Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

981 Presseschau-Absätze - Seite 81 von 99

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.06.2016 - Design

Alfons Kaiser schreibt in der FAZ zum Tod des Modefotografen Bill Cunningham (hier ein großes Feature über Cunningham im New Yorker aus dem Jahr 2009). In seinem Typografieblog befasst sich Dave Addey mit den Schriftsätzen in Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker "Blade Runner".

Außerdem ein traumhaft schöner Stöberlink: Ein großes Flickr-Set mit Designs alter japanischer Streichholzschachteln. (via)



Stichwörter: Scott, Ridley, Blade Runner

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.06.2016 - Design


Krachend futuristisch: Das Modell Carabo. Bild: Alfa-Romeo-Museum.

Mit sichtlichem Vergnügen hat Niklas Maak für die FAZ das von Benedetto Camerana entworfene, wiedereröffnete Alfa-Romeo-Museum bei Mailand besucht: Nicht nur das Gebäude behagt ihm - "Es ist, als rauschte dem technokratischen grauen Kasten das Blut in die Adern" -, sondern auch die Autodesigns, die er hier zu Gesicht bekommt: Es offenbart sich eine "Formgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, die von den röhrenden, zitternden, krachend lauten Rennwagen, die die Futuristen so begeisterten, hinführt zu den vom Versprechen der Mondlandung geprägten, eher schwebenden Zukunftsphantasien ... Es ist das von Bertone entworfene Modell Carabo, das aus der Tiefsee, einem Vulkan oder aus dem All herausgeschleudert worden zu sein scheint und den Übergang von der Metall- und Glasmoderne zum Plastikzeitalter markiert."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.06.2016 - Design


Vlisco, Stoffmuster VLA2048.005.06

Ursprünglich waren die im 19. Jahrhundert von der niederländischen Firma Vlisco aufwändig bedruckten Stoffe für Indonesien vorgesehen, wo sie sich allerdings nicht durchsetzen konnten. Heute gelten sie als begehrte Statussymbole - allerdings in Afrika, wo die Stoffe einst Zwischenstation machten, erklärt Jonathan Fischer in der SZ, der die Manufaktur besucht und sich mit Designerin Marjam Degrout unterhalten hat: "Verschiedene Farbspektren bedienen verschiedene lokale Märkte. Die Grafik aber schöpfe einerseits aus weltweiten Quellen: Pflanzen- und Tiersymbole, indische Folklore, islamische Geometrie oder äthiopisch-koptische Kirchenkunst. Im Vlisco-Archiv mit über 350 000 Stoffmustern finden sich viele Beispiele. Aber auch der Alltag und der Status drücken sich in den Designs aus. Seit den Siebzigerjahren spiele Technik eine Rolle: Zündkerzen, Ventilatoren oder Computer seien populäre Motive."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.06.2016 - Design

Korsett aus der Korsett aus der "overlook"-Kollektion von Alexander McQueen 1999. Foto: Victoria and Albert Museum
Modedesigner lassen sich für ihre Defilees immer öfter vom Kino inspirieren, meint Marisa Buovolo in der NZZ. Meister der Anverwandlung war der früh verstorbene Alexander McQueen: "Mit schöpferischer Kraft hat McQueen aus den Fragmenten des Kinos einen neuen Kosmos geschaffen. Nehmen wir den Schauplatz des Overlook-Hotels aus Kubricks 'The Shining', der in zahlreichen Fashion-Shows meist plakativ reproduziert wird - etwa in einem Gucci-Defilee von 1999. Statt aber den Film nur fad zu zitieren, hat McQueen für die Präsentation seiner Kollektion 'The Overlook' von 1999 Kubricks symbolträchtiges Hochgebirgs-Hotel in einen Plexiglas-Kubus inmitten einer tiefverschneiten Landschaft verwandelt. Die Models treten als zerbrechliche Tänzerinnen auf Schlittschuhen auf und präsentieren in opulenten Pelzen, Pullovern und Parkas in Pink eine moderne Vision von Luxus. Luxus als Horror?"

Mehr zu dieser Schau im VAM und hier das Defilee:



Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.06.2016 - Design

Mit Adorno im Gepäck widmet sich Roger Behrens in der Jungle World einer dialektischen Kulturgeschichte des Wohnens und des Möbeldesigns.

Stichwörter: Möbeldesign

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.06.2016 - Design

Die Jungle World befasst sich im thematischen Schwerpunkt mit schlichten Designmöbeln von Bauhaus bis Ikea. Paul Verlautenheide wirft den Linken ihren Dünkel vor, auf den man immer dann stößt, sobald es um Design geht. Dabei ist Links-Sein und Design doch geradezu bestens miteinander vereinbar: Denn "die Suche nach Schönheit ist eine allgemeinmenschliche Angelegenheit, sie entspricht einem elementaren Bedürfnis. Schönheit muss deshalb allen Menschen zugänglich gemacht werden. Oscar Niemeyer drückte die Konsequenz dieser Idee sehr einfach aus: 'Der Architekt übt seine Funktion nur dann wirklich aus, wenn er seinen Beruf bewusst als politische Tat begreift.' Das gilt für Gestaltung im Allgemeinen. Design ist nicht einfach die Formgebung einer Oberfläche, es meint in seiner primären und emphatischen Bedeutung die Gestaltung von Lebensumständen. Es ist materialistisch im eigentlichen und ursprünglichen Sinne." (Bild: Afrikanischer Stuhl von Marcel Breuer (Entwurf Gestell) und Gunta Stölzl (Gestaltung textile Teile), 1921. Bauhaus-Archiv)

