Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Bühne

1671 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 168

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.08.2019 - Bühne

Simon Boccanegra 2019: Marina Rebeka (Amelia Grimaldi), Charles Castronovo (Gabriele Adorno) © SF/Ruth Walz


Vom Bürgerkrieg zwischen Plebejern und Patriziern, vom Ringen um einen neuen Gesellschaftsvertrag für Genua (und von einer verlorenen Tochter und Liebe natürlich) handelt Giuseppe Verdis Oper "Simon Boccanegra". Eine heitere Oper ist es nicht, im Gegenteil: "Deprimierend schwarz ist die tinta musicale des 'Simon Boccanegra', ungleich dunkler als die Musikfarbe anderer, populärerer Opern Giuseppe Verdis", schreibt Eleonore Büning in der NZZ. "Sie wird verschattet von fast ausnahmslos tiefen Stimmen. Hier kämpfen Männer um die Macht, lauter Baritone, ein Bass. ... Herrlich wird die von Petrarca inspirierte Friedensansprache 'Plebe! Patrizi! Popolo' Boccanegras aufgenommen und brillant vollendet vom konzertierenden Chor, über den sich der Cantus firmus der Primadonna, der inzwischen glücklich wiedergefundenen Tochter des Boccanegra, Enkelin des Fiesco, wie ein Regenbogen wölbt: wie die Stimme eines Engels, von oben, mit 'Pace'-Rufen. Es ist dies eine der schockierend lichterfüllten Stellen in diesem genialen Werk, die sofort ins Sonnengeflecht greifen. Zugleich ist Amelias Friedensappell eine jener raren Verdischen Arioso-Melodien aus dem aktions- und deklamationsreichen 'Boccanegra', die sich dauerhaft einnisten in Ohr und Gemüt des Publikums, dergestalt, dass man noch sehr viel später, als die Oper schon lange aus ist, draußen auf der Hofstallgasse hie und da ein 'Pace! Pace!' summen hören kann."

Das war "menschlich stressfrei, warmherzig, fachlich hoch konzentriert" musiziert, lobt Helmut Mauró in der SZ, immer noch im Musikrausch, in den ihn Valery Gergiev und die Wiener Philharmoniker versetzt haben. "Keine Tonangeberei. Kein vorlautes Blech. Keine gewitternden Streicher. Stattdessen Klanghochkultur und Klangverständnis, Musikdrama und eine differenzierte Basis für den Gesang." Enttäuscht ist Mauro allerdings von der "gediegenen, ein bisschen sterilen" Inszenierung Andreas Kriegenburgs: "Was man in Mozarts 'Idomeneo' und auch in Händels 'Alcina' vermisste, das fehlte auch hier: der Mut und die Konsequenz, einen gesellschaftsrelevanten, hier sogar hochpolitischen Plot packend zu inszenieren." Weitere Kritiken im Tagesspiegel und im Standard.

Und hier singt Leontyne Price "Pace, pace":



Weiteres: In der Zeit sucht Christine Lemke-Matwey nach den Gründen für die Absage von Tatjana Gürbaca, die als erste Frau in Bayreuth Wagner inszenieren sollte. In der nmz berichtet Dieter David Scholz von drei Opernpremieren beim Rossini-Festival in Pesaro. In der Berliner Zeitung plädiert Michaela Schlagenwerth für die Gründung einer Berliner Landesbühne für Tanz.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.08.2019 - Bühne

Orphée aux enfers 2019: Tänzerinnen und Tänzer. Foto: SF/Monika Rittershaus


In Salzburg haben sich die Kritiker prächtig amüsiert mit Barrie Koskys Inszenierung Offenbach-Operette "Orphée aux enfers": Kosky ist es "gelungen, mit dem ersten, die Gattung der Operetten begründenden Hauptwerk des 'Mozart der Champs-Elysées' das Salzburger Haus für Mozart in eine Lusthölle zu verwandeln. Seine Inszenierung ist witzig und wüst, frech und frivol, grell und gay - und all dies im XXXL-Format", schwärmt Jürgen Kesting, den vor allem der Bienen-Cancan und das "orchestrale Funkeln" der Wiener Philharmoniker bezaubert hat.

