Matteo Nanni

Auschwitz - Adorno und Nono

Philosophische und musikanalytische Untersuchungen
Cover: Auschwitz - Adorno und Nono
Rombach Verlag, Freiburg 2004
ISBN 9783793093664
Broschiert, 463 Seiten, 52,00 EUR

Klappentext

Kann ein Kunstwerk Zeuge der Wirklichkeit von Auschwitz sein? Das Unbehagen, das allein schon die Formulierung dieser Frage auslöst, die philosophischen und ästhetischen Probleme, die jede künstlerische Auseinandersetzung mit Auschwitz aufwerfen, sind Ausgangspunkt dieser Studie. Da es nach wie vor gilt, diesen dunklen Abschnitt der deutschen Geschichte vor dem Vergessen zu bewahren, ist bei einer solchen Fragestellung auch eine erneute Reflexion über die Möglichkeiten von Kunst zu leisten. Aus der Auseinandersetzung mit Th. W. Adornos philosophischer Ästhetik und Luigi Nonos Auschwitz-Kompositionen wird die These entwickelt, daß Kunstwerke das Gedächtnis an Auschwitz auf besondere Art bewahren und bezeugen können. Sie sind geeignet, ans Licht zu bringen, was anders nicht vermittelt werden kann. Wenn es sich so verhält, wie es Paul Celans formulierte, daß niemand für den Zeugen zeuge, so sind es möglicherweise künftig nur noch die Kunstwerke, die die Wirklichkeit von Auschwitz bezeugen und bewahren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2005

Matteo Nanni untersucht das diffizil-prekäre Verhältnis von Theodor W. Adorno und Luigi Nono. Waren dem italienischen Musiker des deutschen Theoretikers "Glasperlenspiele" zuwider, wahrte dieser Abstand zum furiosen politischen Engagement Nonos. Am Kristallisationspunkt "Auschwitz" macht Nanni, so Gerhard R. Koch, das Verbindende sowohl wie das Trennende beider Positionen deutlich. Während Adorno ein ästhetisches Darstellungsverbot erließ (nicht, ohne dieses verschiedentlich zu variieren, ja zurückzunehmen), nahm sich Nono, Mitglied der Kommunistischen Partei Italiens, des unfassbar Grauenvollen wiederholt an, etwa mit dem "Diario polacco" von 1959, seiner Toncollage für die Aufführung von Peter Weiss? "Ermittlung" von 1965 (Regie: Erwin Piscator) oder, 1966, mit "Ricorda cosa ti hanno fatto in Auschwitz". Nono ging dabei in einem Maß subtil, subkutan und antiplakativ vor, dass Koch den Schluss gerechtfertigt sieht: "Nach vierzig Jahren wird deutlich, dass Adornos und Nonos Positionen nicht so weit auseinanderlagen, wie es beider Parteigänger behaupteten."

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