Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Musik

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.04.2019 - Musik

Die Tödliche Doris ist mal wieder da: Mit einem Album, das sich wie ihr 1981er Tape "Das typische Ding" nennt, unter dem aber "Reenactment (I)" steht. Zu hören gibt es 31 Stücke, die mit 31 verschiedenen Vibratoren bestritten werden - zu jedem Stück gibt es eine Zeichnung von Tabea Blumenschein und eine Rezension des Sexspielzeugs von Katrin Kämpf. Ein bisschen unschlüssig ist Jan-Pail Koopmann in der Jungle World allerdings schon: Nette Zeichnungen, die Rezensionen gab es schon im L-Mag "und die Platte selbst dokumentiert, dass Vibrator nicht gleich Vibrator ist und soundmäßig nach Insektenschwarm, Presslufthammer, geschüttelter Spraydose oder einem Topf kochender Eier klingen kann. Der Gehalt liegt tatsächlich in der Spannung zwischen den drei Elementen. Die unterschiedlichen Arten und Weisen, sich dem Thema Masturbation anzunähern, nämlich visuell, akustisch und in Form von Texten, sind zusammengenommen so widerspruchsgeladen, wie es Sex selbst eben auch ist." Der Albumtrailer gestattet einen Höreindruck:



Weitere Artikel: Manuel Brug berichtet in seinem Welt-Blog vom Bogota Música Clásica Festival. Im ZeitMagazin träumt die georgische Musikerin Katie Melua. Für den Standard plaudert Karl Fluch mit dem Neo-Retro-Soul-Meister Lee Fields, der den heutigen Musikmarkt um einiges angenehmer findet als den "früher, als einige wenige bestimmten, was im Radio gespielt wurde. Youtube findet er toll, dort könne man Musik ent decken, die früher im Dunkeln geblieben wäre." Sein Album "It Rains Love" ist ideal für diesen Samstag:



Besprochen werden Beyoncés Live-Album "Homecoming" (Pitchfork), ein Auftritt des Jazz-Saxofonisten Don Menza (Presse), eine Aufführung von Beethovens Oratorium "Christus am Ölberge" durch den Gemischten Chor Zürich (NZZ) sowie Konzerte von Bilderbuch (Berliner Zeitung) und Ho99o9 (Tagesspiegel).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.04.2019 - Musik

In einem epischen, sehr abwägenden, vor allem aber angenehm pathosfreien Essay nimmt Klaus Walter für die Jungle World Michael Jackson nach der "Leaving Neverland"-Doku in den Blick. "Diese bahnbrechende Popkarriere und die emanzipatorischen Impulse, die von ihr ausgingen, stehen jetzt zur Disposition. ... Kann man Werk und Autor voneinander trennen? Wagner hören, Céline lesen, obwohl sie Antisemiten waren? Was ist mit den Filmen von Roman Polanski und Woody Allen? Im Pop gibt es keine Trennung von Werk und Autor. Der Popstar ist das Kunstwerk. Das Gesamtkunstwerk Michael Jackson besteht aus Musik, Bildern, Filmen. Es gibt keine Videoclips von 'Tristan und Isolde' mit einem tanzenden Richard Wagner."

Jörg Demus war "ein Künstler im umfassendsten Sinn", würdigt Wilhelm Sinkowicz den gestorbenen österreichischen Pianisten in der Presse: "Bach spielte er mit Hingabe für die akribische Freilegung der kontrapunktischen Strukturen, aber immer bedacht auf die oft vielfältig ineinander verknüpften melodischen Entwicklungen; Schumann liebte er besonders - und deckte in dessen Musik nebst allem romantischem Überschwang auch die spielerische Leichtigkeit auf, die zwischen den Zeilen schlummert und von den wenigsten Kollegen geweckt wird."

Weiteres: Im Tagesspiegel schreibt Nadine Lange über Madonnas neue, gemeinsam mit Maluma veröffentlichte Single "Medellín".



