Jürgen Müller
unterhält sich für die
FAZ mit der DDR-Designerin
Christa Petroff-
Bohne, deren
schlicht funktionale Edelstahl-Entwürfe immer noch zeitlos wirken und erst allmählich wieder wertgeschätzt werden.
DDR-
Design lehrt auch heute noch, "aus wenigem möglichst viel Sinnvolles, Haltbares und Langlebiges zu machen", sagt sie. "Es gehörte in der DDR auch eine große Bereitschaft dazu, sich mit
Widrigkeiten auseinanderzusetzen. Da in der DDR, anders als in vielen westlichen Unternehmen, nicht der Profit die Industrieproduktion antrieb, waren die
Widerstände gegen etwas Neues oft erheblich. Design bedeutet in jedem Falle eine Änderung von eingefahrenen Routinen. Da war oft viel Behäbigkeit im Raum." Im Design der Gegenwart beobachtet sie "
große Verschwendung und viel Überflüssiges. Defekte Produkte, zu deren Wiederherstellung Baugruppen oder nur Kleinteile ausgewechselt werden müssten, werden entsorgt."
In der
SZ schreibt David Pfeier über den
nostalgischen Appeal im Produktdesign, der den bloßen Trend- und Modestatus längst überschritten hat und als Konstante anzusehen ist. Studien belegen überdies, dass Nostalgie "ein gutes Mittel gegen Einsamkeit sei" und generell dem Wohlbefinden diene: "So gesehen ist die Nostalgie
das positivste Gefühl der Jetztzeit, ein freundlicher Narzissmus. Und die Produkte, die sie mit sich bringt, stellen den Wunsch nach Verbindung dar."