Mit einem Essay von Hans-Georg Gadamer. Heideggers Text aus dem Jahr 1922 (jetzt für die Gesamtausgabe neu ediert) nimmt viele Gedanken von Sein und Zeit vorweg. Den Hauptteil bildet die sogenannte "Anzeige der hermeneutischen Situation"; sie wird begleitet von Interpretationen zu ausgewählten Kapiteln aus Aristoteles' "Nikomachischer Ethik, Metaphysik und Physik".
Von "Hermeneutik, Phänomenologie und Aristoteles" handelt diese 60-seitige Schrift Martin Heideggers aus dem Jahr 1922, konstatiert Jürgen Busche, der sich nichtsdestotrotz vor allem für ihren politischen Gehalt interessiert. Denn Busche meint in diesem Text "den Ursprung des antibürgerlichen Affekts" Heideggers zu entdecken. Heidegger habe den "rebellischen Zeitgeist" der Jugend der zwanziger Jahre in dieser Schrift zum Ausdruck gebracht, wodurch sie auch ein Stück Zeitgeschichte widerspiegelt. Außerdem weist sie in ihrer Beschreibung der "Sorgensbewegtheit" der Menschen bereits auf das spätere Werk "Sein und Zeit" hin, wie der Rezensent feststellt. "Das faktische Leben ist als existenzbekümmertes umwegig", zitiert er Heidegger, um zu zeigen, wie aktuell seine Gedanken von 1922 immer noch sind.
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