Anna Achmatowa die bedeutendste russische Dichterin des 20. Jahrhunderts, war auch in ihrer Prosa unverkennbar Lyrikerin. Ob sie, wie in ihrer Tagebuchprosa, das Chaos der Revolutions- und Bürgerkriegsjahre schildert oder in ihren autobiografischen Erzählungen die verlorenenen Kindheitsparadiese aufruft, immer ist die Sprache - assoziativ, lyrisch, intensiv - die eigentliche Protagonistin. Der Band versammelt Texte unterschiedlicher Lebensphasen: Die Moskauer Aufzeichnungen aus den Jahren 1917-1921 geben Zeugnis von den Revolutions- und Kriegswirren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.08.2018
Rezensent Ulrich Schmid ist tief beeindruckt von Marina Zwetajewas autobiografisch geprägten Schriften: Bei ihr gebe es "kein belangloses Parlando, kein überflüssiges Wort, keine Oberflächlichkeit", sie widme sich direkt dem Kern aller Dinge, nämlich der Liebe, für die sie am liebsten gar kein Maß gekannt hätte. Schmid vermutet, dass sie diese Haltung ihrer Existenz als vollkommene Literatin verdankte. Bücher ließen sie nach maximalen Erlebniswelten streben, glaubt er - eine Haltung, an der sie eventuell zerbrochen sein könnte, gibt er zu bedenken. Bis dahin habe sie aber mit ihrem Streben nach größtmöglichem Gefühl eine Prosa hervorgebracht, die ausdrucksstärker kaum sein könnte, findet der begeisterte Rezensent.
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