Juden zum Mond schießen - der Zukunftsroman eines Berliner Rabbis von 1933: Unterirdische "Blitzzüge" rasen vom Alex zum Bahnhof Zoo, dafür leben kaum noch Juden in der Stadt. Die jungen Eltern Mica und Victor suchen ein sicheres Zuhause für ihre jüdische Familie. Sie entscheiden sich für den Mond. Was, wenn die Juden die Erde verlassen und zum Mond fliegen? Eine unglaubliche Allegorie auf das Fremdsein vieler Juden. Eingebettet in eine Liebesgeschichte im Berlin der 1930er-Jahre verhandelt der später von den Nazis ermordete Rabbi Martin Salomonski die Grundprobleme des Judentums, umgeben von aufkeimendem Nationalismus und Nationalsozialismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2021
Rezensent Philipp Theisohn stellt sich der Widerständigkeit von Martin Salominskis "Zukunftsroman" aus dem Jahr 1934. Zunächst stellt er fest, dass die im Nachwort erörterten literarischen Qualitäten des Textes, Tempo, "szenisches Pathos" etc, wohl am ehesten seiner Veröffentlichung als Fortsetzungsroman geschuldet sind. Reizvoll dagegen erscheint Theisohn der Text vor allem wegen seiner Zusammenführung disparater Themen: Technologie, Gedächtnis, Verantwortung der Wissenschaft, liberales Judentum, Extraterrestik. Zwar etwas viel, gibt Theisohn zu, aber eben auch Ausweis der "widerständigen" Vorstellungskraft des Autors und seines Wunsches nach einer "extramondänen" Zukunft.
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