Aus dem Niederländischen von Verena Kiefer. "Reden ist Verrat", schärft Frans ihnen immer wieder ein. Nachdem Freddie miterleben musste, wie die bei ihnen untergetauchten Juden abgeholt wurden, hat sie sich seiner Widerstandsgruppe angeschlossen. Von ihren lebensgefährlichen Aktionen gegen die deutschen Besatzer darf sie niemandem erzählen, nicht einmal ihrer Mutter. Dabei geht es um mehr als Flugblätter zu verteilen oder Kurierdienste zu erledigen. Doch die Arbeit im Widerstand geht nicht spurlos an Freddie vorüber. Tut sie wirklich das Richtige? Und wem kann sie noch trauen? Der Roman basiert auf der wahren Geschichte des jüngsten niederländischen Mädchens im Widerstand. Eine Geschichte von Mut und Angst, Liebe und Verrat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.06.2020
Sofort "gefangen" genommen hat Knud von Harbou die Geschichte des jüngsten Mädchens im kommunistischen Widerstand der Niederlande gegen die deutschen Besatzer. Wir erfahren auch von anderen literarischen Verarbeitungen dieser lange in den Niederlanden nicht beachteten Facette des Widerstands, unter anderem durch Harry Mulisch. Dieser Jugendroman aber gefällt dem Kritiker besonders deshalb, weil die inneren Zweifel und Bedenken der jungen Freddie thematisiert werden, die eingebunden wird in das Töten der Feinde. Etwas zu "blass" bleibt dagegen nach Meinung des Kritikers das Bild von einer damals äußerst brutalen deutschen Besatzung. Dennoch hält er das Buch für "wichtig", da gerade Jugendlichen etwas aus dieser Zeit zu vermitteln nicht einfacher werde.
An den historischen Fakten orientiert, erzählt Wilma Geldof hier die Geschichte der niederländischen Widerstandskämpferin Freddie Oversteegen, informiert uns Rezensentin Ute Wegmann. Die 15-jährige Tochter einer Kommunistin hatte sich im Jahr 1940 entschlossen gegen die Nazis gewendet und sich trotz Gewissensbissen an Morden beteiligt, lernt die Kritikerin. Um Freddies moralischen Konflikt zum roten Faden werden zu lassen, hat Geldof ihr einen Geliebten erfunden, der mit ihrer Radikalität nicht einverstanden ist, so Wegmann. Der Roman ist zugleich ein Denkmal für eine Widerstandskämpferin und eine wertvolle Reflexion über die fließende Grenze zwischen Moral und Fanatismus, lobt sie.
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