Besprochen werden ein Abend mit Grigory Solokov (NZZ), Bob Dylans Auftritt in Wien, das vom Meister wegen fotografierender Fans beinahe abgebrochen wurde (Standard, Presse), Lizzos Album "Cuz I Love You" (Tagesspiegel) und Edwyn Collins' neues Album (Standard).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.04.2019 - Musik

Hochinteressiert wirft Jens Balzer für ZeitOnline einen Blick in den Jahresbericht des internationalen Musikbranchenverbands, der mit einigen Klischees aufräumt und die Perspektive auf Pop im globalen Zeitalter geradezurücken versucht: Zu den Spitzenreitern zählen weder Hiphop-Acts noch weiße Rockbands: "Dass auch eine südkoreanische Band wie BTS in Deutschland die größten Hallen zu füllen vermag, ist historisch ohne Vorbild; ebenso wie der Umstand, dass das Publikum der großen Festivals mehrheitlich weiblich ist. Wenn man diese Entwicklungen betrachtet, dann verschwindet Pop (...) eben gerade nicht aus der Gesellschaft, sondern bewegt sich immer weiter in deren Mitte. Und dass der weiße, männliche, heterosexuelle, angloamerikanisch geprägte Gitarrenrockheld in den globalen Statistiken keine Rolle mehr spielt: Das lässt sich ja vielleicht als Zeichen dafür betrachten, dass der Pop die Realitäten unserer Welt heute weniger imperialistisch verzerrt und also genauer abbildet als jemals zuvor in seiner Geschichte." Passend dazu staunt Jonas Lages in der SZ über den Erfolg der koreanischen Popband Blackpink, die mit ihrer neuen Single "Kill This Love" derzeit einen Streamingrekord nach dem nächsten bricht.



Viel zu tun hat der von Balzer skizzierte globale Umbruch mit Streaming, das zuvor periphere Märkte zugänglicher macht. Dass mit Spotify und Co. sich nicht nur eine Utopie vollzieht, daran erinnert Jan Kedves in der SZ, der das von einem schwedischen Forschungsteam verfasste Buch "Spotify Teardown. Inside The Black Box of Streaming Music" gelesen hat. Konturiert wird darin unter anderem der ideale Spotify-Kunde: Ein "Mensch, der sich gerne dabei helfen lässt, rund um die Uhr passende Musik zu hören und durch diese glücklicher, produktiver, ausgeschlafener, fitter zu werden. 'Self-governance through mood control' nennen es die Forscher. ... Hat das noch irgendetwas mit Pop zu tun, im Sinne eines eben auch mal widerständigen, selbstverschwenderischen, extra-destruktiven, trotzigen, eskapistischen Musikkonsums?"

Weitere Artikel: Dlf Kultur befasst sich in einem Feature mit Karlheinz Stockhausens Nachlassverwalterinnen. In der taz gratuliert Robert Miessner dem Jazzkeller 69 e.V. in Berlin zum 50-jährigen Bestehen. Besprochen werden ein Pussy-Riot-Konzert in Buenos Aires (taz), King Pepes "Karma Ok" (NZZ), Capital Bras neues Album "CB6" (Welt, Freitag) und neue Popveröffentlichungen, darunter Gus Dappertons "Where Polly People Go To Read", "wirklich das schönste Debütalbum der Woche", wie SZ-Kritiker Jan Kedves meint. Ein aktuelles Video:


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Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.04.2019 - Musik

Terry Riley ist auch mit 83 Jahren noch vergnügt aufgelegt, erfahren wir aus Franziska Dürmeiers großem SZ-Porträt über den Impro-Musiker, der seit einiger Zeit gemeinsam mit seinem Sohn Gyan auftritt. Auf der Bühne funktioniert das Duo sichtlich gut: "Von einem Moment auf den anderen fließt die Musik, fließen die Melodien, mit einer Selbstsicherheit, die sich aus jahrzehntelanger Auftrittserfahrung speist. Elemente von Jazz, indischer Musik, Klassik und Minimal verschmelzen, Terry wechselt mehrmals zwischen Flügel, Synthesizer und Melodica, spielt zwischendurch über eine App auf seinem Tablet, singt Ragas. ... Vorbereitung irgendeiner Art brauche er grundsätzlich nicht. 'Ich warte einfach, bis es los geht. Sobald ich auf die Bühne komme, finde ich Musik.'"

Weitere Artikel: Deniz Utlu porträtiert im Tagesspiegel die Londoner Popmusikerin Nilüfer Yanya. Besprochen werden ein Auftritt von Soap & Skin (Tagesspiegel) und neue Klassikveröffentlichungen, darunter eine Schubert-Aufnahme von András Schiff (SZ). Eine Hörprobe:

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.04.2019 - Musik

Sehr zufrieden ist Jan Paersch mit dem neuen Album von Tellavision, hinter dem die Hamburger Musikerin Fee Kürten steckt: "'Add Land' hat die hypnotischen Qualitäten von Krautrock-Wertarbeit und die Dringlichkeit von metallischem Techno. Und ist dennoch: Pop. ... Die Künstlerin kreiert während des Songwriting-Prozesses zunächst die Bassline, dann die Melodie, und singt anschließend provisorische Nonsense-Texte dazu. Kürten lässt den Namen einer allseits vergötterten schwedischen Pop-Diva fallen: 'Robyn hat das 'yogurting' genannt. Das ist wie Träumen - nur du allein verstehst die Texte.'" Ein aktuelles Video:



Weitere Artikel: Für die SZ porträtiert Reinhard J. Brembeck den Barockmusiker und Dirigenten Sigiswald Kuijken, den er bei Generalproben in Leuven und Amsterdam besucht hat. Olaf Maikopf rät in der taz zum Besuch der Deutschlandkonzerte der Jazzer Jamie Saft, Steve Swallow und Bobby Previte. Martin Scholz und Jennifer Wilton plaudern für die Welt mit Popstar Dido. Jan Schmidt schreibt in der Berliner Zeitung einen Nachruf auf den Jazzmusiker Paul Raymond.

Besprochen werden Giorgio Moroders Berliner Auftritt (Tagesspiegel), das neue Album von Capital Bra (Tagesspiegel), ein Konzert von Hot Chip (taz) und der Auftakt der Staatsopern-Festtage mit den Wiener Philharmonikern unter Daniel Barenboim (Tagesspiegel).

In der Frankfurter Pop-Anthologie schreibt Jens Buchholz über "In My Life" von den Beatles: "Der Song ist eine Singularisierungsmaschine."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.04.2019 - Musik

Sehr ausführlich spricht taz-Popredakteur Julian Weber mit Julian Henriques über die Kultur der jamaikanischen Soundsystems. Der britische Klangforscher räumt dabei auf mit der Klischeevorstellung, dass es sich bei Soundsystems lediglich um die Beschallungshardware für erotisch aufgeladene Streetpartys handele. Insbesondere das Körperwissen der Toningenieure imponierte ihm: Diese "wissen genau, wie ihr Sound funktioniert und was sie tun müssen, damit er funktioniert. Sie haben ein praktisches Klangverständnis." Soundsystems bieten "eine in die Eingeweide zielende, immersive Erfahrung. Leute im Westen hören gerne Musik über Kopfhörer. Auf diese Weise steckt man Musik in seinen Körper. Beim Soundsystem steckt man den ganzen Körper in die Musik. Nicht nur die Ohren hören zu, der Körper wird reingezogen, die Hosenbeine zittern. ... Man begibt sich zusammen mit vielen anderen Leuten da rein. Das ist befreiend." Hier eine Leseprobe aus Henriques' Studie "Sonic Bodies".

Christian Wildhagen will in der NZZ in die aktuelle Currentzis-Euphorie (mehr dazu etwa hier und dort) nicht völlig vorbehaltlos einsteigen: Currentzis' "Unerbittlichkeit erinnert ein wenig an den unbedingten Überzeugungswillen Nikolaus Harnoncourts. Mit einem Unterschied: Im Alter wurde bei Harnoncourt die Detailversessenheit immer organischer zur Basis interpretatorisch größer angelegter Konzepte, in denen es für die Musik (und die Musiker) auch Raum zur Entfaltung, zum Atmen gab. Bei Currentzis dominiert derzeit noch die Kontrolle, bei manchen Dynamik- und Tempoentscheidungen wohl auch ein gewisser Zwang zur Originalität."

Weitere Artikel: Auf ZeitOnline bietet Daniel Gerhardt (der derzeit gefühlt mit seinen täglichen Longreads die halbe Pop-Berichterstattung des Landes stemmt) ein Update zum Stand der Dinge im britischen Soul. Im BR-Feature "Homo Punk History" denkt Klaus Walter über das Verhältnis von Queerness und Punk nach. In der SZ porträtiert Johann Voigt den Deutschrapper Capital Bra, der in den letzten 12 Monaten 12 Nummer-Eins-Hits gelandet hat. Im Streit um die Leitung der Salzburger Osterfestspiele schlägt Christian Thielemann mit einem Mal versöhnliche Töne an, meldet Frederik Hanssen im Tagesspiegel. Im Freitag porträtiert Konstantin Nowotny Thomas Spindler, den Chef von Berlins größer Konzertagentur. Die "Lange Nacht" des Dlf Kultur befassen sich Olaf Karnik und Volker Zander mit der "Tiefe in der Musik". Im SWR2-Feature gehen die beiden Autoren außerdem der Ökonomie von Vinyl auf den Grund. Wilhelm Sinkovicz gibt in der Presse Streamingtipps für Klassik- und Opernfans, darunter eine aktuelle Aufzeichnung von Mark Freys "Frankenstein"-Oper.



Besprochen werden ein Auftritt von Palais Schaumburg (Tagesspiegel) und ein Konzert von Stella Donnelly (Tagesspiegel).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.04.2019 - Musik

Jonathan Fischer hat für die SZ diverse Vinyl-Liebhaber-Labels besucht, darunter das Label Tramp Records, das sich auf die Wiederveröffentlichung übersehener und in Vergessenheit geratener Musik spezialisiert hat. Ihn interessieren die Geschichten gescheiterter Musiker, erklärt Labelbetreiber Tobias Kirmayer. Etwa die des Soulmusikers Jesse Morgan, dessen einziges Album sich 1978 als wahres Senkblei erwies. "Der Sänger war längst nicht mehr im Geschäft. Doch Kirmeyer machte ihn wie so viele andere vergessene Soulhelden ausfindig. Telefonbücher, soziale Netzwerke und Hinweise auf Studios, Produzenten, Labels, Schrifttypen, die er den Originalplatten entnimmt, halfen ihm dabei. Manchmal schreibt Kirmeyer sogar Briefe. Weil die Musiker noch zu den Generationen ohne Internet-Anschluss gehören." Wir hören rein:



Weitere Artikel: Teeniestar Billie Eilish ist keineswegs so authentisch zerschlissen, wie ihr Image nahelegt, schreibt Johann Voigt in der taz: Sie "ist, trotz all der zur Schau gestellten Unangepasstheit, trotz der trashigen Fotos, vor allem Produkt, Teil eines Unternehmens, in das ihre ganze Familie involviert ist." Für die NZZ wirft Thomas Schacher einen ersten Blick auf Paavo Järvis Pläne für seine erste offizielle Saison als Chefdirigent der Tonhalle-Gesellschaft Zürich.

Besprochen werden das neue Album "Life Metal" der Drone-Mönche Sunn o))) (The Quietus), das Debüt des Jazzquartetts 4 Wheel Drive, dem auch Michael Wollny angehört (NZZ), ein Berliner Abend mit Grigory Sokolov (Tagesspiegel), Chupame El Dedos neues Album "No te metas con Satan" (taz), eine von Simon Rattle dirigierte Johannespassion (FR), Bodo Mrozeks Studie "Jugend - Pop - Kultur" (FAZ) und Jan Jelineks und Asunas kollaboratives Album "Signals Bulletin" (Pitchfork).


Stichwörter: Vinyl, Soul

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.04.2019 - Musik

"Die Rap-Szene hat sich keinen Millimeter in eine positive Richtung bewegt", lautet das Fazit des in Israel geborenen, in Deutschland aufgewachsenen Rappers Ben Salomo ein Jahr nach der Echo-Kontroverse um Kollegah und Farid Bang. Ohnehin war die Debatte zu sehr auf Details zuspitzt, sagt Salomo im Tagesspiegel-Interview: "Es wurde viel zu wenig auf andere Künstler geschaut und vor allem zu wenig darauf, wie sie sich abseits der Bühne etwa in den sozialen Netzwerken verhalten. Wenn dort zum Beispiel Verschwörungstheorien und alte antisemitische Mythen verbreitet werden oder Israel ständig dämonisiert wird."

Weitere Artikel: Auf ZeitOnline beleuchtet Daniel Gerhardt die amerikanische Kontroverse um den Rapper Lil Nas X, dessen mit allerlei Country- und Americana versetztes Album "Old Town Road" gerade aus den Billboard-Countrycharts geflogen ist. Frederik Hanssen berichtet im Tagesspiegel vom Intonations-Kammermusikfestival in Berlin.  Das Berghain ist nach Ansicht des einflussreichen britischen DJ Mag noch nicht einmal mehr Deutschlands bester Club, erfahren wir in der Welt von Harald Peters: Die Krone hierzulande trägt jetzt das Bootshaus in Köln. Besprochen werden Irmin Schmidts "5 Klavierstücke" (NZZ) und das neue Album von Kehlani (SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.04.2019 - Musik

Spellling - nur richtig geschrieben mit drei "l" - "stellt im ansonsten doch sehr zur musikalischen Gleichförmigkeit neigenden und ohne übertrieben eingesetzte künstlerische Alleinstellungsmerkmale auskommenden Genre des R'n'B aktuell eine Ausnahme dar", meint Christian Schachinger im Standard, nachdem er die auf Bandcamp erhältlichen Alben der Künstlerin durchgehört hat. Fazit: "Mehr Klirr-Klirr als Bling-Bling." Ein Video:



Fettes Brot haben mit "Lovestory" ein neues Album und liefern gleich im ersten Song eine "Ode an die eigene Onkeligkeit", winkt Daniel Gerhardt auf ZeitOnline genervt ab: "Wenn Fettes Brot eins können, dann effektiv mit Geschmacksverirrungen flirten." Wobei Gerhardt es der Band immerhin zugute hält, dass sie politisch Haltung bewahrt.

Weitere Artikel: Jan Kedves hat für die SZ beim Dlf nachgefragt, woher eigentlich die mitunter unpassend gute Laune verströmende Musik zwischen den mitunter eher schlechte Nachrichten verbreitenden Informationsbeiträgen in der Frühsendung kommt. In der FAZ porträtiert Till Schmidt den äthiopischen Jazzer Hailu Mergia.

Besprochen werden das neue Album "Life Metal" von Sunn o))) (Standard), neue Popveröffentlichungen, darunter das Debütalbum der Supergroup LSD, das sich aus Labrinth, Sia und Diplo zusammensetzt ("trotz Übermaß makellos zubereitet", schreibt SZ-Popkolumnist Julian Dörr) und das neue Album von Daniel O'Sullivan (The Quietus). Ein aktuelles Video:

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.04.2019 - Musik

Ralf Fischer klärt in der Jungle World über Rechtsrock-Strukturen in Ostdeutschland auf: "Im Jahr 2018 gab es beinahe jedes Wochenende ein Rechtsrockkonzert in Sachsen, die Fraktion der Linkspartei beziffert ihre Zahl insgesamt auf 49 - dreimal mehr als noch vor fünf Jahren. ... Im Nachbarbundesland zählte die Mobile Beratung in Thüringen (Mobit) im vergangenen Jahr 71 rechtsextreme Musikveranstaltungen. Dies ist die höchste Zahl seit Beginn der Zählung durch Mobit im Jahr 2007."

Weitere Artikel: Antje Stahl schreibt in der NZZ über das Comeback der Girl- und Boy-Bands der Neunziger. Ljubisa Tosic stellt im Standard Stephan Pauly, den designierten Chef des Wiener Musikvereins vor. Für den Tagesspiegel porträtiert Simon Rayss die Musikerin Charlotte Brandi. Hella Kaiser spricht im Tagesspiegel mit Klaus Hoffmann, der das Neuhardenberger Sängertreffen kuratiert. Im "Unknown Pleasures"-Blog des Standard erinnert Karl Fluch an Kevin Rowlands Album "My Beauty" von 1999. Max Fellmann schreibt in der SZ-Retrokolumne darüber, wie tote Stars für Merchandise gefleddert werden.

Besprochen werden die Compilation "Big Gold Dreams: A Story of Scottish Independent Music 1977-1989" (taz), ein Konzert von Ivan Repušik mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Tagesspiegel), die erstmalige Veröffentlichung von Marvin Gayes "You're the Man" aus dem Jahr 1972 (FAZ) und Prins Thomas' "Ambitions" (Pitchfork). Daraus eine Hörprobe: