Martin Heidegger

Grundbegriffe der aristotelischen Philosophie

Gesamtausgabe, II. Abteilung: Vorlesungen 1919-1944. Band 18, Marburger Vorlesung Sommersemester 1924
Cover: Grundbegriffe der aristotelischen Philosophie
Vittorio Klostermann Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783465031628
Gebunden, 418 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Auf der Grundlage seiner seit 1922 erfolgenden Lektüre der aristotelischen Metaphysik, Physik, Nikomachischen Ethik, Politik, Rhetorik sowie der Schriften De anima und De partibus animalium unternimmt es Heidegger, eine beachtliche Anzahl der darin gebrauchten Grundbegriffe zur Auslegung zu bringen. So sehr Heidegger sich dabei einerseits von der inneren Dynamik der Texte leiten lässt, so macht sich doch andererseits ein systematischer Impetus bemerkbar, der den Gang der Vorlesung zu einem klar erkennbaren hermeneutischen Doppelschritt fügt: In der Orientierung an aristotelischen Grundbegriffen wird das menschliche Dasein im Sinne des miteinandersprechenden In-der-Welt-Seins als des Bodens für alle Begrifflichkeit herausgestellt, um dann von diesem Boden aus den Begriff der kinesis als radikales Ergreifen der Ausgelegtheit des Daseins zu interpretieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2002

Im Sommersemester 1924 hielt Heidegger seine Aristoteles-Vorlesung, die jedoch nur zu einem Drittel nach eigener Handschrift überliefert ist. Den Rest hat man nun nach Mitschriften seiner Studenten rekonstruiert. "Alle Einzelheiten" dazu liefert das Nachwort des Herausgebers. Den Zugang zu Aristoteles - und zwar als Einführung in sein Denken - sucht Heidegger in der Schrift zur "Rhetorik". Hier soll an Aristoteles das Philosophieren gelernt werden, das darin bestehe "die Sache in derselben Ursprünglichkeit und Echtheit zu sehen und zu bestimmen". So nimmt es nicht Wunder, meint der Rezensent Ansgar Kemman, dass in der Vorlesung nicht immer zu unterscheiden sei, wo Aristoteles spricht und wo Heidegger. Teile des Textes finden sich, aus dem unmittelbaren Aristoteles-Kontext gelöst, gar im ersten Teil von Heideggers "Sein und Zeit" wieder. Allerdings haben Begriffe wie der des "Man" oder die Auffassung von der "Sprache" in der Vorlesung noch nicht die eindeutige Negativität wie im späteren Werk.

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