Neben Produktion und Verbreitung ist die Rezeption das dritte große Forschungsgebiet der Kunstgeschichte. In der Regel erfolgt dabei eine Fokussierung auf die individuelle Rezeption. Das Kunstpublikum. Eine kurze Geschichte untersucht dagegen erstmals die Bedeutung eines notwendigen, aber meist übersehenen Akteurs im Kunstbetrieb. Bildliche und schriftliche Zeugnisse aus allen Zeiten dokumentieren das Verhalten des Publikums und die unterschiedlichen Beurteilungen durch Künstlerinnen und Künstler, Sammlerinnen und Sammler sowie Kritikerinnen und Kritiker. Bätschmann zeigt auf, dass die Sachverständigen im Kunstsystem stets zwischen zwei Extremen schwanken: Sie stehen dem Publikum entweder skeptisch gegenüber und verachten dessen Geschmack oder sie schmeicheln der Masse und wollen ihren Applaus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2024
Empfehlenswert mit ein paar Einschränkungen findet Rezensent Peter Geimer Oskar Bätschmanns Buch über das Publikum der Kunst, das in der frühen Neuzeit ansetzt und den beständigen und keineswegs zielgerichteten Wandel des Publikumsbegriffs zum Thema hat. Die kunsthistorische Rezeptionsästhetik geht, führt Geimer aus, zumeist vom Werk aus und eben nicht vom Publikum selbst, und in mancher Hinsicht trifft das auch auf Bätschmanns Ansatz zu, etwa wenn er ein Gemälde Pellizza da Volpedos zum Ausgangspunkt seiner Betrachtungen nimmt. Stark ist das besprochene Buch hingegen, findet Geimer, in der Materialfülle, auch was die beigefügten Bilder betrifft, sowie in den Fallstudien. Auch, dass die statistische Publikumserfassung außen vor bleibt, gefällt dem Rezensenten, der sich außerdem über Anmerkungen zur Genese des Begriffs der Masse freut. Etwas mehr Stringenz hätte dem Buch freilich gut getan, so Geimer.
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