"Es ist nicht gemein zu sagen, dass das Ergebnis unfassbar albern ist. Das ist sein Ziel, Albernheit, der Abend ist ein Hoch auf sie, diese leichteste, unvernünftigste, wildeste Variante der Lebensfreude", erklärt Judith von Sternburg in der FR. Besonders beeindruckt hat sie Koskys geniale Lösung für die für die sehr langen Dialoge: "Der Schauspieler Max Hopp als John Styx (vormals Prinz von Arkadien) spricht sämtliche Dialoge auf Deutsch, zu denen das internationale, Französisch singende Ensemble bloß die Lippen bewegt. Aber was heißt hier bloß. Das ist, sofern man es aus einiger Entfernung beurteilen kann, hervorragend einstudiert, eine nahezu vollendete Synchronizität. Hopp, teuflisch gefordert, aber eisern bei der Sache, liefert dazu noch die weiterhin erforderlichen Geräusche beim Laufen und Leiden, beim Lechzen und Türöffnen, ein ausführliches Tapp-Tapp, Schlurf-Schlürf, Quiek-Quiek, Schlapp-Schlapp und Quietsch-Knatsch unter besonderer Berücksichtigung des Schlurf-Schlürf und Schlapp-Schlapp. Denn eine akustische Feuchtigkeit liegt über dem Ganzen, eine beträchtliche Schlüpfrigkeit. Das Frivole, es breitet sich unverhohlen aus und auf eine mitreißende Art sorgenfrei."

Nur SZ-Kritiker Michael Stallknecht winkt ab: Er kennt Koskys Bühneneinfälle schon aus Berlin. Selbst der von Enrique Mazzola dirigierten Musik "fehlt, was auch auf der Bühne fehlt, der Sinn für die Nuance und mehr noch, der Mut zur Lücke, in der die Musik, vor allem der Gesang ein Eigenrecht anmelden könnte. Die Figuren erstarren darüber zu Karikaturen, zu Puppen ihres Bauchredners sowieso in den Dialogen, zu dauerzappelnden Marionetten, auch beim Singen in der Hand der Regie." (Weitere Kritiken im Standard und im Tagesspiegel).

Weitere Artikel: Die Theaterfestivals im schottischen Edinburgh sorgen sich um ihre Besucherzahlen post-Brexit, berichtet in der nachtkritik Oliver Kranz. Sandra Luzina hat sich während des "Tanz im August" für den Tagesspiegel mit den Choreografen Jérôme Bel und Tino Sehgal unterhalten, die beide aus ökologischen Gründen nicht mehr (oder kaum noch) fliegen. Besprochen wird außerdem noch Feridun Zaimoglus und Günter Senkels "Siegfried" in Bayreuth (FAZ, SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.08.2019 - Bühne

Felix Axel Preißler, Felix Römer in "Siegfried". Foto © Bayreuther Festspiele / Konrad Fersterer


Taz-Kritiker Joachim Lange kommt in der Reihe "Diskurs Bayreuth" Siegfried Wagner näher, dem Sohn Richards und Cosimas, dem Erben, Thronfolger und schwulen Komponisten. Feridun Zaimoglu und Günter Senkel haben rund um seine Person das Stück "Siegfried" geschrieben, Philipp Preuss hat inszeniert. "Der beherzt auf zwei pausenlose Stunden eingekürzte Text konzentriert sich erst auf das Jahr 1914 und dann auf 1930. Also auf den Unverheirateten, den die grassierende Kriegseuphorie erfasst hat. Und den Festspielleiter im Dunstkreis des künftigen Machthabers und seiner Ideologie. Da Preuss den innerer Monolog nach außen verdoppelt, kommt er der inneren Zerrissenheit seines Helden per se nahe. Bei dem sich auch Kritik am Judenhass und Nähe zu den Nazis nicht ausschließen."

Ob sich Lange amüsiert hat, erfährt man nicht, bei Welt-Kritiker Manuel Brug gibt es dagegen keinen Zweifel: "Musik brodelt und will immer wieder 'Rheingold' anfangen, zwischen die eigenen Texte sind Siegfried-Originale montiert, über seine völkische Kriegsbegeisterung 1914, seine antijüdischen Ausfälle, Liebesbezeugungen auf Reisen mit einem Freund, die Zweckehe, um von der möglichen Aufdeckung als 'Heiland aus der andersfarbigen Kiste' abzulenken. Zaimoglu und Senkel machen das so nah an der Historie und so autorenfrei ausbalanciert, dass eine mosaikhafte Collage über den Sohn im Schatten sich verdichtet, der das Wort 'Vf(Ater)' immer wie einen Nieser ausspeit." Weitere Besprechungen in der nmz und in der nachtkritik.

