Eine "Zäsur in der Kirchengeschichte" - so bewertet der Historiker Thomas Großbölting den weltweiten sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. In diesem Buch zeichnet er die Geschichte von Betroffenen, Tätern und Vertuschern des Missbrauchsskandals nach und analysiert die fatalen kirchlichen Strukturen, die die Taten ermöglichten. Das Buch ist damit das erste historische Sachbuch zum Thema, das Gesamtbild eines der erschütterndsten Kapitel der Kirchengeschichte und ein Anstoß für die Zukunft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2022
Rezensent Tobias Schrörs hält das Buch des Zeithistorikers Thomas Großbölting nicht für das große Standardwerk zur Geschichte des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Eine gut lesbare, informative Einführung in die Thematik aber bietet der Autor dennoch, versichert der Rezensent. Indem der Autor die Entwicklungen seit den Enthüllungen am Canisius-Kolleg 2010 aufzeigt, wenngleich "in Siebenmeilenstiefeln" vermag er Dynamiken und Formen des Missbrauchs in der katholischen Kirche zu analysieren und Chancen für die Aufarbeitung zu diskutieren, so Schrörs. Dass das Buch mit seinen vielen Beispielen aus Münster mitunter zur Regionalgeschichte wird, sieht der Rezensent kritisch. Das System des "Verschweigens und Vertuschens" in der katholischen Kirche aber wird für den Leser erschreckend deutlich, erklärt er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.06.2022
Der Historiker Thomas Großbölting spannt mit seinem Buch über den sexuellen Missbrauch durch katholische Priester einen "größeren historischen Rahmen" vor dem Hintergrund einer gerade erschienenen Missbrauchsstudie über das Bistum Münster, die vier Neuzeithistoriker und eine Ethnologin unter der Leitung von Großbölting erstellt haben, informiert Rezensentin Annette Zoch. Großbölting geht es nicht um Einzelfälle, erfahren wir, sondern um die Voraussetzungen für Missbrauch. Die Verfasstheit der Kirche selbst fördert ihn: Die "Seelenführung", die katholische Priester beanspruchen, die vom Gläubigen totale Öffnung fordert, einerseits und die Erhöhung der Priester als geweihte Vermittler Gottes andererseits schaffen ein Ungleichgewicht in der Beziehung zwischen Kirche und Gläubigen, das den Missbrauch geradezu herausfordert, lernt Zoch. Das "rührt an die Fundamente" der Katholischen Kirche, meint sie.
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