Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Musik

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.02.2019 - Musik

Für die taz plaudert Andreas Fanizadeh mit Dirk von Lowtzow, der mit seinem Buch "Aus dem Dachsbau" gerade eine autobiografische Enzyklopädie veröffentlicht hat, über Jugendfreundschaften, die Magie folkloristisch angehauchter Kinderbücher aus England und die ersten tappsigen Schritte in Richtung Punk, als man sich in der Provinz ein Herz fasste und kurzerhand die Goldenen Zitronen in Hamburg besuchen wollte: "Wir sind dorthin, haben angeklopft. Da war aber nur ein anderer Punktyp. Der sagte: Die sind auf Tour. Wir waren halt etwas naiv damals. Dann kam diese Punkphase. Wir haben unsere eigenen Bands gegründet, von den Zitronen beeinflusst. Fun-Punk, bald dann ein bisschen anders."

Im großen taz-Gespräch schwärmt die Jazzerin Antje Rößeler von Berlin als Jazzstadt, auch wenn man in der Stadt als Musikerin dennoch kaum überleben kann. "Ohne die Jobs an der Musikschule ginge es bei mir gerade nicht. ... Die Bezahlung steht leider oft nicht im Verhältnis. Die Empfehlung der Union deutscher Jazzmusiker ist mindestens 250 Euro Konzerthonorar. Mag sein, dass große Festivals so was zahlen, aber die kleinen Clubs, wo ich spiele, eher nicht. In der Donau waren wir zu dritt, und der Hut ging rum."

Weitere Artikel: Ulrich Gutmair meldet in der taz, dass die Pet Shop Boys sich mit ihrer neuen EP "Agenda" von ihrer sozialdemokratischsten Seite zeigen. Wilhelm Sinkovicz gibt in der Presse Tipps zu Klassik- und Opernangeboten im Netz. Besprochen wird Jeff Tweedys "Warm" (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.02.2019 - Musik

In der taz spricht der unter dem Namen Efdemin auftretende Rave-Klangkünstler Phillip Sollmann über das Spannungsvervältnis, wenn man Unterhaltungsanspruch auf dem Dancefloor mit Kunstanspruch vermählen will. Beim Blick auf früheres Clubbing wird er nostalgisch: "Ausgehen ist extrem professionell geworden. Man macht sich viele Gedanken dazu, wie man aussieht und wann man wohin geht. Momente des Loslassens, des Genießens, die in den Anfangstagen von Techno sehr wichtig waren, scheinen mir da verloren zu gehen." Im Club Bassiani in Tiflis gibt es so eine Oase immerhin noch: "Man kann manchmal 30 Minuten nichts sehen, weil das Licht aus ist und Nebel im Raum steht. Die Leute tanzen dann einfach nur. Ein wunderbar hedonistischer Ort."

Weitere Artikel: In der Zeit porträtiert Jens Balzer die katalanische Flamenco-Sängerin Rosalía. Ji-Hun Kim singt im Freitag ein Loblied auf die aus Sibirien stammende Techno-DJ und -Labelbetreiberin Nina Kraviz. Für die Welt blickt Denis Sand zurück auf das, was von der Emo-Welle der 00er-Jahre übriggeblieben ist (freilich ohne zu erwähnen, dass die Wurzeln dieser Musik ja eigentlich in den 80ern liegen).

Besprochen werden ein von Yannick Nézet-Séguin dirigiertes Konzert der Berliner Philharmoniker (Tagesspiegel) und Philipp Bloms Buch "Eine italienische Reise", in dem der Autor davon erzählt, wie er den Hersteller einer 300 Jahre alten Violine, in die sich der Autor verliebt hat, ausfindig zu machen versucht (NZZ).
Stichwörter: Efdemin, Techno, Rave

