Thomas Alexandre Dumas (1762 - 1806) war Kind eines in der französischen Zuckerkolonie Saint-Domingue untergetauchten Adligen und einer schwarzen Sklavin. Der adlige Herr kehrte später unter seinem echten Namen und Titel eines Marquis wieder nach Frankreich zurück. Den Sohn ließ er nachkommen. Der junge Mann bekam eine hervorragende Erziehung, wurde ein glänzender Reiter und Fechter und genoss das süße Leben im vorrevolutionären Frankreich. Doch er zerstritt sich mit seinem Vater, legte dessen Namen wieder ab und nahm den seiner Mutter an. Er heiratete eine weiße Französin, mit der er drei Kinder hatte, eines davon der spätere Bestsellerautor Alexandre Dumas d. Ä., und machte eine glänzende Karriere in der Armee, zuletzt als General unter Napoleon. Er wurde schon zu Lebzeiten eine Legende. Das alles war nur möglich, weil das Frankreich des späten 18. Jahrhunderts die erste rasseblinde Gesellschaft der Welt war. Doch dann wurde General Dumas von Napoleon abserviert und starb verarmt und vergessen. Viele Geschichten in den Romanen seines Sohnes gehen auf die wahren Erlebnisse des Vaters zurück.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.02.2014
Reichlich blumig beschreibt Harald Eggebrecht seine Lektüreerfahrung mit dieser Biografie über Alex Dumas, Vater von Alexandre Dumas d. Ä., Großvater von Alexandre Dumas d. J. Aus der Hand von Tom Reiss. Reiss ist Historiker und Publizist und hat für das Buch den Pulitzer-Preis erhalten. Zu Recht, findet Eggebrecht, der die genaue Recherche und Spurensuche in Nachlässen und Tresoren hervorhebt, aber auch den Witz und die Ironie des Autors beim Verfertigen dieser an Abenteuern reichen Lebensgeschichte. Auch als Geschichtskompendium mit Schwerpunkt auf der Französischen Revolution und der weniger rühmlichen Kolonialgeschichte Frankreichs, namentlich im heutigen Haiti, taugt der Band laut Rezensent prächtig. Für Eggebrecht freilich liegt das wirklich Interessante hier in der Verflechtung von Historie und der über Generationen spannenden und nachwirkenden Familiengeschichte der diversen Alexandres.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.02.2014
Unter anderem erfährt Jens Balzer mit diesem Buch etwas über den Zusammenhang von Rassismus und Sozialismus. Lesenswert erscheint ihm Tom Reiss' Biografie über Alex Dumas, den Vater von Alexandre Dumas, aber auch wegen der schier unglaublichen Lebensgeschichte dieses ehemaligen Sklaven französischer Kolonialisten in Sainte Domingue. Verwickelt und bunt und blutgetränkt, nennt Balzer sie, und jede Kolportagefantasie noch überbietend. Dass Reiss spannend und unterhaltsam schreibt und zudem ein Panorama der napoleonischen Zeit mit all ihren Widersprüchen liefert, scheint dem Rezensenten eine Empfehlung wert.
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