Der Historiker Karl Griewank, 1900 geboren und 1953 durch Suizid aus dem Leben geschieden, ist bekannt durch seine Studien zu Königin Luise, zum Wiener Kongress und zur Geschichte der neuzeitlichen Revolutionen. Die Arbeit stellt Griewank als Vertreter der Generation um 1900 vor, beschreibt den liberalen Demokraten der Weimarer Republik, der als langjähriger Referent der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine Anstellung findet - und analysiert seine vergeblichen Bemühungen, auch nach 1933 eine wissenschaftliche Karriere zu ergreifen, ohne NSDAP-Mitglied zu werden. Es folgt die produktive, aber konfliktreiche Zeit in Jena, wo er seit 1947 als sogenannter "bürgerlicher" - d.h. nichtmarxistischer - Historiker lehrte. Abschließend behandelt der Band Wirkung und Rezeption von Griewanks Werk. An seinem Beispiel veranschaulicht der Autor hier zentrale Aspekte der Biographieforschung und der Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.11.2007
Frank-Rutger Hausmann begrüßt diese Biografie Karl Griewanks (1900-1953), die Tobias Kaiser vorgelegt hat. Auch wenn der Historiker nicht zur allerersten Garde der Zunft gehört, scheint ihm Griewanks Leben von großem Interesse, diente er doch drei politischen Systemen: der Weimarer Republik, dem NS-Staat und der SBZ/DDR. Ausführlich zeichnet Hausmann die wichtigsten Stationen von Griewanks Karriere nach, betont dessen politische Integrität und würdigt ihn als herausragenden Wissenschaftsmanager und Hochschullehrer, dessen Arbeiten zum neuzeitlichen Revolutionsbegriff nach wie vor Relevanz besitzen. Auf Kaisers Biografie selbst geht er nur kurz ein. Er lobt lobt die eingehende Darstellung sowie die Fülle von zusammengetragenen Fakten, Daten und Details zum Leben Griewanks.
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