Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Musik

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.02.2024 - Musik

Olivia Samnick spricht in der taz mit einer anonym bleibenden Initiatorin einer Studie zum Thema Machtmissbrauch an Musikhochschulen. Dieser sei besonders hoch, werde aber meist nur hinter vorgehaltener Hand zum Thema gemacht. "Wir müssen wegkommen von den Einzelfällen. Machtmissbrauch in der Musik sollte wissenschaftlich erfasst werden. Es gibt kaum Daten dazu. Wie sollen da Personen zur Verantwortung gezogen werden? ... Wir setzten auf Sensibilisierung. Lehrkräfte sind oft Koryphäen an ihrem Instrument, aber haben keine pädagogische Ausbildung. Wir brauchen Weiterbildung für dieses spezielle Nähe-Distanz-Verhältnis in der musikalischen Lehre. Und wir müssen bei Studierenden die Hemmschwelle abbauen, sich gegen Machtmissbrauch zu wehren."

Michael Pilz ärgert sich in der Welt über die Kontroverse um den israelischen ESC-Song "October Rain", der gerade auf dem Prüfstand steht, ob er nicht doch politisch sei: "Lieder sind nun einmal Lieder. Man kann jedes Lied politisch hören, man kann aber auch jedes politische Lied unpolitisch hören. Solche Lieder gab es reichlich in der 68-jährigen Historie des ESC."

Besprochen werden ein Wiener Konzert von The Last Dinner Party (Presse) und das neue Album von Ja Panik (Jungle World).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.02.2024 - Musik

Jan Feddersen wirft in der taz einen Blick auf die Kontroverse um den israelischen ESC-Beitrag "October Rain", dessen Text aktuell geprüft wird, ob er politische Aussagen enthält. Solche sind laut Statuten des Wettbewerbs verboten. "Andererseits war es der Ukraine 2007 erlaubt, das Lied der Orangen Revolution darzubieten - niemand erhob Protest. Israel selbst präsentierte mehrfach Lieder mit politischem Gehalt, die queere Hymne von Dana International 1998 ('Diva') - oder zwei Jahre darauf ein Auftritt einer israelischen Formation, die sich wie BDS anhörte, syrische Sympathieflaggen inklusive. 'October Rain' als Lied ist verstehbar als vage politisches Statement zur Thematisierung der Atmosphäre in Israel nach dem 7. Oktober, dem terroristischen Hamas-Überfall auf Israel - doch kein Wort, kein Schnipsel der direkten Agitation pro Krieg gegen die Hamas." Mehr dazu auch in Tagesanzeiger und Standard.

Beim im Exil in Gera untergebrachten Kiewer Symphonieorchester geht die Angst um, berichtet Michael Ernst in der FAZ. Zum einen hat die Ukraine bereits vergangenes Jahr die Honorarzahlungen eingestellt, derzeit leben die Musiker in einem Wohnblock von Bürgergeld und Auftrittseinnahmen. "Die Gelder allerdings seien spärlich, würden nur unregelmäßig gezahlt und müssten dem Jobcenter gemeldet werden. Das geht aus einem nicht namentlich gezeichneten Schreiben hervor, das 'eine Gruppe von Musikern des Orchesters' an Polizei und Finanzamt in Gera verschickt hat. Die darin enthaltenen Vorwürfe richten sich gegen den Orchesterdirektor Oleksandr Zaitsev." Dieser soll "damit gedroht haben, jeden Musiker als Deserteur zu melden, der nicht zu erklären bereit sei, nur in 50 oder gar 25 Prozent Teilzeit zu arbeiten. Hintergrund dürfte eine geringere Steuerlast sein, zudem würden die Schulden gegenüber den Musikern reduziert, wenn 'nicht bezahlte' Beträge nur ein Viertel des regulären Gehalts ausmachten."

Weitere Artikel: Wolfgang Sandner blickt in der FAZ (online nachgereicht) auf Wolfgang Dauners Nachlass, der von der Württembergischen Landesbibliothek erworben wurde. Nick Joyce berichtet im Tagesanzeiger vom Treffen mit der britischen Band The Last Dinner Party, die derzeit größte Erfolge feiert. Für die taz porträtiert Anke Lübbert die Berliner Sängerin Dota. Kathleen Hildebrand schreibt in der SZ einen Nachruf auf den Filmkomponisten Georg Riedel.