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.02.2019 - Musik

Von den langsam, aber sicher doch spürbar zu ermüden beginnenden Debatten darum, ob die Elbphilharmonie denn nun akustisch ein Debakel ist oder nicht, hat Florian Zinnecker auf ZeitOnline nun langsam mal wirklich genug und, ja, wer könnte es ihm verdenken. "Ein Konzertsaal ist kein Musikinstrument mit eigenem Klangcharakter", schreibt er seinen Kollegen ins Gebetbuch, "sondern der Rahmen für ein Kunstwerk, für dessen Gelingen in jedem Fall die ausführenden Künstler zuständig sind." Und er berichtet von den Umstände jenes die Debatte neu entfachenden Konzerts im Januar, als Jonas Kaufmann an manchen Orten im Saal nicht zu hören war: Der Tenor sang mitunter Stücke außerhalb seiner Stimmlage, "begleitet wurde Kaufmann vom Sinfonieorchester Basel unter der Leitung eines Dirigenten, der zwar das Werk und den Solisten, nicht aber den Saal gut kannte. Kaufmann stand vorn an der Rampe, den Dirigenten und das Orchester im Rücken und drei Viertel des Auditoriums neben, hinter und über, aber nicht vor sich. Das Orchester, unter dem Schallreflektor, blühte auf, Kaufmanns ohnehin sehr dunkle Tenorstimme war zugedeckt."

Sehr dankbar zeigt sich Wilhelm Sinkovicz in der Presse über eine sorgfältige digitalen Restaurierung von Furtwängler-Aufnahmen der Berliner Philharmoniker aus den Vierzigern, die nun auf CD erschienen sind: "Was Furtwängler in seinem Stammrepertoire mit den ganz auf ihn eingeschworenen Musikern erreichte, zählt zum Aufregendsten, was uns die Aufnahmegeschichte zu bieten hat." Ein der Edition beigelegtes Buch kläre zudem darüber auf, was an Furtwängler und den 40ern problematisch ist.

Weiteres: Ji-Hun Kim porträtiert im Freitag den Elektro-Musiker Philipp Sollmann, der sich unter dem Namen Efdemin im Spannungsfeld zwischen Rave und Klangkunst bewegt. Besprochen werden Neues vom LCD Soundsystem, mit dem Standard-Kritiker Karl Fluch sehr viel Spaß hat, Ariana Grandes neue Kommerzpop-Scheibe "Thank U, Next" (Presse), Mikhail Pletnevs Konzert in Wien (Standard) und Liz Harris' unter dem Namen Nivhek veröffentlichtes Ambient-Epos "After its own death / Walking in a spiral towards the house", das auf Bandcamp in voller Länge steht (Pitchfork).

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.02.2019 - Musik

Nach dem Sieg des Sängers Alessandro Mahmood beim Schlagerfestival in Sanremo ließ es sich Italiens Rechtsaußen-Innenminister Matteo Salvini nicht nehmen, auf Twitter Gift zu spritzen, berichtet Michael Braun in der taz. Nur noch erbärmlicher und vorvorgestriger wirkt Salvinis Attacke vor dem Hintergrund der Faktenlage: "Der junge Musiker hat eine italienische Mamma, die aus Sardinien stammt, und er spricht ein astreines Italienisch mit Mailänder Akzent", erklärt Dominik Straub im Standard. "Alessandros Problem ist der Papa: Der ist Ägypter. Mit dem Vater ist Mahmood zwar derart verkracht, dass er seit Jahren keinen Kontakt mit ihm hat. Aber im heutigen Italien ist die nordafrikanische Herkunft des Erzeugers ein Problem." Hier Mahmoods Auftritt:



Weiteres: Maxime Weber erklärt in der taz, warum immer mehr Indie-Bands ihre Videos mit der obsoleten Videokamera ihrer alten Spielkonsole filmen (hier ein Beispiel). In der Spex resümiert Denis Pohl die Grammys, die in diesem Jahr so divers wie nie zuvor waren. Im "Unknown Pleasures"-Blog des Standard erinnert Karl Fluch an Junior Parker.

