Der Markt hat versagt, wir brauchen mehr Staat - das behaupten insbesondere seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor zehn Jahren Politik, Medien und Intellektuelle. Rainer Zitelmann vertritt die Gegenthese: Mehr Kapitalismus tut den Menschen gut. Er begibt sich auf eine Reise durch die Kontinente und Geschichte und zeigt: In Ländern, wo der Staat an Einfluss verliert und die Menschen dem Markt mehr vertrauen, steigt der Wohlstand und geht die Armut zurück.
Zitelmann findet Belege für seine These in Afrika, Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika. Er vergleicht die Entwicklung in Ost- und Westdeutschland und in Nord- und Südkorea nach dem Zweiten Weltkrieg, im kapitalistischen Chile und im sozialistischen Venezuela. Starben in China Ende der 50er-Jahre noch 45 Millionen Menschen an einer durch sozialistische Experimente ausgelösten Hungersnot, ist das Land heute die führende Exportnation der Welt.
Der Kapitalismus hat gewaltige Probleme gelöst - und dies immer wieder in der Geschichte der Menschheit. Die größte Gefahr für unseren Wohlstand ist, dass diese Lehre in Vergessenheit gerät.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.06.2018
Der hier rezensierende Soziologe Werner Bruns hat dieses Buch des Historikers und Unternehmers Rainer Zitelmann mit Gewinn gelesen. Dessen These, dass der Markt per se immer besser funktioniere als der Staat, kann der Kritiker anhand von ausgesuchten Beispielen und Argumenten gut nachvollziehen - etwa wenn ihm Zitelmann mit Blick auf China zeigt, dass sich das Land erst durch die Abwendung vom Maoismus hin zum Kapitalismus zur Weltmacht und Exportnation entwickelte. Die Einsicht, dass Intellektuelle die Marktwirtschaft vor allem deshalb kritisieren, weil sie nicht verstehen, dass ihnen "geistig unterlegene Unternehmer" am Ende doch mehr Geld verdienen, verdankt der Rezensent diesem, wie er findet, brillant geschriebenen Buch ebenfalls.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…