Aus dem Russischen Maria Rajer Blumenbar. Eine junge Frau bringt die Asche ihrer Mutter nach Sibirien, um sie in ihrer Heimatstadt Ust-Ilimsk zu bestatten. Von Wolgograd nach Moskau, von Moskau nach Nowosibirsk und Irkutsk mit dem Flugzeug und dann mit dem Bus durch die Taiga. Es ist eine Reise durch die harte postsowjetische Realität und zugleich eine Suche nach der Herkunft und Identität der Ich-Erzählerin. Sie nimmt Abschied von ihrer Mutter und versucht sie zugleich im Schreiben festzuhalten, bevor sie ihr zu entgleiten droht. Am Ende findet sie eine eigene Sprache, durch die sie bei sich selbst ankommt...
Als "aufwühlend" in mehrerlei Hinsicht beschreibt Rezensentin Olga Hochweis ihre Lektüre von Oxana Wassjakinas autofiktionalem Debütroman. Darin erzählt Wassjakina von einer Reise an den sowohl sozialen als auch räumlichen Rand der russischen Gesellschaft, lesen wir. Ihre Mission: Die Asche ihrer jung verstorbenen Mutter zurückzubringen an jenen Ort in Sibirien, an dem sie viele Jahre mit ihrer Mutter gelebt hat. Auf der Reise, die klassischerweise auch eine innere Reise zu sich selbst ist, beginnt Wassjakina mit teils erschütternder Offenheit sowohl ihre Vergangenheit aufzuarbeiten, als auch ihre gegenwärtigen Beziehungen zu analysieren, wobei sie die eigene Geschichte stets in den gesellschaftlichen Kontext setzt, so die Kritikerin. Sie empfindet Hochweis als besonders eindrücklich die Beschreibungen jener "postsowjetischen Perspektivlosigkeit", mit der die Autorin und Erzählerin in der russischen Peripherie aufgewachsen ist. Solche Beschreibungen im Prosa-Stil collagiert Wassjakina gekonnt mit essayistischen Passagen, Notizen, einer 12-seitigen "Todesode" und vielen intertextuellen Bezügen, lobt Hochweis, die das Buch nicht nur inhaltlich, sondern auch formal für so innovativ wie anspruchsvoll hält.
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