Gibt es Bedingungen gerechten Handelns, die die Politik zu beachten hat? Philosophen aus dem deutschen Sprachraum begründen in diesem Buch, warum sich politisches Handeln am Maßstab der Gerechtigkeit orientieren muß, und zeigen am Beispiel aktueller politischer Probleme, welchen Beitrag die Philosophie zur Klärung der Prinzipien einer gerechten Politik zu leisten vermag. Mit Beiträgen von Michael Köhler (Hamburg), Ludwig Siep (Münster), Andreas Wildt (Berlin), Herlinde Pauer-Studer (Wien), Peter Koller (Graz), Wolfgang Kersting (Kiel), Anton Leist (Zürich), Reinhard Merkel (Hamburg), Dieter Birnbacher (Düsseldorf), Stefan Gosepath (Berlin) und Rainer Forst (Frankfurt/M.).
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.04.2002
Wer das Verhältnis von Gerechtigkeit und Politik in diesen Tagen unter philosophischer Perspektive betrachtet, ernte leicht ein müdes und herablassendes Lächeln, meint Rezensent Thomas Meyer eingangs. Reinold Schmückers, Ulrich Steinvorths und elf andere Philosophen haben es trotzdem versucht. Das Ergebnis kann sich nach Einschätzung des Rezensenten sehen lassen, zeigen die Beiträge doch, dass die Fragen nach der Verteilungsgerechtigkeit, nach dem Verhältnis von Gerechtigkeitsgrundsätzen und politischem Liberalismus, dem Recht auf menschliches Leben und einer internationalen Politik, die sich am Begriff der Gerechtigkeit orientieren will, entgegen gegenteiligen Behauptungen weiterhin offen sind. Als besonderen Grundzug des Bandes macht der Rezensent das Beharren auf der "Aktualität des scheinbar Anachronistischen", der Gerechtigkeit und gerechter Politik aus. Insbesondere Ludwig Sieps Beitrag über Hegels Konzept der Gerechtigkeit und Andreas Wildts Karl Marx-Lektüre werden lobend erwähnt. Sie scheinen dem Rezensenten näher an den Problemen der Zeit als die "bioethischen Reflexionen" von Reinhard Merkel und Dieter Birnbacher. Aber zumindest lesenswert findet der Rezensent alle Beiträge des Bandes. Und das ist für den Rezensenten "angesichts der Unübersichtlichkeit auf diesem Feld schon sehr viel".
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…