
Die
Jungle World befasst sich im thematischen Schwerpunkt mit
schlichten Designmöbeln von Bauhaus bis Ikea. Paul Verlautenheide
wirft den
Linken ihren Dünkel vor, auf den man immer dann stößt, sobald es um Design geht. Dabei ist Links-Sein und Design doch geradezu bestens miteinander vereinbar: Denn "die Suche nach Schönheit ist eine allgemeinmenschliche Angelegenheit, sie entspricht einem
elementaren Bedürfnis. Schönheit muss deshalb allen Menschen zugänglich gemacht werden. Oscar Niemeyer drückte die Konsequenz dieser Idee sehr einfach aus: 'Der Architekt übt seine Funktion nur dann wirklich aus, wenn er seinen Beruf bewusst als politische Tat begreift.' Das gilt für Gestaltung im Allgemeinen. Design ist nicht einfach die Formgebung einer Oberfläche, es meint in seiner primären und emphatischen Bedeutung
die
Gestaltung von Lebensumständen. Es ist materialistisch im eigentlichen und ursprünglichen Sinne." (
Bild: Afrikanischer Stuhl von Marcel Breuer (Entwurf Gestell) und Gunta Stölzl (Gestaltung textile Teile), 1921. Bauhaus-Archiv)
Außerdem in der
Jungle World: Martina Mescher
erklärt, wie es dazu kam, dass die DDR den
Bauhaus-
Stil gerade nicht umarmte, sondern sich stattdessen in den "realsozialistischen Biedermeier" flüchtete. Mit Ikeas
"Ivar" kam in den 60ern und 70ern zumindest ein Hauch von Revolution in die Wohnstuben,
schreibt Uli Krug. Und Julia Hoffmann
spricht mit
Van Bo Le-
Mentzel über Wohnraum und seine
HartzIV-
Möbel zum Selberbauen.