Fünf Milliarden Euro investierte
Disney im Jahr 1992, um in Frankreich fünf Retortenstädte zu gestalten, die das "
Val d'
Europe" bilden, heute wohnen dort über 37.000 Menschen, erinnert Niklas Maak, der sich für die
FAS die Ausstellung "L'architecture des réalités mises en scène: Re-construire Disney" im
Architekturmuseum Arc En Rêve Bordeaux angesehen hat. Sie zeigt ihm, wie Disney "
Kulissen seiner Fiktionen immer weiter in die Realität" schob: "Noch nie hatte ein Konzern in der Geschichte Frankreichs so viel zu sagen, wenn es um den Bau neuer Städte ging, und noch nie wurden so
hemmungslos alle modernen Stile und Ideen ausgeblendet, die nach dem Städtebau von Baron Haussmann und dem Ideal der Gartenstadt des 19. Jahrhunderts kamen: Die Stadtplaner
Cooper,
Robertson &
Partners kommen aus New York und sind für ihren New Urbanism bekannt, der in Amerika versucht,
Retortenstädte nach dem Vorbild alter europäischer Städte zu bauen. Dass sie für Disney im Pariser Osten neue Städte errichten durften, ist eine Art doppelter ästhetischer Rückkoppelung zwischen verschiedenen Fiktionsebenen: Ein Teil des Pariser Ostens sieht nun so aus, wie man sich in Amerika Frankreich vorstellt, und diese Vorstellung von Frankreich haben die Amerikaner vor allem aus Disney-Filmen. Die Franzosen, die im Val d'Europe leben, werden von dieser Architektur auf direktem Wege zu
Frankreich-
Darstellern gemacht..."
In der
FAZ gratuliert Matthias Alexander dem Architekturhistoriker
Winfried Nerdinger zum achtzigsten Geburtstag.