Außerdem in der Jungle World: Martina Mescher erklärt, wie es dazu kam, dass die DDR den Bauhaus-Stil gerade nicht umarmte, sondern sich stattdessen in den "realsozialistischen Biedermeier" flüchtete. Mit Ikeas "Ivar" kam in den 60ern und 70ern zumindest ein Hauch von Revolution in die Wohnstuben, schreibt Uli Krug. Und Julia Hoffmann spricht mit Van Bo Le-Mentzel über Wohnraum und seine HartzIV-Möbel zum Selberbauen.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.05.2016 - Design

Vor einem halben Jahr sprang der belgische Modedesigner Raf Simons als Chefdesigner von Dior ab. Der Rhythmus wurde ihm zu irre, für manche Kollektionen hatte er gerade mal einen Monat Zeit, erzählt er im Interview mit der FAZ. Da enwirft er lieber Möbel oder Stoffe für Kvadrat: "Was ich mache, ist sehr speziell. Ich will nicht von allen geliebt und bewundert werden für das, was ich tue. Ich bin glücklich, wenn es einer Nische gefällt. Es fällt auch vielen Menschen heute schwer, Dinge zu begreifen. Sie sind zu schnell in ihrem Urteil. Heute geht es ums Sehen. Als ich jung war, ging es darum, Dinge zu verstehen oder etwas herauszufinden. Bei vielen Kunstwerken hat es zehn Jahre gebraucht, bis ich sie verstanden habe. Manche Kunst, die ich mag, verstehe ich bis heute nicht. Das lässt mich nicht los. Ich lasse die Werke nicht einfach an mir vorbeiziehen. Jetzt wird's aber schon sehr philosophisch hier." (Bild: neu bezogener Franco-Albini-Sessel. Foto © Kvadrat)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.05.2016 - Design


Michel de Klerk, Anrichte, 1916-1917, Stedelijk Museum.

Die Architektur der Amsterdamer Schule ist bestens bekannt, ihr Wohndesign weit weniger. Schon deswegen leistet das Stedelijk Museum "Pionierarbeit" mit seiner Schau "Wohnen in der Amsterdamer Schule - Entwürfe für das Interieur 1910 - 1930", meint in der SZ Laura Weißmüller: "Die Gestalter wollten eine schönere Welt für jeden entwerfen, für den Bankdirektor wie für den Werftarbeiter. Dass ihnen das in der Architektur tatsächlich gelang - viele der Backsteinhäuser entstanden als sozialer Wohnungsbau - hatte mehr mit der Stadt als mit den Schöpfern zu tun. Denn der aufwendige Dekor, die geschwungenen Fassaden, Metallgitter und Schnitzereien kosteten. Amsterdam zahlte - und verbot gleichzeitig, dass sich die Architekten mit der Innengestaltung beschäftigten. Vermutlich aus pragmatischen Gründen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.05.2016 - Design

Im Guardian preist Simon Garfield den Gestalter und Typografen Willem Sandberg, der auch Direktor des Amsterdamer Stedelijk Museums war. Der De La Warr Pavilion in Bexhill-on-Sea widmet ihm eine große Retrospektive, die zeigt, wie ungeheuer fortschrittlich Sandberg dachte. Er lehnte alles Formale und Ehrfurchtsvolle ab, er bevorzugte das Spielerische, Mutige und Verstörende. Sein Credo verfasst er allerdings in Versform:

"i believe
in warm printing…
… I don't like
luxury in typography
the use of gold
or brilliant paper
i prefer the rough
in contour and surface
torn forms
and wrapping paper."
(Bild: Poster des Stedeiljk Museum Amsterdam, 1949)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.04.2016 - Design

Luxusmarken wollen genau bestimmen, wer ihre Produkte trägt. Geld allein genügt nicht, sich zu qualifizieren, lernt die Daily Mail, die mehrere "normale" Frauen losschickte, eine Hermes-Handtasche (Foto), genauer eine Birkin- oder Kelly-Bag (6000 - 35.000 Pfund) zu kaufen. Überall das gleiche Spiel: "On London's Sloane Street, awash with wealthy Arab women and designer shops, it's the same story. A liveried doorman waves me into the gleaming Hermes emporium and I make my way to the handbag display. But when I announce 'I'd like to buy a Birkin handbag, please,' the sales assistant raises an eyebrow and a chill seems to fall around the counter. ... Auction house expert Max Brownawell explains: 'Your average woman can't just walk into Hermes and buy one. You'd have to have a long-standing relationship with one of their sales associates.'"