Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Musik

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.02.2020 - Musik

Im Tagesspiegel-Gespräch über Beethoven staunt der Musikwissenschaftler Matthias Henke, der gerade auch ein Buch über den vor 250 Jahren geborenen Komponisten geschrieben hat, wie kreativ sich Beethoven an die Digital-Generation vermitteln lässt: " Mich persönlich hat ein Youtuber namens DoodleChaos beeindruckt. In seinem Sandbox Game 'Line Rider' choreografiert er mithilfe eines Schlitten fahrenden Strichmännchens den Kopfsatz der fünften Sinfonie so, dass man diesen plötzlich nicht mehr dunkel und schwer, sondern heiter, hell und luftig hört."



Außerdem: In der Frankfurter Pop-Anthologie schreibt Uwe Ebbinghaus über Hans Söllners "A Jeda". Besprochen werden der Live-Auftritt der Strokes in Berlin (SZ, Welt), das neue Album von Justin Bieber (Tagesspiegel) und Moses Boyds neues Album "Dark Matter" (Jungle World). Wir hören rein:

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.02.2020 - Musik



Billie Eilishs
gestern veröffentlichter Song zum neuen James-Bond-Song "No Time to Die" ist von "düsterer Getragenheit", schreibt Christian Schröder im Tagesspiegel. Die Zutaten für einen Bond-Song stimmen zwar, meint Laura Sophie Jung in der Welt. Aber im Vergleich zu den letzten Bond-Songs ist hier etwas anders: Die anderen Songs "waren Hymnen, die mit ihrem Retroklang die alte Stärke des Einzelkämpfers anklingen ließen. Eilishs 'No Time to Die' lässt sich hingegen auf Daniel Craigs verhärmten, einsamen Bond ein. Sein zerfurchtes Gesicht, auf dem neue Narben die alten überdecken, sein stoischer Ausdruck, den kein noch so großer Verrat mehr ins Wanken bringen kann, das alles besingt Eilish mit dem notwendigen Pathos." Ein wenig schade findet es allerdings Adrian Daub auf ZeitOnline, dass hier eher Eilish dem Bond-Sound anverwandelt wurde als umgekehrt: "Bei aller Kraft, die Eilishs rauchig-verhauchte Stimme in diesem Lied entfaltet - man spürt, welche neuen und innovativen Möglichkeiten in den rigiden Konventionen des Bond-Titellieds bestanden hätten, wenn man sich nur getraut hätte, sie ein wenig infrage zu stellen."

Besprochen werden ein von Alain Altinoglu dirigiertes Konzert des HR-Sinfonieorchesters (FR), Tame Impalas neues Album "Slow Rush" (Pitchfork, Dlf Kultur), ein Konzert der Strokes (Tagesspiegel), sowie neue Alben der Miracle Whips (FR), von Justin Bieber (ZeitOnline, FAZ.net) und Grimes: "Sie macht Musik mit den Maschinen, in denen die Hoffnungen der Menschen ruhen", meint Welt-Kritiker Michael Pilz. Wir hören rein:

Stichwörter: Eilish, Billie, James Bond

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.02.2020 - Musik

Der Pianist Igor Levit hat es wie kein zweiter seiner Zunft verstanden, zu einem öffentlichen Intellektuellen jenseits des Konzertsaals zu werden. Keine Selbstverständlichkeit im Klassikbetrieb, wo öffentlichkeitswirksame Betätigungen jenseits der reinen Kunst unter Verdacht stehen und schon kleine Brüche im Erscheinungsbild für Stirnrunzeln bei den Insidern sorgen, schreibt Hartmut Welscher in einem langen, aber durchaus kritischen Essay im VAN Magazin. "Eine Kultur, der das Ich-Sagen traditionell verdächtig erscheint, kehrt Levit um in die permanente Ich-Botschaft. Wo andere Musiker*innen ein Über-das-Werk-Stellen tabuisieren, sagt Levit: 'Was wären die Komponisten ohne uns?' Während andere Pianist*innen Werktreue fordern, sagt er: 'Das Werk ist 50 Prozent, die anderen 50 Prozent bin ich.' Wo andere den Weg zu einem Werk noch in der Partitur suchen, findet Levit ihn schon in sich selbst. 'Das ist Musik, in der so unglaublich viel auf engstem Raum passiert! Genau das entspricht mir. So bin ich, so ist meine Persönlichkeit: sehr schnell im Kopf und im Handeln.' Wo andere peinlich darauf bedacht sind, bloß nicht 'vulgär' zu klingen, sagt Levit: 'Es ist so unheimlich geil'. Bisweilen führt das zu einer Authentizitätsrhetorik, die das Triviale als starke Aussage verpackt."

