"Ich möchte gar nicht in den Cineasten-Elfenbeinturm", war sich der Regisseur Siegfried Rothemund 1974 sicher. Sein Wunsch ging in Erfüllung. Bis heute dreht er Film um Film, er hat sich in allen Formen und Formaten ausprobiert, bediente das Kino ebenso wie das Fernsehen, er inszenierte Kinderfilme, Historiendramen, Literaturadaptionen und vor allem Krimi- und Actionserien. Seine Arbeiten hatten stets Erfolg, doch kaum ein Nachschlagewerk kennt seinen Namen. Prächtige Besucherzahlen hatten vor allem jene Kinofilme, für die er sich ein Pseudonym zulegte - Siggi Götz. Als solcher drehte er Filme nur des Geldes wegen. So war er in den 1970er Jahren verantwortlich für einige kassenträchtige Schlager- und Sexfilme, die ebenso in die Blütezeit des Neuen Deutschen Films wie in die Zeit der Freigabe der Pornografie fielen. Wie sich Götz zwischen "Alpenglühn im Dirndlrock" und "Piratensender Powerplay" immer wieder den Prinzipien der Lederhosen-Komödie verschrieb, sie dutzendfach abwandelte, zugleich aber auch "richtiges Kino" machen wollte und mit "Es war nicht die Nachtigall" doch wieder nicht verstanden wurde. Darüber unterhalten sich in diesem Dialog von Ulrich Mannes der Autor Erich Lusmann und seine Nachbarin Roswita Neumann im Sommer 2011.
Wahrscheinlich hat schon jeder einen Film von Siggi Götz gesehen, auch wenn vielen der Name nichts sagt, mutmaßt Andreas Busche. Ulrich Mannes hat in "Alpenglühn 2011" ein fiktives Gespräch mit dem Filmemacher geführt, in dem er Götz über Werke wie "Bohr weiter Kumpel" oder "Was treibt die Maus im Badehaus" befragt. So gewissenhaft kann das nur ein echter Trashfilmfan, meint der Rezensent. Nach eigener Aussage hat Götz - beziehungsweise Siegfried Rothemund, wie der Regisseur mit bürgerlichem Namen heißt - sich erst den "Softsex-, Musik- und Reisefilmen" zugewandt, nachdem er gemerkt hatte, dass ihm für andere Genres das Talent fehlte, berichtet der Rezensent. Die Ergebnisse findet Busche nur nach ein paar Bierchen erträglich. Mannes' Buch gefällt ihm da schon deutlich besser.
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