Immer wieder wird in Deutschland kontrovers diskutiert, ob, wann und warum israelkritische Positionen zum Nahostkonflikt nur kaschierter Antisemitismus seien.Peter Ullrich beleuchtet neue Perspektiven: Einerseits haben Lernprozesse der vergangenen Jahrzehnte dazu geführt, dass die linke Nahostdebatte in Deutschland heute komplexer und ausgewogener ist denn je. Andererseits bleiben doch die Gefahren für eine universalistische linke Position erkennbar. Immer wieder droht der Umschlag ins Partikulare, sei es in Form von Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit oder extremer Überidentifikation mit Konfliktakteuren.Aus wissenssoziologischer und diskursanalytischer Perspektive untersucht der Autor verschiedene Aspekte des deutschen Blicks auf den Nahostkonflikt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2014
Einblick in die Welt linker Sekten hat Anna Kaminsky mit Peter Ullrichs Buch erhalten. Darüber hinaus bietet der Band laut Rezensentin für alle mit den hier verhandelten linken Diskursen zum Nahost-Konflikt Vertrauten eine weitergehende sozialwissenschaftliche Analyse dieser Diskurse und ein Plädoyer für Differenz. Kaminsky trifft im Buch auf die ganze Bandbreite der Standpunkte, von unkritischer Israel-Solidarität bis zu nahezu antisemitischer Israel-Kritik. Schade nur, findet die Rezensentin, dass der Autor bei der Einordnung der Positionen so wenig reflektiert, was mit "links" eigentlich gemeint ist. Ob es sich jeweils um eine Extremmeinung handelt oder um Mainstream, vermag sie so nicht immer nachzuvollziehen.
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