Weitere Artikel: Patrick Wagner (taz) und Jan Kedves (SZ) berichten von der gestrigen Anhörung im Bundestag dazu, ob Clubs künftig als Kulturstätten mit Aussicht auf öffentliche Förderung durchgehen können. Thomas Schacher informiert in der NZZ über die neuen Pläne für das Lucerne Festival. Wolfgang Sandner berichtet vom ECM-Festival in der Elbphilharmonie. Karl Fluch feiert im Standard die Gründung von Black Sabbath vor fünfzig Jahren - je nachdem, welcher Glaubensrichtung man angehört, wurde damit auch der Heavy Metal begründet, "eine der großen Gelddruckmaschinen der Musikindustrie. Viele vermeintliche Jünger Satans verdienen sehr gut." Gerrit Bartels bereitet sich im Tagesspiegel mit Erinnerungen ans Berliner Strokes-Konzert von 2002 auf das Berliner Strokes-Konzert am heutigen Abend vor.

Besprochen werden Jeremy Dellers Dokumentarfilm "Wir haben die Schnauze voll", der das Bonner Beethoven-Orchester bei Proben begleitet (taz), das Solodebüt "Der Rest vom Licht" des Berliner Musikers Jakob Dobers (Tagesspiegel) und eine neue CD des jungen Jazzpianisten Joey Alexander (Standard).
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Stichwörter: Levit, Igor, Black Sabbath

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.02.2020 - Musik

Aus "No Future" (Sex Pistols) und "Future Days" (Can) mach "No Future Days", so der Titel des neuen Albums der rund um den Schriftsteller Hendrik Otremba gruppierten Post-Punk-Band Messer, die somit schon im Plattentitel die Richtung weist: Krautrock-Punk. Aber jener Sorte, bei der es einem in die Beine fährt, meint Tazler Lars Fleischmann hat mit dem neuen Release der Band  jedenfalls viel Freude: "Frei jeglicher Zwänge grooven Messer hier im unbekannten Maße, womöglich kann man erstmals die Tanzschuhe schnüren; immerhin erklingt in der Bridge gar eine Cowbell. Wer die Gruppe kennt, weiß, dass all diese Verbindungen und Verweise mit sicherer Hand angelegt sind und nicht etwa per Zufall ihren Weg in die neun Songs von 'No Future Days' gefunden haben. So oder so: Messer bleiben das Abrissprojekt des (deutschen) Punks." Die aktuelle Single:



Reinhard J. Brembeck schwärmt in der SZ vom Spiel des erst 20-jährigen Cellisten Sheku Kanneh-Mason: "Er spielt, ohne vor Anstrengung zu keuchen und ohne sein Spiel zu einem titanischen Kampf gegen die Tücken des Cellos zu inszenieren. ... Im Elgar-Konzert gibt es vor allem Kantilenen, aber gelegentlich auch rasante Läufe, die sich bei Sheku genauso wenig in den Vordergrund drängen wie rasante Akkordzerlegungen. Solche Stellen begreift er einfach als Zierrat, als Girlanden, als Hauch."