Besprochen werden ein Mahler-Konzert der Wiener Symphoniker unter Alain Altinoglu (Standard), ein Konzert mit Knocked Loose und Deafheaven in Frankfurt (FR) und das Abschlusskonzert der "Cresc ..."-Biennale in Frankfurt (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.02.2024 - Musik

Bei der Musica Viva in München spielte das BR-Symphonieorchester unter Duncan Ward Milica Djordjevićs Komposition "Kleines Glühwürmchen, grell beleuchtet und erschrocken von unerträglicher Schönheit", dessen niedlicher Titel einen nicht einlullen sollte, warnt Jan Brachmann in der FAZ: "Die Adjektive sind die Hauptsache, die Substantive nebensächlich. ... Es beginnt mit dem Klang von Blutrauschen in den eigenen Ohren, wie man es im schalltoten Raum hören kann, dann folgt der filzgedämpfte Herzschlag der Großen Trommel. Der Puls ist hoch. In das gesamtorchestrale Rauschen von hoher Fließgeschwindigkeit mischen sich septimengesättigte Bedrohungsakkorde des Blechs, die von einer ausrangierten Bruckner-Symphonie übrig geblieben sein müssen. Bald glühen sie auf mit der spektralen Physiognomie der Schwerindustrie. Das Glühwürmchen ist ein Hochofen. Man starrt es mit weitaufgerissenen Ohren an. ... Stille Kontrastfelder zum Lärm erweisen sich als raffinierte Buketts aus Nachhall: das Leise als dekantierter Krach."

Weitere Artikel: Sorgenvoll blickt Konstantin Nowotny in seiner Musikkolumne für den Freitag auf die neuesten Fortschritte im Berich KI-Video, die es in absehbarer Zukunft wohl jeder Garagenband gestatten würde, aufwändig aussehende Musikvideos zu gestalten, während eine ganze Branche arbeitslos wird. Ljubiša Tošić betrachtet für den Standard neue Konzert-Konzepte, die der Klassik ein neues Publikum erschließen soll. Marco Frei empfiehlt den NZZ-Lesern die Schweiz-Tour der Hongkonger Philharmoniker unter ihrem Chef Jaap van Zweden. Jonathan Fischer erzählt in der NZZ, online nachgereicht, von seinem Treffen mit dem afrikanischen Reggaemusiker Tiken Jah Fakoly in Mali.

Besprochen werden ein Berliner Konzert von Benjamin Grosvenor mit dem DSO unter Robin Ticciati (Tsp) und das neue Album von Sleater-Kinney (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.02.2024 - Musik

Die Europäische Rundfunkunion will Israels ESC-Beitrag "October Rain" auf politische Inhalte prüfen, berichtet Christian Schröder im Tagesspiegel. Für die WamS porträtiert Manuel Brug den Mandolinisten Avi Avital. Reiner Marquard erinnert in "Bilder und Zeiten" der FAZ an den vor 300 Jahren geborenen Gottfried Heinrich Bach. Besprochen werden ein Mahler-Abend mit den Wiener Philharmonikern unter Franz Welser-Möst (Standard, Presse), neue Album von MGMT (Standard) und neue Vivaldi-Aufnahmen (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.02.2024 - Musik

Friedrich Geiger beschreibt in VAN, wie Wladimir Putin klassische Musik zu Propagandazwecken missbraucht. Als Beispiel dient ihm eine Aufführung der "Leningrader Sinfonie" Schostakowitschs, ursprünglich entstanden während der Blockade Leningrads durch deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg, ein halbes Jahr nach dem Überfall auf die Ukraine mit viel Pomp - und natürlich ebenfalls in Sankt Petersburg- wiederaufgeführt. Die Inszenierung zielt "auf die maximale Identifikation des Publikums mit der seinerzeit in Leningrad von NS-Truppen belagerten Bevölkerung. Schon der Ort des Konzerts, die Spitze der Wasilewski-Insel, verschaffte den Anwesenden eine Ahnung des damaligen Abgeschnittenseins. Malachow und seine Co-Moderatorin Daria Zlatopolskaja riefen die Umstände der Leningrader Aufführung nicht nur durch eine Einführung vor Beginn der Sinfonie ins Gedächtnis, sondern überdies, indem sie zwischen dem ersten und dem zweiten Satz Zeugnisse von Überlebenden der Blockade verlasen."

