Aus dem Griechischen von Ursel Schäfer. Yanis Varoufakis stellt die Diskussion über die Wirtschaftskrise vom Kopf auf die Füße. Er macht ihre historischen Entstehungsbedingungen deutlich und zeigt Wege zu ihrer Überwindung auf. Globalisierung, Gier und fehlende Bankenregulierung - sie alle wurden für die Krise der Weltwirtschaft verantwortlich gemacht. In Wahrheit sind dies nur Nebenschauplätze eines weit größeren Dramas. Eines Dramas, das in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wurzelt und bereits seit den 1970-Jahren auf offener Bühne spielt: als die Welt wider besseres Wissen begann, mit ihrem Geld den "Globalen Minotaurus" Amerika zu nähren - so wie einst die Athener dem mythischen Fabeltier auf Kreta Tribute zollten.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 15.03.2012
Eine kluge und zudem auch für Laien verständlich geschriebene Zeitdiagnostik hat Christiane Müller-Lobeck in diesem Buch über die Konsequenzen aus der wirtschaftlichen Schwächung der USA infolge der Finanzkrise 2008 des Athener Ökonomen Yanis Varoufakis gelesen. Sehr viel Raum gibt die Rezensentin Varoufakis' historisch-analytischem Ansatz, der im Kern die These des "Überschussrecycling" umkreist, derzufolge die USA eigene Überschüsse gezielt zum wirtschaftlichen Aufbau anhängiger Abnehmerstaaten, darunter Deutschland und Japan, genutzt habe. Gut gefällt Müller-Lobeck dabei die Abwesenheit jeden moralischen Tonfalls: Weder werde Finanzleuten ihre Gier vorgeworfen, noch "europäische Solidarität" eingefordert. Statt dessen plädiere der Autor "leidenschaftlich" für einen Wechsel in der Politik, von dem man als Leser wohl ausgehen kann, dass ihn sich auch die Rezensentin wünscht.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…