Außerdem: Nach dem Ankauf eines von Zoten durchzogenen Mozart-Briefs durch das Mozarteum Salzburg stellt der Musikwissenschaftler Ulrich Leisinger im ZeitOnline-Gespräch klar: "Das Tourettesyndrom hatte er ganz bestimmt nicht." Ueli Bernays (NZZ) und Gerrit Bartels (Tagesspiegel) gratulieren Peter Gabriel zum 70. Geburtstag. Bevor er in den 80ern mit Videos wie "Sledgehammer" den Musikclip revolutionierte, legte er in den 70ern hübsch schräge Liveauftritte mit Genesis hin:

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.02.2020 - Musik

Für die taz porträtiert Dominik Baur Daniel Grossmann, Chefdirigent des Jewish Chamber Orchestra Munich, das gerade an einer musikalischen Untermalung von "Nacht und Nebel" von Alain Resnais arbeitet. Was genau macht ein Orchester jüdisch, möchte Baur wissen: "'Die Thematik', sagt Grossmann. 'Ich kenne kein anderes Orchester, das sich explizit so einem inhaltlichen Thema widmet und es so verfolgt.'' Was die Sache nicht unbedingt leichter macht. Nicht fürs Orchester, aber auch nicht fürs Publikum. 'Wir bieten nicht Genuss, bei uns muss man schon irgendwie auch mitdenken', erklärt der Dirigent. 'Meistens haben unsere Konzerte auch eine thematische Idee, eben einen Ausschnitt aus dem Judentum.' Da reiche es nicht zu sagen: 'Hier habe ich ein interessantes Werk von einem jüdischen Komponisten, und das spielen wir jetzt mal.'"

Weitere Artikel: Ein Großbrand in einer der beiden großen Vinyl-Rohlinge-Fabriken in den USA bedroht den Vinylmarkt, meldet die Welt. Arne Löffel plaudert in der FR mit DJ Hell. Simon Rayß spricht im Tagesspiegel mit Kevin Parker über sein neues Tame-Impala-Album "The Slow Rush" (mehr dazu bereits hier). Anlässlich der kommenden Tour von Guns'n'Roses erinnert sich Ronald Pohl im Standard an "Led Zeppelin! Brunftschreie! Doppelhalsgitarren!"

Besprochen werden ein Bach-Konzert mit András Schiff ("ein milder, aber in jedem einzelnen Ton klug und fantasievoll gestalteter Bach", schreibt Christian Wildhagen in der NZZ), die Ausstellung "Wie geht es dir jetzt?" in der Bremer Galerie K-Strich, die sich mit Aspekten der Kleidung in den Arbeiten der Berliner Punkband Die Tödliche Doris befasst (taz) und neue Popveröffentlichungen, darunter das neue Album von Green Day ("Blanker Eskapismus, Partypunk", wird hier geboten und das obwohl in der Ära Trump doch gerade erheblicher Bedarf an Polit-Punk besteht, meint SZ-Popkolumnist Max Fellmann).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.02.2020 - Musik

Es ist keineswegs so skandalös wie manche es hinstellen, dass der Vorentscheid zum Eurovision Song Contest in diesem Jahr vom NDR nicht öffentlich als Votum ausgerichtet wird, sondern in Form einer Juryentscheidung hinter den Kulissen, kommentiert Jan Feddersen in der taz. Die Agenturen melden, dass die russische Polizei in St. Petersburg einen Videodreh von Pussy Riot abgebrochen hat.

Besprochen werden ein von ECM-Labelgründer Manfred Eicher kuratiertes Festival in der Elbphilharmonie (SZ) und neue Archiv-Veröffentlichungen, darunter Harry Nilssons "Losst & Founnd" mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen des 1994 verstorbenen Sängers (SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.02.2020 - Musik

Von kleineren Inkompatibilitäten zwischen E-Musikbetrieb und Clubkultur schreibt SZ-Kritiker Jan Kedves in seinem Bericht vom Strom-Festival, für das die Berliner Philharmonie ausnahmsweise mal schwerst elektronisch beschallt wurde. Dort, wo das übliche Publikum auf ungefilterten Zugang zu feinsten Klangnuancen Wert legt, fanden hier Oropax im Foyer reißenden Absatz, während die Holzvertäfelung des Saals unter den wummenden Bässen ein wenig Späne lassen musste. Musikalisch gab es viel Routine und Kitsch - "dafür aber Ryoji Ikeda aus Japan: fantastisch! Er lässt, geduckt hinter sein Laptop, den Großen Saal zum Kernspintomografen werden. Man fühlt sich wie in die Röhre geschoben und von Drill- und Böllersounds durchschossen. Ikeda reichert sie mit ordentlich Funk und Groove an. Das Publikum: glücklich paralysiert bis wippend."

Noch eine Premiere: In Abu Dhabi wurde erstmals Beethovens Neunte aufgeführt, berichtet Albrecht Selge in der FAZ. Dirigiert von Sylvain Cambreling war diese Neunte "weder flauschig noch stumpf, sondern von der Erhabenheit des Kamels und der Schärfe des Falken, nämlich standfest und unbeirrbar, klar proportioniert und zielgerichtet kantig." Und wer hat die Reise, die diesen schönen Platz des Ereignisses auf der Aufmacherseite des FAZ-Feuilletons ermöglichte, bezahlt? Aktualisierung vom 13. Februar: Selge hat auf die Frage bei Twitter geantwortet: "Ich bin auf Einladung der Symphoniker Hamburg mitgereist (wie bei derartigen Orchestertourneen heutzutage üblich). Auf das, was ich darüber schreibe, wurde kein Einfluss genommen."

Weiteres: Im Standard spricht Ljubiša Tošić mit dem Trompeter Wynton Marsalis. Für die taz porträtiert Judith Poppe die äthiopisch-stämmige Sängerin Eden Alene, die beim kommenden Eurovision Song Contest für Israel antreten wird. Außerdem spricht in der FAZ Hans-Jürgen Becker mit Giovanni Antonini über Hadyn, dessen gesammelte Sinfonien der Dirigent bis 2032 aufnehmen will.

Besprochen werden das neue Album von Algiers (eine Band mit "Power und Geltungsbewusstsein", meint Jaen Paersch in der taz), ein Konzert der Mezzosopranistin Lucile Richardot mit dem Ensemble Correspondances (Tagesspiegel) sowie Tyshawn Soreys und Marilyn Crispells Live-CD "The Adornment of Time", die laut FAZ-Kritiker Ulrich Rüdenauer "in eine furiose Klangexplosion" mündet (eine weitere Kritik findet sich in Pitchfork).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.02.2020 - Musik

"Verblüffend unbefriedigend" fällt der Versuch des Pianisten Robert Glaspers aus, auf seinem neuen Album "Fuck Yo Feelings" die "ekstatische Kraft des Jazz mit der zornigen Wucht des Hip-Hop zu vereinen", meint Andrian Kreye in der SZ: alles viel zu selbstgefällig. Dabei weise das Projekt grundsätzlich in die richtige Richung, wie Kreye anhand weiterer Veröffentlichungen verdeutlicht: "Der Schlagzeuger Makaya McCraven hat beispielsweise das ursprünglich sehr elektronische letzte Album des Lyrikers und Vorvaters des Rap Gil Scott-Heron als Jazzalbum neu interpretiert. Auf 'We're New Again' (Xl) findet man genau jenes neue Verständnis des zirkularen Musikverständnisses, das die Schnittmenge aus Jazz und Hip-Hop definiert. Oder das neue Album des Gitarristen Jeff Parker 'Suite for Max Brown' (International Anthem), das den Loop-Gedanken in die Avantgarde transportiert." Für eine "Schatzkiste des Groove und der Energie" hält auch tazler Thomas Lindemann McCravens Überarbeitung von Scott-Herons letzten Aufnahmen und hofft, dass "sich die Musik bald für Partys durchsetzt. Sie ist subversiv, aber nicht aufdringlich. Sie ist verspielt, aber macht sich nie dumm. Genau das Richtige für Hier und Jetzt." Wir hören gerne rein:



Weitere Artikel: Für die taz plaudert Thomas Winkler mit dem Musiker Nikko Weidemann, der für die Musik der Serie "Babylon Berlin" verantwortlich zeichnet. In der britischen Popmusik ist der "Typus achtsamer Mann" zum Erfolgsmodell geworden, stellt Jochen Overbeck im Tagesspiegel mit Blick auf Sam Fender und Lewis Capaldi fest. In der SZ schreibt Rudolf Neumaier einen Nachruf auf den Dirigenten Nello Santi.

Besprochen werden der Aufsatzband "These Girls - Ein Streifzug durch die feministische Musikgeschichte", der nach Ansicht von Standard-Kritikerin noch ein bisschen stringenter hätte ausfallen dürfen, und ein Mozart- und Beethoven-Abend mit Michail Pletnjow in Stuttgart (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.02.2020 - Musik

Für die taz hat sich Robert Mießner mit Kevin Parker getroffen, um über das neue Album "The Slow Rush" von Tame Impala zu plaudern. Zu hören gibt es darauf "Science-Fiction in der Disco, dem Tag entrückt und traumverloren. Funky ist ein Wort, das Parker als Kompliment betrachtet und für eigene Zwecke erst einmal soft einschmilzt." Auch "als eine Art Experimental-Easy-Listening" könne man das Album beschreiben, auf dem mancher Song "in eine sich seltsam zerbröselnde Ambientcoda" münde. Vor wenigen Tagen erschien ein neues Video mit einem programmatischen Titel:



Besprochen werden Makaya McCravens Überarbeitung von Gil Scott-Herons letztem Album (Pitchfork), ein Schostakowitsch-Abend der Geigerin Vilde Frang (NZZ), das neue Album von Halsey, die laut tazlerin Dagmar Leischow "ihren Status als Antiheldin des Pop nicht weiter ausbauen kann", ein neues Album von Green Day (Standard), ein Auftritt der Tindersticks (Tagesspiegel) und ein Konzert des Rappers RIN (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.02.2020 - Musik

Auf Pitchfork würdigt Simon Reynolds Andy Gill, den vor einigen Tagen verstorbenen Gitarristen der Postpunk-Band Gang of Four: Wenn er ihn mit nur einem Wort beschreiben müsste, "dann wäre es wohl 'stählern'. Es umfasst alles - von seinem innovativen, immens einflussreichen Gitarrenstil, der klang,als würde Metal splittern, bis zu seiner ernsten Bühnenpersona und seiner brüsken No-Nonsense-Haltung in Interviews. Als Gitarrenheld für eine Ära, die 'keine Helden mehr' rief, betrachtete Gill Rockmusik als einen Antriebsmotor für den Wandel, als einen Hammer, um die Wirklichkeit nicht nur zu reflektieren, sondern neu zu formen. ... Gills Vorbild war Wilko Johnson, der Gitarrist der maßgeblichen Pubrock-Band Dr. Feelgood. Johnson hatte einen einzigartig spitzen Stil für die Rhythumsgitarre in der Funktion einer Leadgitarre entwickelt, indem er die Saiten mit seinen verhärteten Fingernägeln anschlug statt mit einem Pick. Gill verstärkte diese stakkatoartige Überspanntheit, unterstrich die Reduktionen und Furchen im Spiel mit großen Zwischenräumen: eine Ästhetik der Leere, die er zum Teil aus seiner Liebe zum Reggae heraus bezog." Zur Hölle mit der Armut, rief die Band einst:



Weiteres: Kai Eckold (taz) und Tilmann Otto (Tagesspiegel) erinnern an Bob Marley, der heute 75 Jahre alt geworden wäre. Mit dessen Sohn Ziggy Marley hat sich Hannes Soltau für den Tagesspiegel unterhalten. In der FAZ schreibt Achim Heidenreich einen Nachruf auf den Komponisten Volker David Kirchner.