Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Bühne

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.04.2020 - Bühne

In der New York Times beobachtet Tanzkritikerin Gia Kourlas in einem auch sehr schön bebilderten Text, wie sich mit den neuen Choreografien des Alltags auch unser Verhältnis zum Körper verändert: "Das Gefühl dafür und die Kontrolle darüber, wo wir uns im Raum befinden, ist momentan für alle von Bedeutung. Tänzerinnen und Tänter erfassen das nach Jahren der Sensibilisierung und des Trainings instinktiv. Wenn uns diese Pandemie etwas lehrt, dann das wir in unsere Körper zurückmüssen. Das Leben ist kostbar, und das ist auch Bewegung."

Weitere Artikel: NZZ-Kritikerin Daniele Muscionico trifft die Regisseurin Yana Ross, die am Zürcher Schauspielhaus für die große Ruhe zuständig ist. Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr nicht stattfinden, meldet der Tagesspiegel, und weil gleich die gesamten Jahrgänge umdisponiert werden müssten, werde auch die für diese Saison geplante Neuproduktion des "Ring" voraussichtlich ins Jahr 2022 verlegt werden. Im Tagesspiegel resümiert auch Bernhard Schulz die erste Analyse der Bundesregierung zu den drohenden drastischen Einbußen in Kunst und Kultur. Im Standard blickt Katharina Rustler auf die Situation bildender Künstler in Österreich. In der Berliner Zeitung bemerkt Ulrich Seidler, wie sich die Nachtkritik in Coronazeiten zum Forum für Kulturschaffende wandelt. Und beim Streaming von Theateraufführungen steht mitunter sogar der Regisseur in einem Chat den ZuschauerInnen Rede und Antwort. Heute Abend im Programm des Community Viewing: Falk Richters "Small Town Boy".
Stichwörter: Choreografie

Efeu - Die Kulturrundschau vom 31.03.2020 - Bühne

Im taz-Interview mit Tom Mustroph lotet der Medienwissenschaftler Friedrich Kirschner dagegen aus, wie Theater digitale Formate für sich nutzen können: "Allein mit der Anordnung der Videos im Dienst Zoom kann man herumspielen. Da sind wir am Suchen. Viel Erfahrung kommt aus der freien Szene, die immer viel digital probiert hat, oder aus angrenzenden Künsten, wie der Medienkunst. Sicher ist es aber nicht die Lösung, einfach nur das Theater abzufilmen, das man bisher gemacht hat."

Auf der Nachtkritik fragt die Dramaturgin Katja Grawinkel-Claassen allerdings, ob die Theater sich und der Gesellschaft eigentlich einen Gefallen damit getan haben, aus dem Schockzustand direkt in die digitale Überproduktion zu wechseln: "Man hätte auch sagen können: In dieser nie dagewesenen Ausnahmesituation nehmen wir uns als kulturelle Institutionen zurück, machen eine Pause, setzen auf Entschleunigung, stellen unsere Ressourcen (welche sind das in der Krise?) für andere Zwecke zur Verfügung."
Im FR-Interview mit Markus Decker erzählt Schauspieler Ulrich Matthes vom Leben in der Quarantäne, Fitness im Wohnzimmer und Online-Lesungen, die ihm aber kein Ersatz sein können für einen Abend im Theater: "Da gehen Energien hin und her. Das ist einfach viel schöner und bewegender."