Besprochen werden Ariane Grandes neues Album "Thank U, Next" (taz), Dendemanns Frankfurter Auftritt (FAZ), neue Popmusik, darunter das neue Album der seit den 90ern in 80er-Nostalgie gefangenen Band Ladytron (SZ), und neue Klaviermusik, darunter "Songs Of The Degrees" des Yaron Herman Trios, dem es darauf gelingt, "Komplexität mit Linienrasanz zu verschmelzen." (Standard). Ein kleiner Eindruck daraus:

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.02.2019 - Musik

2005 hat der Rapper Edan Portnoy mit "Beauty and the Beat" das "Sgt. Pepper's für die Generation Sampling" vorgelegt, schreibt Christian Werthschulte in der taz, und sein neues, mit Homeboy Sandman aufgenommenes Album "Humble Pi" schließt daran gut an: "Gesamplete Synthesizer blubbern über einer alten Soundtrack-Aufnahme, die irgendwann in einen schluffigen Beat münden. Aber immer wenn sich Edan in den verrauschten Klangschnipseln seiner Samplebibliothek zu verlieren droht, holt ihn die kräftige Stimme von Homeboy Sandman wieder zurück." Beide bauen sich ihre "Nische für die Lo-Fi-Influencer und Slacker, die eigentlich auf nichts so richtig Lust haben, außer Musik aus ihren Plattensammlungen zusammenzubauen." Auf YoutubeMusic steht das Album online:



Weitere Artikel: Jürgen Schmieder (SZ) und Gerrit Bartels (Tagesspiegel) berichten von der Grammy-Verleihung. Wer ist eigentlich Kacey Musgraves, die den Grammy für das "beste Album des Jahres" eingeheimst hat, fragt sich Karl Fluch im Standard. Amira Ben Saoud spricht für den Standard mit Maurice Ernst von der Austro-Pop-Band Bilderbuch. Im ZeitMagazin träumt Dendemann.

Besprochen werden Jungstötters neues Album "Love Is" (Standard), das neue Album von Ariana Grande (ZeitOnline), ein Auftritt der Türen (Tagesspiegel), Avi Avitals Konzert in Berlin (Tagesspiegel) und neue Wiederveröffentlichungen, darunter Mimi Fariñas "Solo" (SZ).
Stichwörter: Rap, Hiphop, Sampling

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.02.2019 - Musik

Guter Indie-Pop aus Deutschland findet in aller Regel beim Berliner Label Staatsakt ein Zuhause. Zum 15-Jährigen hat sich Jürgen Ziemer mit dem Labelbetreiber Maurice Summen zu einem Gespräch für den Freitag getroffen. Unter anderem geht es um das Thema "Geld verdienen mit Musik im Jahr 2019". Dazu hört man Erstaunliches im Hinblick auf Streaming: "Früher hat der durchschnittliche Konsument in Deutschland statistisch gesehen etwa 30 Euro im Jahr für Tonträger ausgegeben, das waren also letztlich nur zwei Alben. Und von den ultra-distinguierten Vielkäufern, die große Lust auf totale Vielfalt haben, gibt es in ganz Deutschland nur maximal 20.000. Wenn jetzt also viele bereit sind, 120 Euro im Jahr für ein Spotify-Abo auszugeben, dann wird heute eher mehr Geld für Musik ausgegeben als früher. Die Frage ist nur: Wie viel davon landet bei mir in der Nische? Indie-Bands haben ja auch früher im Schnitt nur 10.000 CDs verkauft, aber die Marge war damals immens hoch."

Besprochen werden ein Buch über die Ramones (online nachgereicht von der Welt), das neue Album von Ariana Grande (Pitchfork), Alexander Melnikovs Berliner Konzert (Tagesspiegel), eine von Simon Rattle und dem BR-Symphonieorchester dargebotene "Walküre" in München (SZ) und weitere neue Musikveröffentlichungen, darunter Klaas Trapmans sechs CDs umfassende Einspielung von Sergei Bortkiewiczs postromantischenKlavierwerken (FAZ).

Und: Country-Sängerin Kacey Musgraves' "Golden Hour" ist bei den Grammys als "bestes Album des Jahres" ausgezeichnet worden. Childish Gambino Aufsehen erregendes Stück "This is America" ist zum "Song des Jahres" gekürt worden:

Stichwörter: Streaming, Spotify

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.02.2019 - Musik

Auch zwei Jahre nach ihrer Eröffnung diskutieren Betrieb, Publikum und Kritik ob die Hamburger Elbphilharmonie nun ein akustischer Reinfall ist oder nicht. Neuen Zunder bekam die Debatte vor kurzem, als viele im Publikum beim Konzert darüber klagten, von Tenor Jonas Kaufmann nichts gehört zu haben, was in der Welt entsprechende Schlagzeilen nach sich zog. Jürgen Kesting hat für die FAZ deshalb bei Dirigenten und einem Akustiker nachgefragt, wie es sich nun verhält mit der "Elphi". Fazit: Sehr durchwachsen. Als "Akustikdebakel" will es zwar keiner bezeichnen, aber die Kritik überwiegt spürbar. Im Saal "dominiert der 'Direktschall', der eine 'Umhüllung' des Hörers erschwert. Verantwortlich für die auf verschiedenen Plätzen sehr ungleichen Hörqualitäten der Elbphilharmonie ist wohl auch die ungenügende Schallstreuung der 'weißen Haut' ... nach Ansicht von Cord Garben 'ein Schallvernichter'. Die Akustiker und die Dirigenten sind sich darin einig, dass der Saal zu hoch (dreißig Meter), die Grundfläche zu klein, das Raumvolumen (24000 Kubikmeter) zu groß ist."

"More than a Feeling", ein neues Album der Goldenen Zitronen: Hochamt bei der Diskurs-Pop-Linken. Textlich "pure Säure" bietet die Platte, meint Arno Frank im Freitag und lobt, dass hier keine Parolen und Lösungen ausgerufen, sondern Problematisierungen in den Diskurs gepumpt werden. "Diese widerständige Haltung findet eine kongeniale Entsprechung in der musikalischen Ästhetik. ... Es fiept und quietscht und ölt der Synthesizer, es pluckert und stolpert der Drumcomputer, sodass man sich an das Garstige von Atari Teenage Riot erinnert fühlen darf, aber auch an das Motorische von Neu!. Nichts in dieser Musik ist auf Schönheit gestellt, geschweige denn auf Überwältigung." Eine absolute Enttäuschung erlebt indessen Jungle-World-Kritiker Dierk Saathoff, der den diskursiven Witz der früheren Texte vermisst: Auf dieser Platte geht es banal, mitunter phrasendrescherisch und schließlich sogar "unangenehm besserwisserisch" zu. Die Goldenen Zitronen "haben sich vom Takt der Welt zu sehr leiten lassen und reagieren geradezu hilflos naiv auf sie, anstatt den versteinerten Verhältnissen ihre eigene Melodie vorzusingen und sie damit zum Tanzen zu bringen." Hier das aktuelle Video, dessen Text Saathoff besonders genervt hat:



Weitere Artikel: Jan Brachmann gratuliert in der FAZ dem Musikhistoriker Albrecht Dümling. Besprochen werden Ariane Grandes neues Album (SZ), die Compilation "Kankyo Ongaku" mit japanischer Ambient-Musik der 80er (4 Columns) und die Wiederveröffentlichung von Laurie Spiegels Experimentalmusik-Klassiker "Unseen Worlds" (Pitchfork).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.02.2019 - Musik

Noch nie waren so viele schwarze Musiker für den Grammy nominiert wie in diesem Jahr, berichtet Karl Fluch im Standard. Ein Skandal, dass es so lange gedauert hat, wenn man bedenkt, dass Pop- und Rockmusik ohne die Initialzündung aus der schwarzen Musik nicht denkbar gewesen wären. Doch "die Grammys gelten innerhalb einer vielfältigen Musiklandschaft fast schon traditionell als minderheitenfeindlich. ... Selbst wenn manche Musiker ihre Nominierungen kritisch kommentierten oder den Preis gar nicht abholten, für Minderheiten besitzt ein Grammy eine andere Wertigkeit. Er zeugt von der Anerkennung eines Ist-Zustands in der Gesellschaft und dem Musikgeschäft."

Weiteres: Gottlieb F. Höpli berichtet in der NZZ vom Schlagerwettbewerb in Sanremo. Besprochen werden das neue Album "Quiet Signs" der Folkmusikerin Jessica Pratt (taz, Pitchfork), das neue Album der Goldenen Zitronen (Byte.FM, mehr dazu hier) und Jan Böhmermanns Auftritt in Wien (Presse).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.02.2019 - Musik