Lars Fleischmann stellt in der taz das neue Album der Post-Hardcore-Band Enter Shikari vor. Musikalisch wird auf "A Kiss for the Whole World" ein breites Spektrum bedient, von hartem Rock über Ragga bis Jungle. Die Texte der Band sind davon geprägt, das Sänger "Rou Reynolds sein Songwriting dem Aktivismus unterwirft, was in Themen wie Klimawandel, Tierrechten und gesellschaftlicher Benachteiligung mündet: Niemand schreibt heutzutage Songtexte wie Reynolds. Gleichwohl lesen sie sich nicht wie solche von Hannes Wader, sie kommen individual-mythologischen Ansätzen nah. Die Textwelten von Enter Shikari sind bevölkert von Oktopussen, vom Polarforscher Ernest Shackleton oder von Figuren, die unter der Last der Gegenwart zusammenbrechen."

Außerdem: City-Gründungsmitglied Fritz Puppel ist tot, wie unter anderem Zeit Online meldet. Besprochen werden: Das Album "Loss of Life" der Indie-Band MGMT (SZ), Ein Schubert-Konzert des National Philharmonic Orchestras in der Berliner Philharmonie (Tagesspiegel), ein Konzert des Duos The Tsar im Berliner Funkhaus (taz) und Lizzie Nos Album "Halfsies" (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.02.2024 - Musik

Beyoncés Song "Texas Hold 'Em" hat in den USA die Spitze der Country Charts erklommen, bald soll ein ganzes countrylastiges Album erscheinen. Konservativen Teilen der Countryszene ist der Erfolg der schwarzen Sängerin ein Dorn im Auge. Dabei hat, wie Ueli Bernays in der NZZ weiß, schwarzer Country Tradition: "Falsch ist (...) die Annahme, Country gehöre den weissen Amerikanern. Diese Tradition wurzelt vielmehr tief im Blues. Weiße und schwarze Musiker haben sich gegenseitig inspiriert. Ihre Lieder gehorchten nie fixen ethnischen Kriterien. Erst die Musikindustrie, die den Schallplatten ab den 1920er Jahren die Labels 'Country' oder 'Race' (gemeint: 'schwarz') aufklebte, schuf stilistische Rassenschranken. Beyoncés derzeitiger Erfolg scheint einzigartig. Die Liste afroamerikanischer Musiker aber, die sich in dem Genre versuchten, ist lang. Aretha Franklin interpretierte Country-Titel. Der Funk-Erfinder James Brown hat ein ganzes Album produziert. Prince konzipierte seinen Hit 'Purple Rain' ursprünglich als Country-Hymne."



Weitere Artikel: Joachim Hentschel plaudert in der SZ mit Rod Stewart. Stefan Hochgesand beschäftigt sich in der Berliner Zeitung mit dem Auf und Ab der Rammstein-Rezeption in den USA.

Besprochen werden der Liederabend "Glücklich" mit Tim Fischer (Gesang) und Thomas Dörschel (Piano) in der Bar jeder Vernunft (Tagesspiegel), ein Liederabend der guatemaltekischen Sopranistin Adriana Gonzalez in der Oper Frankfurt, über den Judith von Sternburg in der FR jubelt: "Gonzalez fällt es nicht schwer, ihrer jungen und doch so erschütternd reifen Stimme eine elegische Ruhe abzugewinnen, aber es ist eine Freude, wenn sie aufblüht und in Bewegung gerät und möglichst viel von ihrem Farbenreichtum ausstellen kann."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 21.02.2024 - Musik

Sven Beckstette freut sich über das neue Album der vielseitigen amerikanischen Sängerin Brittany Howard. "What Now" ist ein Coronaprojekt, kommt aber keineswegs zu klaustrophobisch daher. Textlich geht es um Persönliches und um Liebesfragen, musikalisch in Richtung Rock und Soul. "Höhepunkt ist ohne Zweifel 'Prove It to You' mit einem brachialen Stampfbeat, verzerrtem Basslauf und einer beißenden Synthesizerfanfare sowie Howard in ihrer tiefsten Lage. Dass ihr neues Album nicht in ihre ungeschliffenen Einzelteile zerfällt, liegt zum einen an der Stimme von Howard und zum anderen an einem Leitmotiv, das sich durch alle Songs zieht: Zwischen den Stücken ertönen meditative Flächen von Klangschalen aus Quarz, die Ruhepunkte bieten und zugleich die Stücke mit ihren unterschiedlichen Stilen und Emotionen zu einer Einheit verschmelzen"

Wir hören rein:



Besprochen wird außerdem das toechter-Album "Epic Wonder" (taz).
Stichwörter: Howard, Brittany, What Now

