Gibt es Menschen, die böse geboren werden? Ist Moral angeboren oder anerzogen? Werden unsere Handlungen und Äußerungen überwiegend vom Unterbewusstsein gesteuert? Können wir den Einfluss von genetischer Veranlagung von elementaren Bedürfnissen und evolutionären Kräften unter Kontrolle bringen? Darf der Wunsch nach Veränderung von Genen "zum Wohle der Menschheit" erfüllt werden oder öffnen wir damit die Tür zur Menschenzucht? Können Verbrecher dank neurobiologischer Techniken erkannt oder sogar geheilt werden? Ist der Ruf nach Sühne und Vergeltung noch zeitgemäß?
Michael Scheele hat in diesem Buch die Antworten der Hirnforscher, Psychologen und Humangenetiker zur Entscheidungsfreiheit des Menschen zusammengetragen. Er zeigt auf, dass und warum ein jeder von uns stets freimütig bereit ist, die Schuld für Misserfolge, für Fehler und (empfundenes) Unrecht bei anderen zu suchen während er gleichzeitig eigene Unfehlbarkeit beansprucht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2016
Der Theologe und Kriminologe Martin Hagenmaier entdeckt in Michael Scheeles Buch einen Aufruf zur Empathie für Gewaltopfer und die Aufforderung, Schuldfeststellung als Rechtsmittel zu hinterfragen. Die Aufforderung geht laut Rezensent vor allem an Richter und Politiker, aber auch an den interessierten Leser und bedeutet letztlich die Hinwendung zur "Restorative Justice". Brisant sind die im Buch aufgeworfenen Fragen für Hagenmeier nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Ereignisse in Nizza, München oder Ansbach. Die vom Autor formulierte kritische Absage an das Schuldprinzip im deutschen Strafrecht sieht der Rezensent im Buch gestützt durch Erkenntnisse aus der Hirnforschung, aus Psychologie und Genetik sowie aus der Lebensgeschichte des Autors. Wie soziale Zugehörigkeit unsere Wahrnehmung und unser Schicksal steuert, führt ihm der Autor eindrucksvoll vor Augen.
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