Aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe. Südindien, ein Fischerort an der heißen Küste von Malabar, um 1900. Indien ist britische Kronkolonie. Ein Verbrechen geschieht in dem verschlafenen Nest am indischen Ozean, in dem sonst nur nächtliches Glücksspiel unter Kokospalmen für etwas Aufregung sorgt: Rechtsanwalt Shantidas wird tot in seiner Villa aufgefunden - allem Anschein nach ist er einem Ritualmord zum Opfer gefallen. Wer hat den Anwalt so übel zugerichtet? Für Inspektor Peabody, der als Vertreter der britischen Krone die Untersuchung leitet, ein unwillkommener Fall: Die Hitze macht ihm zu schaffen, und der träge Rhythmus des dörflichen Lebens nimmt auch ihn gefangen.
Im Perlentaucher:
Rezension Perlentaucher
Man kann Patrick Boman zu dieser in weiteren Bänden auftretenden Figur, einem Menschen in seinem Widerspruch, nur gratulieren. Auch zu der Art, wie gänzlich unangestrengt indische Vergangenheit vors Auge des Lesers erzählt wird, ohne alles Hantieren mit mühsam herbeirecherchiertem Historienkolorit. Und auch nur gratulieren kann man dem jungen Zebu-Verlag zu diesem Fund, mit dem er sein Programm aufs Glücklichste eröffnet... Lesen Sie mehr von Ekkehard Knörer in 'Mord und Ratschlag'
Inspektor Josephat Peabody, ein fetter, fauler, verfressener Unsympath, hat es Kolja Mensing richtiggehend angetan. "Ganz großartig" findet er Patrick Bomans Krimi über den englischen Kolonialbeamten Peabody, der um die Jahrhundertwende in Südindien stationiert ist. Nicht einmal der grausame Ritualmord an einem Rechtsanwalt verschlägt ihm den gesegneten Appetit. Er gönnt sich erst mal ein zweites Frühstück, um dann seine 250 Pfund Lebendgewicht schwitzend in den Schatten der nächsten Palme zu schleppen, berichtet Mensing, den der Roman an T.C. Boyles "Wassermusik" erinnert. Wer wissen möchte, wie sich das Britische Empire durch seine Beamten selbst zugrunde gerichtet hat, dem kann Mensing nur die Lektüre von Bomans "Josephat Peabody geht fischen" ans Herz legen.
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