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.02.2024 - Musik

Stefan Michalzik bespricht in der FR "Ilion", das neue Album der französischen Rockband Slift. Es ist ziemlich was los in dieser Musik: "Hier geht es um die konzeptuelle Großform. Es sind volle 80 Minuten, die das Trio - Jean Fossat singt und spielt Gitarre und Synthesizer, Remi Bass, Canek Flores über das Schlagzeug hinaus auch Vibrafon und Klavier - mit sich ständig wandelnden Texturen überspannt. Das ist überbordend, synthiegesättigt, breitwandig, mit in ihrer oft enormen improvisatorischen Ausdehnung niemals leerdrehenden Instrumentalpassagen. (...) In einer großen Verwirbelung finden sich Segmente von Metal sowohl im Gesang wie auch dem Fuzz- und Wah-Wah-getriebenen Gitarrenspiel von Jean Fossat, zugleich geistert der Progrock durch die Musik, eigenwillig überschrieben." Am Ende gibt sich der Rezensent geschlagen, beziehungsweise "dem dionysisch soghaften Rausch der Musik hin."



Die heilenden Kräfte der Liebe und die Sehnsucht danach waren schon immer Jennifer Lopez' Leib- und Magenthema, weiß Thomas Haas in der NZZ. Dass sie nun wieder mit Ben Affleck zusammengekommen ist und ihn gar geheiratet hat, hätte ihrer Musik so gesehen gut tun können. Aber nein, auf ihrem neuen Album "This is Me ... Now" ist alles wie immer: "Dreizehn Songs, ein Thema: Lopez ist 'broke', gebrochen, und nur die Liebe kann sie wiederherstellen. Ihre Produzenten haben sich gar nicht erst die Mühe gemacht, die klanglichen Trends der letzten dreissig Jahre aufzugreifen. Was seit 'Jenny from the Block' im Pop passiert ist, hat anscheinend in einem Paralleluniversum gespielt. Hier klingt alles wie 1995, mit Fingerschnipp-Beat und hauchenden Flöten, Marimba-Geklimper und Billig-Blubber-Bass."

Außerdem: John Lennons Mercedes Pullman ist auf dem Gebrauchtwagenmarkt gelandet, erfahren wir von Peter Richter in der SZ. Besprochen wird ein Konzert des Pianisten Jan Liesecki im Konzerthaus Wien (Standard).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.02.2024 - Musik

Das Cabinet des Dr. Caligari


Vier Jahre lang hat der frühere "Kraftwerk"-Star Karl Bartos an seiner Vertonung des Stummfilms "Das Cabinet des Dr. Caligari" gearbeitet. Jetzt wurde seine Komposition mitsamt Film in der Alten Oper Frankfurt uraufgeführt. Adrian Kreye ist in der SZ ziemlich beeindruckt: "Man darf allerdings nicht unterschätzen, wie überwältigend so eine haushohe Leinwand mit einer restaurierten 4-K-Fassung des Films und eine Live-Aufführung mit einer Tonanlage sind, die auch ein Rockstadion beschallen könnte. Das wirkt inzwischen noch viel stärker, nachdem ein Großteil der aktuellen Kulturproduktion in die Miniaturen der Smartphone-Schirme und Ohrhörer komprimiert wurde. Wenn die Pauken und Bässe ein ganzes Opernhaus zum Beben bringen und die elektrischen Chöre dann wieder zum Schweben." Auch Marcus Hladek ist in der FR sehr angetan.

Patrick Bahners besucht für die FAZ das Hamburger Heine-Fest in der Elbphilharmonie, wo Robert Schumanns Heine-Lieder, gesungen von Tenor Ian Bostridge, gemeinsam mit Stücken aus Büchners "Woyzeck", gesprochen von der Schauspieler Marina Galic, zur Aufführung kommen. Die Montage von beidem verantwortet der Komponist Matthias Schlothfeldt. Wie passt das alles zusammen? "Einzelne Übergänge sind berührend zwanglos. In Erinnerung an seine Mutter zitiert Woyzeck die Gesangbuchverse 'Leiden sei all mein Gewinst / Leiden sei mein Gottesdienst'. Während Galic die Verse spricht, summen die Musiker eine Choralmelodie. Ohne Pause folgt das vorletzte Lied des Liederkreises, 'Anfangs wollt ich fast verzagen', dessen Anfang eine Paraphrase von 'Wer nur den lieben Gott lässt walten' ist. Schlothfeldt hat einen satten Choralsatz geschrieben, der Bostridge den Anlass gibt, die Melodie zu verschleppen, wie im automatischen Ritardando beim inbrünstigen Mitsingen in der Kirchenbank."