Ein ganz anderes Thema: Luisa Reisinger gehörte zu den großen Bewunderinnen des belgischen Regisseurs und Performance-Künstlers Jan Fabre, dem im Zuge von #MeToo vorgeworfen wurde, seine Position zu missbrauchen. "No Sex no Solo", hieß angeblich seine Devise). Jetzt hat Reisinger ihr gestürztes Idol bei Proben besucht, wie sie in der Zeit erzählt, und fragt sich, ob #MeToo vielleicht nicht nur hierarchischen Strutkuren im Kunstbetrieb getroffen hat, sondern die Kunst selbst: "Ich verlasse das Theater und bin verstört. Hat Fabres Gesprächsverweigerung etwas damit zu tun, dass ich eine junge Frau bin? War es Selbstschutz, empfohlener Sicherheitsabstand? Die Fragen, die ich ihm in der Woche darauf per Mail schicke, beantwortet er erwartbar distanziert. 'Ich knie vor der Schönheit nieder und gebe ihr, was sie verlangt.' Ein typischer Fabre-Satz. Meine Vermutung, dass die neuen Integritätsstandards ihn und seine Kreativität einschränken könnten, verneint er: 'Weil ich an eine offene Gesellschaft glaube, die die Freiheit des Denkens und der Kunst respektiert. Ich glaube, dass Zeit und Liebe die höchste Macht sind. Und ich glaube, dass sich die künstlerische und spirituelle Wahrheit immer offenbart."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.03.2020 - Bühne

Eberhard Spreng betrachtet im Tagesspiegel, wie die Theater in Frankreich, Schweden und der Schweiz auf die Coronakrise reagieren: "Während in Deutschland viele Bühnen Videoaufzeichnungen alter Inszenierungen auf den eigenen Webseiten streamen, bleiben die französischen diesbezüglich zurückhaltend. Der franco-kanadische Autor und Regisseur Wajdi Mouawad hat sich zu einem Audio-Tagebuch der Quarantäne entschieden, die in Frankreich mit einer strengen Ausgangssperre verbunden ist. Er leitet das Théâtre National de la Colline, das fast nur moderne und zeitgenössischen Dramatik zeigt. Hier schreibt er nun Tag für Tag einen Text voller poetisch-philosophischer Exkurse aus der Welt der Isolation, vorgelesen mit etwas pastoraler Stimme. An die Stelle des stolzen Bühnenauftritts ist nun ein zurückgenommener Homo sapiens getreten und sein Denken im Ausnahmezustand."

Weiteres: Die Nachtkritik hat ihren eigenen Nachtkritikstream geschaffen, seit gestern ist dort Christopher Rüpings Brecht-Inszenierung "Trommeln in der Nacht" zu sehen. Den allgemeinen Online-Spielplan gibt es hier.
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Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.03.2020 - Bühne

Die nachtkritik unterhält sich anlässlich des Welttheatertages mit Leitern von Stadt-, Land-, Staats- und Privattheatern über die Folgen der Corona-Krise. Es sind vor allem die Privattheater und freien Künstler, die leiden, soviel ist klar: "Kostenlose Streaming-Angebote zur Überbrückung der Krise, wie sie zur Zeit viele Stadt- und Staatstheater anbieten, kommen für sein Haus nicht in Frage", erklärt zum Beispiel Martin Woelffer, Direktor der Berliner Komödie am Kurfürstendamm. "Man habe das kurz geprüft, dann aber aus kostentechnischen Gründen verworfen. 'In unserer jetzigen Lage noch weitere Kosten zu verursachen, wäre absurd. Das ist nur in den hochsubventionierten Betrieben möglich. Wir müssen 85 Prozent unseres Etats an der Kasse erwirtschaften.' Weil das bei den Privattheatern die Regel ist, prophezeit Woelffer bei Theatern dieses Typs in zwei bis drei Monaten eine große Insolvenzwelle."

Weiteres: Michael Kimmelman streift für die NYT virtuell über den Broadway und lässt sich vom Architekten David Rockwell die Geschichten hinter den Broadwaytheatern erzählen hi. In der taz stellt Katrin Bettina Müller die Theaterautorin Esther Becker vor. Und: der Onlinespielplan der nachtkritik, diesmal mit besonderer Berücksichtigung von Sara Ostertags Inszenierung von Agota Kristofs "Das große Heft".
Stichwörter: Corona-Krise, Streaming