Haruki Murakami
besuchte für die Zeit Bayreuth, wo er "Lohengrin" und die "Meistersinger" hörte. In ersterem befremdet ihn der Streit zwischen der zaubermächtigen Ortrud und dem christlichen Lohengrin. Religiöse Konflikte kennt man in Japan praktisch nicht, erzählt er. "So wirkt die Auseinandersetzung zwischen Lohengrin und Ortrud aus Sicht eines Japaners unnötig intolerant und gewalttätig. Das ist etwas, das mich beschäftigt, seit ich Lohengrin zum ersten Mal gesehen habe. Es wäre zu einfach, diese Intoleranz mit Wagners Antisemitismus in Verbindung zu bringen, und das habe ich auch nicht vor. Dennoch hinterlässt die Handlung dieses Dramas bei mir stets ein leichtes Unbehagen. Lohengrin, der Sieger, verschont im Zweikampf seinen Gegner Telramund, und Elsa verzeiht auf dem Höhepunkt ihres Glücks der ins Unglück gestürzten Ortrud. Doch beider Güte zeigt eine gegenteilige Wirkung. Die Duldsamkeit, die die Guten an den Tag legen, schadet ihnen letztlich selbst und führt zu ihrer Zerstörung. Sollte man die Welt so spalten, dass es in ihr Menschen gibt, die es wert sind, gerettet zu werden, und solche, die es nicht sind? Und trägt die Bayreuther Inszenierung in irgendeiner Weise dazu bei, diese Intoleranz abzuschwächen?"

Der spanische Opernsänger Placido Domingo wird von mehreren Frauen beschuldigt, sie in den Achtzigern sexuell belästigt und ihre Karrieren behindert zu haben, wenn sie nicht willig waren. In der FR findet Peter Uehling es zwar irgendwie schade, dass die Karriere eines solchen Ausnahmekünstlers ein derartiges Ende finden soll, auch ist ihm die "Praxis, Männer erst Jahrzehnte später wegen ihrer sexuellen Fehlhandlungen und Gewalttätigkeiten anzugreifen" etwas suspekt, aber das muss wohl so sein, glaubt er: "Die öffentliche Keule, die MeToo schwingt, mag oft grausam zuschlagen und ist in ihrer denunziatorischen Form nicht weniger abstoßend als das von ihr inkriminierte Verhalten. Aber offensichtlich ist dieser öffentliche Pranger das einzige Mittel, mit dem die Achtung vor der sexuellen Selbstbestimmung neu justiert werden kann."

Weiteres: Sebastian Nübling, Hausregisseur am Maxim Gorki Theater, spricht im Interview mit der taz über seine neue Inszenierung von Heiner Müllers 14-zeiligem "Herzstück". Und Lilo Weber unterhält sich für die NZZ mit der brasilianischen Choreografin Lia Rodrigues über deren Tanzstück "Furia".
Anzeige

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.08.2019 - Bühne

Im Tagesspiegel jubelt heute auch Eleonore Büning über Achim Freyers Salzburger Inszenierung von George Enescus "Oedipe" mit Christopher Maltman in der Titelrolle und Ingo Metzmacher am Pult: "Wer diese Produktion gesehen und gehört hat, wusste längst, was man in Salzburg erst seit Sonntag weiß: Enescu ist mit seiner einzigen Oper ein Wurf gelungen. 'Oedipe' gehört zu den wenigen Musiktheaterwerken der Moderne, die Bestand haben werden." Büning schreibt außerdem in der NZZ. Und Markus Thiel bemerkt in der FR: "Der relativ kurze Applaus mit einigen Buhs überrascht: Wo sich andere wie Romeo Castellucci oder - gerade wieder im Salzburger 'Idomeneo' - Peter Sellars im Esoterischen verlieren, bleibt Achim Freyer der Sinnlichste von allen. Mehr noch: Er ist das Original.
Stichwörter: Enescu, George

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.08.2019 - Bühne

John Tomlinson als Tiresias und Christopher Maltman als Oedipus in George Enescus "Oedipe". Foto: Monika Rittershaus / Salzburger Festspiele