Hannah Schmidt recherchiert im Van-Magazin über die erschreckend niedrigen Gehälter von Orchesteraushilfen. Betroffene berichten: "Das Problem, das Jan sieht, ist, dass selbst wenn er aus Protest manche Aushilfsanfragen gar nicht mehr annimmt, 'es immer Leute geben wird, die es machen - und auf echt hohem Niveau.' Maren zum Beispiel gehörte eine Zeitlang zu diesen Leuten: 'Als ich meinen Master gemacht habe, habe ich sehr viele Vertretungen in Berliner Orchestern gespielt. Da war ich noch Studentin und zehn Jahre jünger und die Honorare waren auch noch viel niedriger - aber für mich war das damals ziemlich viel Geld.' Später dann, als immer mehr Monate kamen, in denen sie finanziell von den Aushilfen abhängig war, sah es schnell anders aus. 'Aber ich habe es immer akzeptiert', sagt sie. 'Wenn ich heute von Aushilfen allein leben müsste, hätte ich ein Problem.'"

Weitere Artikel: Deutschland wird auf dem European Song Contest vom ostwestfälischen Sänger Isaak vertreten, meldet unter anderem die FR. Stefan Michalzik besucht für die FR das Festival "Cresc...", eine "Biennale für aktuelle Musik". In der NZZ trifft Dorothea Walchshäusl den Geiger Daniel Hope, und redet mit ihm über dessen Tanzmusikprojekt "Hope". Besprochen werden ein Konzert der Künstlerin Meredith Monk im Münchner Haus der Kunst (SZ), ein Konzert des Techno-Punk-Duos "Brutalismus 3000" in der Berliner Columbiahalle (Tagespiegel) und ein von Ton Koopmann dirigiertes Programm mit Stücken von Bach, Mozart, Chopin und Rebel im Berliner Konzerthaus (Tagesspiegel).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.02.2024 - Musik

Der in Russland geborene Komponist Semyon Bychkov hat sich gleich nach dem Beginn des jüngsten Ukrainekriegs vom Putin-Regime distanziert. Bei zwei Gastauftritten in der Tonhalle Zürich dirigert er nun das 1. Cellokonzert op. 107 von Dmitri Schostakowitsch. Wie Christian Wildhagen in der NZZ beschreibt, hat auch die Musik eine politische Dimension. "Bychkov deutet das Werk folglich als Tragödie des Individuums, das sich gegen die Willkür des Kollektivs behaupten muss, und entsprechend ungemütlich wird es für den Solisten: Immer wieder fährt ihm das Orchester gleichsam über den Mund, das Solohorn - beeindruckend präsent gespielt von Ivo Gass - bläst zum Angriff, und Kian Soltani muss teilweise in der höchsten, der menschlichen Stimme so ähnlichen Lage des Cellos klagen, flehen, schreien, um hier nicht von der Masse niedergewalzt zu werden."

Gerrit Bartels widmet sich im Tagesspiegel dem neuen Beyoncé-Album - das sich, durchaus überraschend, im Country-Genre verortet. Von den bisher zwei veröffentlichten Songs hat es Bartels vor allem "16 Carriages" angetan, "eine Art Coming-of-Age-Story. Beyoncé erzählt, wie sie wurde, was sie ist, die Königin des Pop, des R&B, und wie ihre Jugend zu kurz kam: 'At fifteen, the innocence was gone astray/Had to leave my home at an early age/I saw Mama prayin', I saw Daddy grind/All my tender problems, had to leave behind'. Im Alter von 15 Jahren begann Beyoncé ihre Karriere mit der Band Destinys Child. Was für sie bedeutete: auf Teeangerträume- und freuden zu verzichten und stattdessen hinten im Bandbus zu sitzen, sich Schlafkojen mit anderen zu teilen, ständig unterwegs zu sein und eher kleines Geld zu verdienen."

Außerdem: Paul McCartneys "Beatles bass" ist wieder aufgetaucht, freut sich die SZ. Besprochen werden ein Konzert der Band Beirut im Berliner Tempodrom (Berliner Zeitung), ein Abend der Wiener Symphoniker mit Constantinos Carydis (Standard), das Jennifer-Lopez-Album "This Is Me... Now" (SPON) und ein Schubert-Konzert von Alina Ibragimova (Violine) und Cédric Tiberghien (Piano) im Pierre Boulez Saal (Tagesspiegel)