Philipp Hübl

Der Untergrund des Denkens

Eine Philosophie des Unbewussten
Cover: Der Untergrund des Denkens
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2015
ISBN 9783498028114
Gebunden, 480 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Unser Bewusstsein ist das größte Rätsel der Wissenschaft: Wir bestehen aus Milliarden von Molekülen, die weder denken noch fühlen können - und doch machen sie zusammen unsere Persönlichkeit und unser subjektives Erleben aus. Das Unbewusste ist ebenso rätselhaft; was dort passiert, kann niemand so genau sagen. Wie bestimmen unbewusste Eindrücke, Wünsche und Informationen unser Denken, Fühlen und Handeln? Die gute Nachricht: Wir sind die Herren im eigenen Haus, auch wenn wir manchmal nicht wissen, wer im Keller umherschleicht. Die schlechte Nachricht: Wir überschätzen manchmal unseren Einfluss und reden uns fälschlicherweise ein, wir hätten gute Gründe für unsere Taten. Der Philosoph Philipp Hübl entlarvt den Mythos von der Macht des Unbewussten - er zeigt, wie Vernunft und kontrollierte Aufmerksamkeit uns vor Manipulation schützen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2016

Kurz, aber intensiv setzt sich die Darmstädter Philosophin Petra Gehring mit zwei Büchern auseinander, die die Idee eines Bewusstseins und einer menschlichen Handlungsfähigkeit gegen deterministische, vor allem naturwissenschaftliche Theorien zum Gegenstand verteidigen: Philipp Hübls "Der Untergrund des Denkens" und Markus Gabriels "Ich ist nicht Gehirn". Thema und Stoßrichtung beider Bücher gleichen einander - und Gehring scheint sie zu teilen: Beide Philosophen bringen Argumente gegen den "Neuro-Hype", also die Idee, dass wir nur hilflose Marionetten unserer Hirnströme seien. Beide Bücher nennt sie im übrigen gut und leicht lesbar. In den "Argumentationspfaden" aber unterscheiden sich die Bücher laut Rezensentin. Im Detail neigt sie dabei Hübl zu, der eher empirische Belege suche, während Gabriel - recht oberflächlich, wie Gehring darlegt - Ideologiekritik betreibe. Hübl scheint eher psychologisch zu argumentieren, weniger philosophisch, er sei "informativer, gründlicher", sprachlich überdies besser als Gabriel. Diesem dagegen hält sie trotz aller Kritik zugute, dass er die "Rückbindung an klassische Theoriebildung" zum Thema stark mache. Bei beiden Autoren kritisiert sie, dass sie nicht auf die aktuelle Diskussion "ihresgleichen" zum Thema eingehen - die einschlägigen Autoren seien nicht mal im Literaturverzeichnis genannt.
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