Internationale Konzerne zahlen keine Steuern, schädigen die Umwelt, verstoßen gegen Menschenrechte und diktieren den Politikern die Gesetzesvorlagen. Und das oft ganz legal. Doch damit nicht genug: Sie werden immer dreister, nutzen die Freiräume und Schlupflöcher immer hemmungsloser, eine neue Qualität der Ausbeutung ist erreicht.
In seinem neuen Buch zeigt Thilo Bode erstmals das ganze Bild dieser neuen Diktatur der Konzerne, in deren Würgegriff wir Bürger immer stärker geraten.
Pflichtlektüre, ruft Olaf Georg Klein und möchte dieses Buch an Schulen und Parlamente gleichermaßen verteilt sehen. Wenn Thilo Bode, früher Greenpeace-Chef, jetzt Oberster Foodwatcher, die gestiegene Macht der Konzerne anprangert, dann nimm er kein Blatt vor den Mund. Gut so, findet Klein. Denn erlernt von Bode, wie Konzerne mit ihren Heerscharen von Lobbyisten und gekauften Wissenschaftlern, per Drehtürmechanismus und dank eines unzureichenden Kartellrechts ihre Marktmacht immer stärker in politische Macht transformieren, das Strafrecht umgehen und natürlich satte Profite einstecken, während sie die Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen. Dass Bode kein Mann zaghafter Worte, vermittelt der Rezensent, den das Buch "erschüttert und wütend macht".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.08.2018
Steffen Vogel lässt sich Thilo Bodes Generalangriff auf die Konzerne als Appell gefallen, die Macht globaler Unternehmen demokratisch zu kontrollieren. Wenn Bode darlegt, wie Konzerne ihre wachsende Marktmacht in politischen Einfluss ummünzen, sieht der Kritiker den einstigen Greenpeace- und Foodwatch-Chef auf der richtigen Spur. Seit den achtziger Jahren unterminierten Konzerne schließlich den Kampf gegen den Klimawandel, und in Deutschland zumindest geht an der Autoindustrie nichts vorbei. Doch Vogel missbehagt die Brachialität, mit der Bode argumentiert. Diktatur der Konzerne? Korrumpierte Politik? Betrogenes Volk? Das ist dem Rezensenten zu grob geschnitzt. Schließlich habe eine Bundesregierung den Atomausstieg durchgesetzt, und die Reaktionen auf die Dieselaffäre fallen vielleicht auch deshalb so zahm aus, weil sich die Leute nicht sonderlich an den Manipulationen stören, wie Vogel den steigenden Absatzzahlen entnimmt.
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