Unter Mitarbeit von Horst Schwiemann herausgegeben von Georg Schirmers. Walter Mehring(1896-1981) zählt zu den bedeutendsten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Er debütierte in den zwanziger Jahren mit Gedichten und Chansons, schrieb Polemiken, Aufsätze, Dramen und Romane. 1933 floh er aus Berlin zunächst nach Wien, dann nach Frankreich und weiter in die USA. Sein Credo lautete: "Meine Heimat ist die deutsche Sprache. Zuständig bin ich überall, staatenlos im Nirgendwo."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2001
Zu sparsam für Jorg Magenaus Geschmack hat Georg Schirmer die Mehringschen Reportagen und Glossen, die zumeist in der "Weltbühne" und dem "Tage-Buch" erschienen waren, kommentiert. Namen und Bezüge zur Tagespolitik blieben für den heutigen Leser somit häufig leider unverständlich. Immerhin schildert ihn Magenau als einen beißenden Polemiker, der sich bei keiner Seite beliebt machte, weder bei der Rechten der Weimarer Republik, noch bei den Kommunisten. Der "emphatische Wahrheitssucher" und visionäre Intellektuelle Walter Mehring, der die Nazis schon früh durchschaut hatte, habe im französischen Exil größeren Spielraum für seine kompromisslose Haltung gefunden, im wesentlichen sei er jedoch in Deutschland wie in Frankreich stets isoliert gewesen, umso mehr nach seiner Rückkehr nach Deutschland in den fünfziger Jahren. Im Gegensatz zu den allzu knappen Kommentaren findet das "informative" Vorwort des Herausgebers Magenaus Lob.
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