Aus dem Nichts kommend stieg der Korse Napoleon Bonaparte während der französischen Revolution vom Artillerie-Offizier zum Ersten Konsul auf. Der Revolutionär wurde zum Kaiser der Franzosen und herrschte über weite Teile Europas. Doch auf den kometenhaften Aufstieg folgte der tiefe Absturz. In den Schulbüchern scheitert Napoleon meistens an seinen Charaktereigenschaften. Er sei großmannssüchtig gewesen, kriegslüstern und maßlos. Bei der Frage, weshalb Napoleon das Erreichte nicht halten konnte, werden jedoch die Rahmenbedingungen seines Handelns vernachlässigt. Günter Müchler zeigt, wo Napoleon Gestalter und wo er Getriebener war. Denn obwohl er zweifellos der überragende Akteur seiner Zeit war, so war er dennoch keineswegs frei, nach Gutdünken die Weltgeschichte zu gestalten. Napoleons Biografie bietet alle Zutaten eines spannungsgeladenen Krimis. Erfahren Sie mehr über ein unglaubliches Leben, das die europäische Geschichte veränderte!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2020
Der hier rezensierende Historiker Klaus Deinet findet Günter Müchlers Fokus auf Napoleon als flexiblen "Held der Umstände" reizvoll. An Müchlers Biografie überzeugen ihn nicht zuletzt die Passagen über Krieg und Außenpolitik. Auch dass Müchler nicht auf das narzisstische Ego als Beweggrund für Aufstieg und Fall abhebt, gefällt ihm. Mit etwas mehr Distanz zu seinem Helden hätte der Autor Zäsuren und Handlungsoptionen besser erkennen können, findet Deinet allerdings. Und wenn der Autor psychologisiert und erlebter Rede verfällt, wähnt sich Deinet nicht mehr in einer Biografie, sondern im Roman. Bei einem aufregenden Sujet wie diesem allerdings verzeihlich, findet der Rezensent.
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