Der Autor beschreibt, wie er 1968 wegen einer abfälligen Äußerung über einen DDR-Funktionär denunziert, aus dem Journalistenverband ausgeschlossen und dann mit fünf Jahren Berufsverbot bestraft wurde. Gleichzeitig observierte ihn der Staatssicherheitsdienst durch vier Inoffizielle Mitarbeiter und legte Akten unter dem Codewort "Reporter" über ihn an. Von dieser Beschattung, der Post-und Telefonkontrolle, ahnte Gerig zwar etwas, doch erst die nach dem Untergang der DDR zugänglichen Dokumente bewiesen das ganze Ausmaß der Bespitzelung. Im Buch werden zahlreiche dieser Dokumente veröffentlicht. 1976 sollte der Journalist, inzwischen arbeitete er als Reporter für die größte Illustrierte der DDR, selbst vom Staatssicherheitsdienst als Spitzel angeworben werden. Mit welcher List er sich diesem Versuch entziehen konnte, beschreibt der Autor sehr ausführlich im Buch. Sieben Jahre später, im Herbst 1983, flüchtete Gerig mit seiner Frau aus der DDR.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.12.2009
So spröde der Titel, so kurios und spritzig der Inhalt, findet Rezensent Johann Osel und setzt uns damit auf die richtige Fährte zu diesem Buch und dem Anliegen des Autors. Es geht um die persönliche Schadenfreude, der DDR und der Stasi erst clever entwischt und schließlich auch noch ihre Schlupflöcher im wiedervereinigten Deutschland öffentlich gemacht zu haben. Gar nicht unbescheiden erzählt der Pressefotograf Uwe Gierig dem Rezensenten in einer "Mischung aus Roadmovie und Lebensgeschichte" vom Katz-und-Maus-Spiel mit den DDR-Behörden und wie er einmal einen ehemaligen Stasi-IM enttarnte. Osel ist ehrlich überrascht: Opfergeschichten gehen anders.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2009
Dafür dass sich DDR-Alltagsgeschichte am ehesten in Biografien wiederfindet, ist dieser Band laut Karl Wilhelm Fricke ein gutes Beispiel. Die seltsame Geschichte des Bild-Reporters Uwe Gierig, erzählt von ihm selbst, konfrontiert Fricke mit einer Sozialisation im Arbeiter- und Bauernstaat, mit einer ausgebremsten Journalisten-Karriere, mit politischen Enttäuschungen und Tristesse. Meinungsfreudig, bisweilen "schnoddrig" verfasste Lektüre gegen DDR-Nostalgie, freut sich Fricke.
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