Reinhold Brinkmann, hat sich stets darum bemüht, auch außerhalb der Universität das Verständnis von Musik zu verbreitern. Die beiden Schwerpunkte von Brinkmanns Arbeit sind auch in diesem Band erkennbar: Beethoven und die Wiener Klassik, Schönberg und die Wiener Moderne. Darum herum gruppieren sich Texte zu Musik und Literatur, zu Schuberts "Winterreise", zu Theodor W. Adorno und Wolfgang Rihm.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2006
Skeptisch äußert sich Gustav Falke über diesen Band mit musikwissenschaftlichen Aufsätzen von Reinhold Brinkmann. Dessen Ablehnung des "methodischen Dilettantismus" der Kulturwissenschaften kann er zwar durchaus verstehen, beharrt der Autor doch auf Adornos Vorstellung, der Gehalt von Kunst sei in der kompositorischen Technik aufzuspüren. Auch will er nichts gegen Brinkmanns Ausführungen zu bürgerliche Ideen, zum Konzept der Individualität oder zur Entfremdung als Kennzeichen der Moderne sagen, obwohl er derlei "bis zum Überdruss" gehört hat. Was ihm bei den Aufsätzen über Kompositionen Beethovens, Schuberts und Schönbergs aber negativ auffällt, ist die Kluft zwischen akademischer Analyse und Geschichtsphilosophie: den Grund hierfür sieht Falke in Brinkmanns Aversion gegen die Vorstellung von Musik als Ausdruck. Er hebt jedenfalls hervor, dass das Beharren auf dem Kompositionstechnischen im Blick auf den Gehalt der Werke nicht weiterführt als bis zu Abstraktionen, die dann wiederum auf alles mögliche passen.
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