Daniel Barenboims Temperament und Launen gelten in der Klassikszene als offenes Geheimnis. In einem VAN-Longread decken Hartmut Welscher und Jeffrey Arlo Brown nun auf, dass Barenboims Wutausbrüche System haben. Er genießt an der Staatsoper "eine Position absoluter Macht, weil niemand da ist, der ihren Missbrauch sanktionieren würde", der Dirigent "entstammt einer Zeit, in der autoritäres Verhalten, Sprunghaftigkeit und Unberechenbarkeit quasi zum Anforderungsprofil eines Maestros gehörten. Die anfangs durchaus produktive Machtfülle, die ihm an der Staatsoper die Gestaltung des Neuanfangs erlaubte, hat sich über die Jahre zu einem System ausgeformt, in dem sich Rollendynamik, Persönlichkeits- und Abhängigkeitsstrukturen auf ungute Art und Weise gegenseitig verstärken. 'Ich nenne es immer eine Atmosphäre der Angst', meint ein aktueller Staatsopern-Mitarbeiter. Wie bei Patriarchen üblich bleibt Barenboim dabei in den Köpfen gegenwärtig, egal ob er physisch anwesend oder abwesend ist."

Weitere Artikel: Für die NZZ wirft Florian Bissig einen Blick ins Programm des Festivals Suisse Diagonales Jazz. Besprochen werden Ambrose Akinmusires Jazzalbum "Origami Harvest" (Presse), Girlpools Punkalbum "What Chaos Is Imaginary" (Presse), ein Konzert der früheren Paula-Sängerin Elke Brauweiler (taz), Jan Böhmermanns Auftritt in Wien (Standard), Moritz Krämers neues Album (SZ) und Boy Harshers "Careful", laut Standard-Kritiker Karl Fluch "ein tolles Synthie-Album".

Stichwörter: Barenboim, Daniel

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.02.2019 - Musik

DJ Marshmellos zehnminütiges, von 11 Millionen Menschen besuchtes virtuelles Konzert im Computerspiel Fortnite mag vielleicht nicht das allererste seiner Art gewesen sein, aber mit seiner ADHS-Überwältigungsästhetik stellt es einen pophistorischen Quantensprung dar, hält Jürgen Schmieder in der SZ fest. "Popkultur muss sich entwickeln, sonst wird sie langweilig, belanglos, irrelevant. ... Mit der schnellen Entwicklung von Technologien wie Virtual und Augmented Reality, mit immer höheren Übertragungsgeschwindigkeiten, perfekteren Grafikkarten und dem neuen Kulturverständnis einer digitalen Jugend, war dies sicher nur ein Anfang." Hier der Auftritt:



Tazlerin Stephanie Grimm entspannt zu Paul Webbs neuem, unter dem Künstlernamen Rustin Man veröffentlichten Album "Drift Code", für das der ehemalige Bassist von Talk Talk sich in eine Scheune zurückgezogen hat. Zu hören gibt es "eine tolle Ansammlung von Songs. ... Das Album wirkt zugleich luftig und gewichtig, manchmal progrocky ausufernd, zugleich aber leicht und jazzig - eine Einladung zum Sichtreibenlassen." Wir treiben mit:



Von einem Missgeschick der US-Musikerin Ariana Grande berichtet Jan Kedves in der SZ-Popkolumne: "Grande wollte sich '7 Rings' in japanischen Kanji-Schriftzeichen auf die Hand tätowieren lassen, offenbar ging dabei etwas schief. Japaner erkannten auf Twitter, dass das Tattoo bedeutet: kleiner Barbecue-Grill. Grande ließ den Fehler (absichtlich?) verschlimmbessern, und nun steht da: japanischer Barbecue-Finger."

Weitere Artikel: Karl Fluch erinnert im Standard an den vor 60 Jahren gestorbenen Buddy Holly, mit dem der Typus des Nerds Einzug in die Popgeschichte hielt. Besprochen werden Oliver Schwabes Dokumentarfilm "Asi mit Niwoh" über Jürgen Zeitlinger (taz, Filmdienst), Ernie Brooks' Konzert in Berlin (taz), die Compilation "Music Inspired by the Film Roma" (Pitchfork), Mikhail Pletnevs Auftritt beim Kammerorchester Basel (NZZ) und Annenmaykantereits Konzert in Wien (Presse) und "Sunshine Rock", das neue Album des früheren Hüsker-Dü-Sängers und -Gitarissten Bob Mould "Sunshine Rock" (Pitchfork). Daraus das aktuelle Video: