Piroschka Dossi

Hype

Kunst und Geld
Cover: Hype
dtv, München 2007
ISBN 9783423246125
Kartoniert, 260 Seiten, 14,50 EUR

Klappentext

Ein Kunstwerk, so der Mythos, ist ein Geschenk des Künstlers an die Menschheit. Warum werden dennoch Unsummen für Kunstwerke bezahlt? Und warum gewinnen manche Kunstwerke zu irgendeinem Zeitpunkt plötzlich einen solchen Wert? Warum werden heute Millionen Dollar für Werke von van Gogh, Klimt, Keith Haring oder Gerhard Richter bezahlt? Warum bleiben andere Künstler völlig unbeachtet? Das Buch beleuchtet Hintergründe, Motivationen und Vorgehensweisen der Akteure auf diesem Markt. Es verknüpft historische Entwicklungslinien mit dem aktuellen Geschehen und zeichnet die Landkarte eines Terrains, auf dem kulturelle Vorstellungen, ökonomische Interessen, sozialer Habitus und kollektives Herdenverhalten zu einem einzigartigen Tranformationsprozess führen, der im Preis eines Kunstwerks seinen Ausdruck findet.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.07.2007

Nicht so zufrieden ist Rezensentin Isabelle Graw mit dieser Mischung aus Kunstratgeber und Kunstmarkt-Insiderbericht geworden. Zwar hat das Buch aus ihrer Sicht durchaus positive Seiten. Es biete zum Beispiel "nützliche Fakten zur jüngeren Geschichte des Kunstmarktbooms", zum neuen Phänomen des Sammlermonopols oder der wachsenden Bedeutung globaler Kunstumschlagplätze. Doch weil die Autorin Piroschkla Dossi ihre Befunde stets nur erhebe und nie in Analysen mit einbeziehe, verpuffen sie aus Sicht der Rezensentin schnell. Auch ist Graw das Kunstverständnis der Autorin eine Spur zu mythisch, und sie hätte es gern gesehen, wenn die Autorin mal an einem Beispiel das behauptete "konkrete Wechselspiel" aus "symbolischem und ökonomischen Kapital" durchgespielt hätte. Aber auch sonst würde vieles nur gestreift ohne eigene Fragestellungen zu entwickeln.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.06.2007

Ausgesprochen gute Noten vergibt Rezensent Wolfgang Müller an dieses Buch, in dem er "sehr unterhaltsam" die Mechanismen von Kunsthype und Kunst-Abstürzen exemplarisch dokumentiert sah. Besonders einverstanden ist Müller mit den Bemerkungen der Autorin über die Korrumpierbarkeit der Kunstkritik aus Opportunismus und Gründen des Machterhalts. Auch ihre vernichtenden Urteile in Sachen Damien Hirst oder Jörg Immendorff werden von ihm mit begeisterter Zustimmung versehen. Auch die weit ausholende illustrierende Einleitung von Piroschka Dossis Überlegungen bis in die Zeiten des holländischen Tulpencrashs von 1637 tragen aus Sicht des Rezensenten ausgesprochen zur Erhellung des beschriebenen Phänomens bei.
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