Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.06.2003
Argentinien, einst Musterland des Internationalen Währungsfonds, stürzte Weihnachten 2002 in das totale wirtschaftliche Chaos. Die Regierung, bemüht, die Inflation einzudämmen, schränkte die Verfügbarkeit über die Bankkonten ein, was zu einem Volksaufstand führte, in dessen Verlauf die gesamte Regierung fliehen musste. Wolf-Dieter Vogel bescheinigt den Autoren, gut herausgestellt zu haben, wie angesichts des Machtvakuums "massenhaft" mit Gegenmacht von unten experimentiert worden sei, etwa in Stadtteilversammlungen, die seither das soziale Leben in den Bezirken organisieren, oder den besetzten Fabriken, in denen die Arbeiter selbstverwaltet produzieren, nachdem die Chefs das Weite gesucht hatten. Insgesamt Vogel attestiert den Herausgebern, ein breites Bild des Argentinischen Widerstands abzubilden. Viele Stimmen kommen zu Wort, so Vogel, vom verarmten Mittelständler, der seine Ersparnisse einzuklagen versucht, bis zum organisierten Arbeitslosen.
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