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.03.2020 - Bühne

Heute ist Welttheatertag. Doch statt großer Bühnenkunst: "Der Vorhang zu und so viele Existenzfragen offen", seufzt Christine Dössel, die sich für die SZ in den Theatern der Republik über den Stand der Dinge informiert hat. Neben neuen Auftrittsmöglichkeiten im Netz geht die Tendenz offenbar auch dahin, es künftig etwas ruhiger angehen zu lassen. Ulrich Khuon etwa, vom Deutschen Theater, "sieht für die Zeit nach der Krise einen 'Paradigmenwechsel': 'Wir werden nicht mehr so viel in der Gegend herumjetten in der Meinung, überall gleichzeitig sein und den neuesten Theatertrend aus China genauso wie den aus Russland haben zu müssen.' Er wolle damit keinem 'nationalistischen Regionalismus' das Wort reden, das zu unterstreichen ist Khuon wichtig. 'Aber statt in die Breite wieder mehr in die Tiefe zu gehen, ist sicher nicht nur ein Verlust.'" Man kann den Theatern aber auch mit einem Quarantini zuprosten und den Welttheatertag mit dieser wunderschönen Bilderstrecke feiern, die der Guardian zusammengestellt hat.

Weitere Artikel: Im Interview mit der NZZ macht Intendant Markus Hinterhäuser wenig Hoffnung, dass die Pfingstfestspiele von Cecilia Bartoli oder die Salzburger Festspiele im Sommer stattfinden können. Alex Rühle (SZ) setzt sich in ein leeres Theater und lauscht "seiner inneren Plaudertasche".

In der FR stellt Judith von Sternburg einen digitalen Opernspielplan für die Woche zusammen, mit Verdis "Il Trovatore" an der Bayerischen Staatsoper, Erich Korngolds "Die tote Stadt" an der Deutschen Oper Berlin oder Wagners "Lohengrin" in Stuttgart. Die nachtkritik bietet wie immer einen digitalen Theaterplan, diesmal mit Schwerpunkt auf der "Taylor AG" von Franz von Strolchen am Luzerner Theater.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.03.2020 - Bühne

In der Zeit fürchtet Peter Kümmel um die Bühnen in Deutschland. Was wird nach dem großen Corona-Shut-Down von dieser einmaligen Vielfalt noch übrig sein? "Viele Theater und Künstler sind in ihrer Existenz bedroht. Große staatliche und städtische Bühnen haben mit enormen Ausfällen zu kämpfen, aber wenigstens beziehen ihre Schauspieler und Techniker und Bühnenarbeiter ein festes Gehalt. (In den USA hingegen hat die New Yorker Metropolitan Opera gleich ihren Chor und ihr Orchester vor die Tür gesetzt.) Bei den freien Bühnen und Künstlern sieht das anders aus. Die 54.000 freien Musiker in Deutschland leben im Schnitt von weniger als 14.500 Euro jährlich. Die vielen freien Schauspieler sind in keiner besseren Lage. Hier stehen etliche vor dem Nichts".

In der nachtkritik plädiert die Schauspielerin Lara-Sophie Milagro dafür, in der Krise nicht nur Inszenierungen online zu stellen, sondern über die Gesellschaft als ganzes nachzudenken: "Die Kunst, das Theater könnte während und nach dieser gewaltigen Krise eine große, weil visionäre und identitätsstiftende Rolle spielen: Worin bestand das 'Wir' vor Corona, wer genau ist momentan gemeint, wenn 'wir' jetzt alle zusammenhalten müssen und vor allem: Wer wird 'Wir' sein, wenn die Krise vorbei ist? Werden 'wir' als Gesellschaft, als Kunst- und Kulturschaffende diesen historischen Moment nutzen, um strukturelle Schieflagen und ausgrenzende Wir-Definitionen endlich grundsätzlich in Frage zu stellen oder gar abzuschaffen?" Trotzdem: der digitale Spielplan der nachtkritik.
Stichwörter: Corona

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.03.2020 - Bühne

Von She She Pop bis zum Grips Theater ist die Stimmung düster bis verzweifelt, weiß Esther Boldt in der taz nach einer kleinen Umfrage unter freien Theatern in Berlin. In der Berliner Zeitung empfiehlt Florian Thalmann, Kulturschaffenden zu unterstützen, die ihre Stücke oder Konzerte nun im Stream kostenpflichtig machen. Margarete Affenzeller verzeichnet im Standard, dass die großen "Festivaltanker" des österreichischen Sommers - die Wiener Festwochen, Salzburger Festspiele, Impulstanz - noch nicht abgesagt wurden.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.03.2020 - Bühne

