Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.04.2016 - Design

Die Modeindustrie geht zur Skinny Jeans auf Distanz, beobachtet Elena Beregow vom Freitag. Für die FAZ hat Felicitas Rhan die Ausstellung "Alles neu - 100 Jahre Neue Typografie und Neue Grafik in Frankfurt am Main" im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt besucht.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.04.2016 - Design


Meadham Kirchhoff, SS 2013 Presentation Image courtesy of NOWFASHION and Meadham Kirchhoff

Noch kennt man selten ihre Namen, aber der Trend sagt: Männer-Models werden immer populärer, meint Marion Löhndorf in der NZZ. Und sie schaffen ein neues Männerbild, wie man zuletzt in der Schau "Mad About the Boy" im London College of Fashion beobachten konnte: "Nicht zuletzt sieht die Modeindustrie junge Männer als Sexobjekte. Doch während sich die Gesellschaft der Sexualisierung sehr junger weiblicher Models gegenüber in den vergangenen Jahren immer mehr sensibilisiert hat, ist von dieser Entwicklung hinsichtlich männlicher Teenager noch nichts zu spüren. Offenbar ist man der Auffassung, dass junge Männer selbst auf sich aufpassen können. Dabei verschwimmen die Grenzlinien zwischen Mode und Voyeurismus oft. In den Fiktionalisierungen der Mode wird das Stadium zwischen Kindheit und Erwachsensein als Niemandsland der unbegrenzten Möglichkeiten zunehmend fetischisiert."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.04.2016 - Design



Interessant, aber etwas anschaulicher hätte sich Brigitte Werneburg eine Londoner Ausstellung im Victoria & Albert Museum zur Geschichte der Unterwäsche gewünscht, schreibt sie in der taz: "Einfach, um die Geschichte der Unterwäsche nicht ganz so kurz angebunden, dafür etwas bunter und anekdotenreicher, mithin anschaulicher zu erzählen. Dass das V & A in seiner Sammlungsgeschichte verfolgt, wie David Beckham und H & M 2012 über Bodywear (wie Unterwäsche heute heißt, weil sie sich ja von Sport- und -Funktionswäsche oft nicht mehr wirklich unterscheidet) ins Geschäft kamen, ist interessant und richtig. Trotzdem vermisst man gerade im V & A Diane Vreeland und ihre apokryphe Behauptung, sie habe in ihrem Wäschegeschäft nahe dem Berkeley Square 1933 Wallis Simpson drei luxuriöse Nachtgewänder verkauft, just vor deren erstem Wochenende mit dem Prince of Wales."

Besprochen wird außerdem die Ausstellung "Mode-Utopien: Haute Couture in der Grafik" im Museum für angewandte Kunst in Wien (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.04.2016 - Design

Der Designbranche geht die Kundschaft aus, die sich den Ruch des Exklusiven und des Fortschritts etwas kosten lässt, bemerkt SZler Jörg Häntzschel bei seinem desillusionierenden Besuch der Mailänder Möbelmesse. Statt sich ihrer Stärken zu besinnen, werden nun die Klassiker der Moderne verramscht: "Während es doch gerade die Aura des Zeitlosen ist, die diese Klassiker ausmacht, tut man alles, um sie zu entauratisieren. Sie sollen modisch und nett aussehen, nicht klassisch, sollen erschwinglich wirken, nicht teuer. Ganz vergessen hat die Design-Branche, dass ihre Herkunft ja in Gestaltungsideen für Krisen- und Umbruchszeiten wurzelt. Müssten hier nicht längst Möbel für kleine Wohnungen produziert werden, Möbel für Sesshaftigkeit und Mobilität, Möbel für Alte, Möbel für das Digitalzeitalter?"

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.04.2016 - Design

Für die NZZ hat sich Andrea Eschbach auf der Mailander Möbelmesse "Salone Internazionale del Mobile" umgesehen.
Stichwörter: Mailänder Möbelmesse

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.04.2016 - Design

In der Schweiz sorgen Lederhandtaschen, die so aussehen, als befände sich eine Pistole in ihnen, für Aufregung, berichtet Andreas Hartmann in der taz.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.04.2016 - Design

Julia Bähr greift in der FAZ die Debatte über die speziell auf Musliminnen zugeschnittene Kleidung auf. Das etwa von Elisabeth Badinter geforderte und in Frankreich kontrovers diskutierte Verbot keuscher Kleidung findet sie schwierig: "Die Entwürfe zeigen keine nackten Schultern oder Beine, doch sie betonen zumeist die Taille. Die religiöse Zuschreibung ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Das stellt die Forderung nach einer legislativen Lösung vor Probleme: Wie sollte man diese Art islamischer Mode verbieten, ohne das Verdecken von Knien im Allgemeinen zu verbieten? Die Kleider würden sich ganz sicher auch hierzulande in den Modeketten gut verkaufen, landeten jedoch direkt in den orientalischen Ländern, auf die sie zugeschnitten waren." (Foto: Zabbary von Belkis Baharcieva)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 31.03.2016 - Design


