Michael Matter

Niels W. Gade und der 'nordische Ton'

Ein musikgeschichtlicher Präzedenzfall
Cover: Niels W. Gade und der 'nordische Ton'
Bärenreiter Verlag, Kassel 2015
ISBN 9783761823545
Kartoniert, 239 Seiten, 39,95 EUR

Klappentext

Heutzutage würde man wohl von einem "Hype" sprechen: Als der unbekannte dänische Komponist Niels W. Gade Anfang der 1840er-Jahre seine ersten symphonischen Werke in Leipzig präsentiert, brandet ihm unverhofft Enthusiasmus entgegen. Maßgeblichen Anteil daran hat die spezifische Wahrnehmung seiner Musik, der Robert Schumann einen "entschieden nordischen Charakter" attestiert. Doch welche musikalischen, ästhetischen und historischen Prämissen liegen dem Phänomen des sogenannten "nordischen Tons" zugrunde? Michael Matter analysiert eingehend die Frühwerke und deren Rezeption und stellt sie in den Kontext übergeordneter "Nördlichkeits"-Vorstellungen. Dabei bietet die Rekonstruktion der Denk- und Wahrnehmungsmechanismen eine Erklärungsgrundlage sowohl für den unvergleichlichen Erfolg Gades als auch für das allmähliche Vergessen des Komponisten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2015

Ein überraschend aktuelles Buch annonciert Rezensent Jan Brachmann mit Michael Matters Untersuchung "Niels W. Gade und dem nordischen Ton". Lange vergessen, ist nun auch eine Werkausgabe zu dem dänischen Komponisten in Arbeit, der zu Lebzeiten in Europa berühmt war, informiert der Kritiker, der bei Matter mit großem Interesse nachliest, wie es Gade gelang, in kürzester Zeit einen solch außergewöhnlichen Status zu erlangen. Seine Popularität verdankte Gade nicht nur seiner Schönheit, sondern insbesondere einer plötzlichen Affinität der Deutschen zum "nordischen Ton", erfährt der Rezensent und folgt neugierig Brachmanns vielschichtigen Ausführungen zur Definition dieser spezifischen Musik. Dieses musikhistorisch aufschlussreiche Werk hat der Kritiker mit Gewinn gelesen.
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