Milo Raus "Antigone im Amazonas" Bild: International Institute of Political Murder

Auch Milo Rau musste sein Projekt am Amazonas abbrechen, wo er mit seinem International Institute of Political Murder und AktivistInnen der Landlosenbewegung und Indigenen die "Antigone" des Sophokles inszenieren wollte. In der taz berichtet er wie immer sehr engagiert von seinen Erlebnissen: "'Ungeheuer ist viel, aber nichts ist ungeheurer als der Mensch', so heißt es im ersten und berühmtesten Chorgesang der 'Antigone'. Die Hybris der alten Griechen, die in Holzbooten über das Mittelmeer fuhren oder sich mit einfacher Medizin gegen den Tod wehrten, erscheint im Zeitalter der globalen Wirtschaft fast kindlich. Direkt neben dem besetzen Landgut, auf dem wir bis Donnerstag die 'Antigone' inszenierten, frisst sich die größte Eisenerzmine Lateinamerikas in den Wald. Täglich werden von den von Bolsonaro gedeckten Milizen Umweltaktivist*innen ermordet. Die Zeichen der Apokalypse sind überdeutlich: Vergangenen August regnete es Asche auf São Paulo. "

In der NZZ sorgt sich Christian Wildhagen  - bei aller Freude über kreative Lösungen oder vereinzelte Streaming-Ereignisse - um die Zukunft des Theater- und Opernbetriebs: "Schon bei der derzeit verordneten Dauer des Shutdowns werden die Einnahmeausfälle von Veranstaltern, Opernhäusern und Theatern in die Millionen gehen - die vielerorts laufenden Initiativen, auf Ticket-Rückerstattungen zu verzichten, können dies niemals aufwiegen. Noch prekärer ist bereits jetzt die Situation vieler freischaffender Künstler und Ensembles, die von ihren Engagements leben müssen. Die mittlerweile in vielen Staaten beschlossenen Hilfsmaßnahmen werden soziale Härten bestenfalls abmildern, aber auf längere Sicht kaum einen kulturellen Aderlass verhindern."

Manuel Brug beobachtet in der Welt Regisseur Ersan Mondtag, dessen Inszenierung von Rued Langgards "Antichrist" eigentlich an der Deutschen Oper hätte Premiere haben sollen, beim Genrewechsel. Aber auch wenn sich Mondtag mit markigen Worten zitieren lässt - "Mit Theater bin ich durch, jetzt kommt Oper" - fragt sich Brug, wie freiwillig dieser Wechsel wohl ist: "Schnell hochgespült wurde er. Frankfurt, Münchner Kammerspiele, Berliner Ensemble, Thalia Theater, Schauspiel Köln versorgte Mondtag unermüdlich. Eine gewisse Aufrührerroutine wurde da spürbar, Gelangweiltsein, Unlust, der Zwang, sich dauernd selbst übertrumpfen oder zumindest einem Ruf gerecht werden zu müssen. Kein ganz neuer Vorgang für ein schnell hochgepushtes Nachwuchstalent."

Weiteres: Gewohnt zuverlässig stellt die Nachtkritik den Online-Spielplan für die Bühnen zusammen. Im Tagesspiegel stellt Christiane Peitz die neue Programmplattform Berlin@live vor, die auf Streamings von der Bücherei-Lesung über Oper und Konzert bis zur Quarantäne-Performance verlinkt.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.03.2020 - Bühne

Christopher Waltz' "Fidelio"-Inszenierung im Theater an der Wien. Foto: Monika Rittershaus