Absolut begeistert ist SZ-Kritiker Wolfgang Schreiber von George Enescus Oper "Oedipe" von 1936, die Achim Freyer bei den Salzburger Festspielen bildgewaltig auf die Bühne brachte. Und die Musik mit Ingo Metzmacher und den Wiener Philharmonikern ist einfach grandios, meint Schreiber: "George Enescus 'Oedipe', dieser Solitär, ist ein Unikum des Zusammenklangs von Trauerspiel, Sinnbild, Lehrstück und tiefem Geheimnis. Der Komponist hat seine Oper in vier Akten in die Tradition der französischen Tragédie lyrique versetzt, der deklamatorisch gesungene oder in Sprechgesang fallende Text braucht keine Arien, er dringt in der Unmittelbarkeit seiner Wortmacht direkt, ohne Kunstverzierungen, zum Hörer. Überragend und bewundernswert, wie Bariton Christopher Maltman die Riesenrolle des Ödipus mit stimmlich und geistig nicht ermüdender Wucht, doch immer wieder lyrischer Inbrunst aufladen kann." Angesichts all der Riesenheuschrecken und Harlekingiganten auf der Bühne hätte sich Standard-Kritiker Ljubisa Tosic auch einen "diskreteren Umgang mit den Ereignissen" vorstellen können.

Am Wochenende wurde das Festival Tanz im August mit zwei Uraufführungen der achtzigjährigen amerikanischen Avantgardistin Deborah Hay eröffnet. "Mit sehr viel gutem Willen", notiert Astrid Kaminski in der taz, "ließen sie sich als ausgesprochen leise, forschend und introvertiert und damit als Gegenentwurf zu allem Lauten und Unüberlegten sehen". In der SZ nennt Dorion Weickmann sie dagegen rundheraus fade, pätentiös und manieriert: "Das Scheitern ist trotzdem aufschlussreich, weil es eine Sackgasse des zeitgenössischen Tanzes illuminiert: Bewegungsforschung hat auf der Bühne nichts mehr zu suchen. Profis dabei zuzuschauen, wie sie sämtliches Können auf Null stellen, um ihr methodisches System zu resetten, mag als pädagogische Studiolektion taugen. Live entfaltet diese Wartungsarbeit nur einschläfernde Wirkung." Ungnädiger noch urteilt Wiebke Hüster in der FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.08.2019 - Bühne

Auf dem Planeten Flausch nur unisono: Socalled & Friends mit "Space" auf Kampnagel. Foto: Jonas Nellissen

In der Nachtkritik weiß Falk Schreiber die Treue zu schätzen, mit der das Sommerfestival der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel seit 2014 ein Handpuppen-Musical namens "The Season" fortlaufen lässt. In dessen dritter Folge "Space" nun soll der Bär vom Planeten Flausch abgeschoben werden, weil er nicht einstimmig singen will, erklärt Schreiber: "Harmonieästhetik wird zur politischen Ideologie - als Thema für ein Musical, das sich unter anderem an Kinder richtet, ist das zwar verblasen, beweist aber zumindest Diskurshöhe. Zumal die Geschichte funktioniert: Auch ohne akademische Musikbildung fiebert man mit dem verliebten Bär, freut man sich über Tinas Kratzbürstigkeit. Und wippt spätestens nach fünf Minuten zu den Songs, die leichthändig HipHop, Tropicalismo und Klassik mixen." In der taz schreibt Katja Kullmann vom Sommerfestival, SZ-Autor Till Briegleb kann ihm allerdings nichts Positives abgewinnen.

Weiteres: In der FAZ berichtet Marc Zitzmann vom riesigen Erfolg der Pariser Produktion "Ça ira (1) Fin de Louis", in der Joël Pommerat die Französische Revolution mit heutigen politischen Debatten kurzschließt. Revolutionären Zorn nähren dabei die konservativen Stimmen von Edmund Burke bis Alain Finkielkraut oder gar Éric Zemmour: "'Ça ira' ist rauscherzeugend wie eine böse Fernsehserie und stimulierend wie ein blitzender philosophischer Essai."

Besprochen werden Händels Barockoper "Alcina" mit einer großartigen Cecilia Bartoli in Salzburg (SZ), Rossinis "Petite Messe solennelle" beim Rheingau Musik Festival (FR) und Benjamin Millepieds "L.A. Dance Project" beim Festival Movimentos in Wolfsburg (FAZ).
Stichwörter: Kampnagel, Pommerat, Joel

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.08.2019 - Bühne

Wolfgang Wagner war wahrlich nicht der "gutmütige Theateronkel" zu dem ihn die Bayreuther Ausstellung "Der Prinzipal" machen möchte, hält Florian Zinnecker bei Zeit Online fest: "Im Juni 1976 erklärt Wolfgang Wagner in einem Interview mit dem Playboy alle anderen Familienmitglieder pauschal für ungeeignet, die Festspielleitung zu übernehmen, auch die eigenen Kinder. 1986 wandelt er das Ein-Mann-Unternehmen in eine GmbH um, deren alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer er ist. Er schließt mit der Richard-Wagner-Stiftung einen unbefristeten Mietvertrag für das Festspielhaus ab. Und er verspricht seinen wichtigsten Geldgebern - Bund, Freistaat Bayern, Stadt Bayreuth und die Mäzene der 'Gesellschaft der Freunde von Bayreuth' - nach dem Ende seiner Amtszeit die Gesellschafteranteile, sofern die ihm im Gegenzug einen Leitungsvertrag auf Lebenszeit gewähren. Der Handel kommt zustande, Wolfgang ist allmächtig."

Weiteres: Im Standard zieht Helmut Ploebst ein weitgehend zufriedenes Resümee vom Wiener Impulstanz-Festival. In der SZ zieht Egbert Tholl eine durchwachsene Halbzeit-Bilanz der Salzburger Festspiele. Ebenfalls in der SZ verneigt sich Christine Dössel vor Valery Tscheplanowa, die derzeit in Salzburg die Buhlschaft gibt: "Tscheplanowa ist eine Intellektschauspielerin. Eine Frau mit besonderer Aura, trotzig-selbstbewusst, eisig-intelligent, von innen leuchtend." Besprochen wird: das Stück "Total Immediate Collective Imminent Terrestrial Salvation" beim Edinburgh Festival (Guardian) und Sigrid T'Hoofts Inszenierung von Riccardo Broschis Oper "Merope" bei den Innsbrucker Festspielen (nmz, FAZ).
Stichwörter: Wagner, Wolfgang, Bayreuth

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.08.2019 - Bühne

Im Tagesspiegel porträtiert Sandra Luzina die amerikanische Choreografin Deborah Hay, der das das Festival "Tanz im August" eine Werkschau widmen wird.

Besprochen werden die Wiederaufnahme von Sasha Waltz' "Impromptus" im Radialsystem V (taz), Riccardo Broschis Oper "Merope" bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik (SZ) und eine Ausstellung zu Wolfgang Wagner im Wagner-Museum Bayreuth ("Das nicht allzu komplexe Bild vom hemdsärmeligen Festspielmacher, so wie es besteht, wird damit bestätigt. Sind denn gar keine neuen Facetten zu entdecken?", fragt Clemens Haustein in der FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.08.2019 - Bühne

In Venedig hat der Dramaturg Jens Hilllje einen Goldenen Löwen für seine Arbeit bekommen, berichtet Christine Dössel in der SZ. In der Presse berichtet Wolfgang Freitag vom "Hin & weg"-Festival für Gegenwartsdramatik im im Waldviertler Litschau.

Besprochen wird "Marry Me In Bassiani" des  französischen Tanztheaterkollektivs (La)Horde auf Kampnagel in Hamburg (nachtkritik) und Inszenierungen von Thomas Ostermeier und Evgeny Titov bei den Salzburger Festspielen (Zeit).
Stichwörter: Kampnagel

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.08.2019 - Bühne

Deborah Hay: Perceptions Unfold. Foto: Tanz im August

Für die taz unterhält sich Katrin Bettina Müller mit Virve Sutinen über den Tanz im August, der am Wochenende mit einem Solo-Stück der 1941 geborenen Choreografin Deborah Hay eröffnen wird: "Vom Tanz wird oft gedacht, vor allem eine Kunst für junge Leute zu sein. Aber das stimmt nicht, nur werden deswegen die Kämpfe ab 40, 50 härter. Deshalb finde ich es fantastisch, das Festival mit dem Solo einer älteren Tänzerin zu beginnen, die noch immer große gestalterische Energie hat. Seit einiger Zeit lernen wir, dass Tanzkarrieren nicht mit 35 oder 41 Jahren enden müssen. Für mich als Kuratorin gibt es einen weiteren Grund, auch ältere Tänzer sehen zu wollen. Das ist die eigene Frustration - man wird dreißig und schaut auf zwanzigjährige, man wird vierzig, fünfzig und schaut immer noch auf zwanzigjährige Körper. Aber man geht doch ins Theater, um sich mit etwas zu identifizieren, Erfahrungen teilen zu können." Im Interview mit Michaela Schlagenwerth in der Berliner Zeitung fordert Sutinen einmal mehr ein Tanzhaus für Berlin.

Weiteres: Im Tagesspiegel ärgert sich Christiane Peitz über die Häme, die Anna Netrebko nach Absage ihres Bayreuth-Debüts über sich ergehen lassen muss: "Wer einen Ausfall annonciert, braucht für Ausfälle nicht zu sorgen."