Freiheit" und "Verantwortung" sind die Schlüsselwörter einer Auffassung vom Menschen, die zurzeit heftig umstritten ist. Vor allem seitens der Neurowissenschaften ist die mit jenen Wörtern verbundene Deutung menschlichen Handelns in die Kritik geraten. Die Diskussion ist im Kern jedoch nicht neu, sondern hat eine lange Geschichte, die schon bei den Griechen beginnt. Die zentralen Fragen dieser Kontroverse lauten: Sind wir frei, und wenn ja, in welchem Sinn? und: Sind wir verantwortlich, und wenn ja, in welchem Sinn?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2012
Ganz unaufgeregt kommt dieser Band laut Thomas Gross daher. Unaufgeregt, so mutmaßt er, weil sich der Autor wohl bewusst ist, dass sein Thema uns noch lange beschäftigen wird - und bereits seit langem beschäftigt. In die Debatten um Determinismus und Willensfreiheit steigt der Philosoph Ulrich Pothast ein, indem er Rechenschaft von dem überzeugt Handelnden einfordert, zwischen zweck- und personenbezogener Verantwortlichkeit unterscheidet und Emotionen beim Prozess der Zuweisung von Verantwortung als wichtiges kulturelles Erbe begreift. Dass er bis auf einige Hinweise in den Anmerkungen auf historische Tiefenbohrungen und auch auf Verweise auf zeitgenössische Standpunkte weitgehend verzichtet, geht für Gross in Ordnung. Schließlich, erklärt Gross, publiziere der Autor schon lange zu diesem Thema.
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