Wenn Christoph Waltz im Theater an der Wien Regie führt, ist das mehr als ein Marketing-Einfall, versichert Helmu Mauró in der SZ nach der gestreamten Premiere von Beethovens "Fidelio". Schon das Bühnenbild hat den Kritiker fasziniert: "Man hat oft den Eindruck, dieser Raum habe mehr als drei Dimensionen: eine beeindruckend sinnliche Abstraktion, die den Darstellern nicht in die Quere kommt, in der man sich allerdings auch nicht verstecken kann; sie lenkt nicht von Einzelnen ab. Hier zeigte sich die führende Regiehand, die zwar die opernhaft verhunzten Sprech-Dialoge nicht korrigieren konnte, den unterschiedlich agierenden und singenden Protagonisten jedoch Halt gab. Die Leonore der Nicole Chevalier brilliert nicht nur stimmlich in dieser Produktion, sie überzeugt als zentrale Heldin der Oper ohne heldische Gesten, sie wirkt oft zurückgenommen, um desto souveräner zu strahlen. Leonore ist ja, ohne ständig präsent zu sein, das dramatische Rückgrat."

Standard-Kritiker Ljubisa Tosic ist auch ganz zufrieden: "Wer vom Opernsofa aus (auf ORF2) dabei war, spürt bereits in der Ouvertüre, dass konzentriert und in besonderer Atmosphäre gearbeitet wurde. Dirigent Manfred Honeck und die Wiener Symphoniker, die auch bei ihren letzten Publikumskonzerten überragende Form bewiesen, klangen impulsiv und fokussiert, wenn es darum ging, die scharfen Akzente herauszumeißeln, welche dem Dirigenten vorschwebten." In der FAZ lässt dagegen ein recht missmutiger Reinhard Kager kein gutes Haar an der zwischen M.C. Escher und Panzerkreuzer Potemkin oszililierenden Inszenierung: "Ob es sinnvoll war, die Gesundheit der Mitwirkenden an diesem 'Fidelio' zu riskieren, mag auch angesichts des im Programm von ORF2 Gesehenen bezweifelt werden."

Weiteres: In der Nachtkritik berichtet Sascha Westphal vom Online-Symposium "Staging Complexity". Und natürlich stellt die Nachtkritik auch den täglichen Online-Spielplan zusammen. Tilman Baumgärtel verfolgte für die taz das ins Internet verlegte verlegte Festival "Spy On Me" am HAU.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.03.2020 - Bühne

"Ich schließe nicht aus, dass wir bis zur Sommerpause keinen Spielbetrieb haben werden", sagt im taz-Gespräch mit Tom Mustroph Annemie Vanackere, Intendantin des Berliner Hebbel am Ufer. Zudem sorgt sie sich um die langfristigen Folgen des Social Distancing: "Nadia Ross von der kanadischen Gruppe STO Union, die 'Spy on Me #2' eröffnen sollte, hat mir erzählt, wie lange Kanada brauchte, sich von der Sars-Epidemie 2003 zu erholen. Auch damals ging es darum, soziale Distanz einzuhalten, um die Ansteckung einzudämmen. Als die Normalität zurückkommen durfte, hatten die Menschen Scheu, wieder in Theaterräume zu gehen, wo man Ellenbogen an Ellenbogen sitzt."

So düster blickt die Schweizer Theaterszene nicht in die Zukunft, weiß Daniele Muscionico, die sich für die NZZ umgehört hat: "Das Theater Basel (…) startete Zuschauerumfragen, erkundigte sich nach dem Befinden der Abonnenten und nach ihrer Absicht, im September wiederzukommen. Sie sei nach nur kurzer Reaktionszeit von einem überaus positiven Rücklauf und von Zeichen der Solidarität überrascht worden, meint die kaufmännische Direktorin Henriette Götz."

Weitere Artikel: Der Tagesspiegel hat ein Video online gestellt, in dem der russische Theaterregisseur Kirill Serebrennikow Empfehlungen für die Zeit der Isolation gibt. Im Standard porträtiert Helmut Ploebst den deutschen Choreografen Martin Schläpfer, der ab der kommenden Spielzeit die Leitung des Wiener Staatsballets und die künstlerische Leitung der Ballettakademie übernehmen wird. Für die taz hat Marlene Militz eine Liste mit digitalen Angeboten von Berliner Bühnen zusammengestellt. Die Nachtkritik hat ebenfalls einen Online-Spielplan zusammengestellt. In der FR gratuliert Peter Iden dem Regisseur Peter Brook zum 95. Geburtstag.