Nachdem Wolfgang Ullrich in mehreren Büchern die Entleerung des Kunstbegriffs kritisch betrachtet hat, ist er diesmal voll des Lobes - er würdigt die Reproduktion, die häufig eine Weiterentwicklung und Vollendung des Originals ermöglicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2009
Hohe Anerkennung zollt Rezensentin Katharina Bahlmann diesem Buch über die Bedeutung von Reproduktionen in der Kunst, das Wolfgang Ullrich vorgelegt hat. Sie sieht darin eine kluge Untersuchung des Verhältnisses zwischen Original und Reproduktion von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Besonders hebt sie Ullrichs Plädoyer gegen den herrschenden Kult ums Original und die Abwertung der Reproduktion hervor. An zahlreichen Beispielen belegt der Autor für sie überzeugend, dass die Reproduktion viel mehr war und ist als nur ein Abklatsch, nämlich Reprise, Differenzierung, Reflexionsangebot und Raffinement. Die "einseitige Fixierung" auf das Original werde von Ullrich "elegant und anschaulich" korrigiert. Glänzend findet Bahlmann dabei die Beispiele des Autors. Ein Buch, das für sie auch zahlreiche Impulse zur Reflexion des eigenen Blicks auf die Kunst bietet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.07.2009
Sehr angetan zeigt sich Rezensent Jens Bisky von Wolfgang Ullrichs Buch über den Wert von Reproduktionen. Er schätzt den Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie für seine nüchternen und kritischen Beschreibungen des Kunstbetriebs. Im vorliegenden Buch sieht Bisky die Rolle der Reproduktion in der Kunst im Mittelpunkt. Wie er berichtet, verlor die Reproduktion erst im Laufe des 19. Jahrhunderts an Ansehen und wurde durch einen "Kult um das Original" zunehmend negativ bewertet. Er bescheinigt dem Autor, hier eine überzeugende Verteidigung der Reproduktion zu liefern. Deutlich wird für ihn die Bedeutung der Reproduktion bis in die Gegenwartskunst hinein. Dabei hebt er hervor, dass das knappe Buch genug Beobachtungen, Thesen, Einfälle enthalte, "um ein ganzes Graduiertenkolleg mit Themen für Dissertationen und Tagungen zu versorgen". Vermisst hat er allenfalls die Frage nach den Reproduktionen durch Laien.
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