Alexander Girard, arm chair No. 66310, 1967, series production by Herman Miller Furniture Co., collection Vitra Design Museum

Gabriele Detterer betrachtet für die NZZ mit wachsender Begeisterung die wunderbar bunten Entwürfe des Designers Alexander Girard, dem das Vitra Design Museum in Weil am Rhein gerade eine Ausstellung widmet: "Nach der Anstellung als Chefdesigner des Radioherstellers Detrola in Detroit übernahm er 1951 die Abteilung Textildesign der Möbelfirma Herman Miller. Diese Schaffensphase vergegenwärtigt das Vitra-Design-Museum mit einem wahren Farbenrausch an Stoffbahnen. So viel Einfallsreichtum! Als Grundelemente der Dekors verwendete Girard Schriftzeichen des Alphabets, Sinnbilder der Natur und die Herzform als Symbol der Liebe. Geometrische Zeichen reihen sich in den 1960er Jahren zu flirrender textiler Op-Art. Diskret gestaltet ist hingegen das Stoffmuster Trispot für den 1956 von Charles & Ray Eames realisierten Schaukelstuhl RAR."

Jacques Hyzagi erzählt sehr ausführlich im Observer, wie er eines der ganz seltenen Interviews mit der japanischen Modedesignerin Rei Kawakubo von Comme Des Garçons gemacht hat, wie keiner aus den hübschen Magazinen es haben wollte (sie schaltet keine Anzeigen in Vogue) und wie die Elle es am Ende sterben ließ, so dass niemand es je lesen darf: "Das Interview, das laut Kawakubos Ehemann das beste war, das sie je gegeben hat? Es wird für ewig in einer Gruft bei Elle und einem durch einen Vertrag gebundenen Autor versteckt bleiben..." (Bild: Entwurf aus ihrer jüngsten Kollektion).

Sehr angeregt geht Christian Thomas von der FR durch eine Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst, die sich mit "100 Jahre Neue Typografie und Neue Grafik in Frankfurt am Main" befasst: Frankfurts "Modernisierungswille (...) wurde forciert durch einen entschiedenen Gestaltungswillen. ... Ausdruck des allgemeinen Optimismus war eine neue Grafik, vor allem eine neue Typografie, angefangen mit der Futura-Schrift. Futura - das war nicht so dahingesagt, denn es galt, die Zukunft zu gestalten." (Bild: Schriftmusterheft, Futura. © Sammlung Albinus, Museum Angewandte Kunst)

Besprochen wird außerdem die Ausstellung "Textildesign - Vom Experiment zur Serie" im Bauhaus-Archiv in Berlin ("visuell anziehend", urteilt Christiane Meixner im Tagesspiegel).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.03.2016 - Design

Gunda Bartels vom Tagesspiegel ist voll des Lobes über die Ausstellung über DDR-Gebrauchsgrafik, die derzeit im Berliner Museum der Dinge zu sehen ist und gegen das Klischee, der Osten sei bloß grau und ästhetisch verwahrlost gewesen, entschieden vorgeht. Insbesondere den ebenfalls ausgestellten Werner Klemke hebt Bartels hervor: Der neben seinen Tätigkeit als Dozent und Schulbuchillustrator auch "Hausgrafiker des Magazins [war], dessen charmant-frivoler Ruf nicht nur auf der obligatorischen Aktfotostrecke, sondern auch auf Klemkes geradezu französisch leichter Covergestaltung fußte. Eine Art grafischer Hochkultur."

Stichwörter: DDR-Design, Klemke, Werner

Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.03.2016 - Design


Sparsames Produkt: DDR-Designarbeit. Bild: Museum der Dinge

In der DDR waren Werner Klemkes Designarbeiten allgegenwärtig, schreibt Jens Bisky in der SZ. Eine Ausstellung im Museum der Dinge in Berlin bietet nun eine Gelegenheit zum Wiedersehen, die Bisky dankbar wahrgenommen hat: "Der Minimalismus der Gestaltung gewinnt heute einen eigenen Reiz. Die DDR liegt nun lange genug zurück, um deren versunkene Warenwelt nicht länger nostalgisch oder aburteilend zu betrachten. Der Blick ist frei für gelungene Lösungen, gutes Handwerk, recycling-freundliche, Reparaturen ermöglichende, im Materialverbrauch sparsame Produkte."