Kaum ein anderes Land zieht uns so sehr an wie Frankreich - aber wie genau kennen wir unseren wichtigsten Nachbarn eigentlich? Nadia Pantel wirft einen ganz neuen Blick auf Leben, Kultur und Gesellschaft des Landes - und zwar anhand des populärsten französischen Exportguts, des Essens. Sie führt uns in vertraute und unbekannte Gegenden und zeigt mit wunderbarem Charme und Witz, wie eng in Frankreich Essen mit Politik, Gesellschaft und Geschichte verbunden ist. Pantel nimmt uns mit in eine Bretterbude in der Bretagne, wo ein Dutzend Austern für Luxus stehen, den sich jeder leisten kann; sie denkt beim Pain au Chocolat über Mutterschaft und Kindererziehung nach, bei einem "Bœuf Mafé" im Sternerestaurant über Kolonialismus, bei den Sammlern von Camembert-Etiketten in der Normandie über die gesellschaftlichen Niedergangsdiagnosen oder am Würstchengrill der Gelbwesten über die anhaltenden Unruhen im Land, erörtert mit dem "Steak-frites-Nationalismus" aber auch die heiklen Auswüchse der politischen Kulinarik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2025
Rezensentin Louise Otterbein findet ihren Appetit angeregt mit Nadia Pantels Buch über Frankreichs Küche. Doch nicht nur das. Die Autorin verfolgt den höchst schmackhaften und laut Otterbein unterhaltsamen Ansatz, anhand von Baguette, Camembert, Vin rouge und Steak frites französische Gesellschaftsverhältnisse zu erläutern. Es geht um Zentralisierung, Egalite, fraternite, Algerien-Trauma und andere Historie, stellt Otterbein fest. Dass Pantel dabei nie überhelblich vorgeht, gefällt der Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2025
Ganz hervorragend, jubelt Rezensent Harald Hordych, wie Nadia Pantel hier Kulinarik und Soziologie zusammendenkt. Tatsächlich gelinge es der Spiegel-Frankreichkorrespondentin, die Eigenarten ihrer Wahlheimat durchweg aus Essensgewohnheiten abzuleiten. Pantels eigene französische Großmutter kommt vor, aber auch zählt Hordych auf, die Vorliebe der Gelbwesten fürs gemeinsame Grillen oder Macrons Fotos mit einer Kuh, die mit der französischen Sehnsucht nach der goldenen Zeit der de-Gaulle-Jahre zu tun haben. Außerdem ist Pantels Buch, das nebenbei die deutsche Vorliebe für geschmacksintensives Sauerteigbrot kritisiert, laut Hordych ein Plädoyer dafür, die kleinen Genüsse des Lebens besser zu schätzen. Tatsächlich lernt man viel bei der Lektüre, staunt Hordych, ohne dass die Autorin je schulmeisterlich daherkommt. Gleichzeitig einfallsreich und reflektiert ist dieses Buch, so das ziemlich enthusiastische Fazit.
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