Magazinrundschau - Archiv

Clarin

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Magazinrundschau vom 12.01.2004 - Clarin

Grandes figuras in der aktuellen Ausgabe von N, der Kulturbeilage der argentinischen Tageszeitung Clarin: Der argentinische Dichter Juan Gelman (mehr) - glaubt man dem chilenischen Schriftsteller Luis Sepulveda, "der größte lebende Dichter der spanischen Sprache" - äußert sich in einem langen Interview über sein Leben und die Geheimnisse der dichterischen Tätigkeit: "Jeder Autor hat seine Eigenarten. Was mich betrifft, so höre ich jedes Mal ein Geräusch im Ohr, wenn es mich dazu drängt, zu schreiben. Und ich bekomme schlechte Laune." Hierzulande ist Gelman bislang vor allem bekannt geworden durch seine internationales Aufsehen erregende Suchaktion nach seiner während der argentinischen Militärdiktatur verschleppten Enkelin. Im Interview berichtet Gelman auch vom Stand seiner Bemühungen um die Überführung des Leichnams seiner in Uruguay ermordeten Schwiegertochter nach Argentinien (mehr dazu hier).

Ein anderer Beitrag bietet einen Ausschnitt aus dem Vorwort von Harold Bloom (mehr hier und hier) zur neuesten englischen Übersetzung des "Don Quijote". Gewohnt launig schiebt Bloom seine Lieblingsspielsteine Dante, Shakespeare und Cervantes samt den Protagonisten ihrer "unirdisch-übermenschlich" großen Werke auf dem Papier hin und her und formuliert u. a. die folgende Relation: "Ich wäre lieber Falstaff oder Sancho als eine Version von Hamlet oder Don Quijote - Alter und Krankheit haben mich gelehrt, dass sein wichtiger ist als wissen. Der Ritter von der traurigen Gestalt und Hamlet sind beide im höchsten Grade draufgängerisch, Falstaff und Sancho legen ein gewisses Maß an Klugheit an den Tag, wenn es um Mut geht." (Derselbe Auszug aus dem Vorwort ist auch im Guardian erschienen)

Magazinrundschau vom 05.01.2004 - Clarin

Die Literaturbeilage der argentinischen Zeitung Clarin erinnert an den Jahrestag des Zapatisten-Aufstandes in Mexiko. Genau zehn Jahren ist es nun her, seitdem am.1.1.1994 die Zapatistische Nationale Befreiungsarmee (EZLN) mit einem Aufstand im abgelegenen Chiapas die nationale und internationale Öffentlichkeit verblüffte. In einer Bilanz distanziert sich der mexikanische Essayist Carlos Monsivais zwar von der anhaltenden Rechtfertigung aufständischer Gewalt, bescheinigt dem Subcomandante Marcos und seinen indianischen Kämpfern aber, dass sie "Chiapas zu einem Synonym für Widerstand gegen den Neoliberalismus und seine ausbeuterischen Unternehmen" gemacht haben. Zudem habe die EZLN das Bewusstsein für die schwierige Lage der indianischen Bevölkerung und den auch in Mexiko grassierenden Rassismus geschärft. Die Beziehungen der eher friedlichen Guerilleros zu anderen sozialen Gruppen seien zwar mitunter schwierig, die Aufständischen hätten jedoch trotzdem, vor allem 2001, "die größte zivilgesellschaftliche Mobilisierung der Geschichte Mexikos" zustande gebracht. Dem zehnten Jahrestag der EZLN hat auch die mexikanische Tageszeitung La Jornada mehrere Sonderseiten gewidmet (hier und hier).
Stichwörter: Neoliberalismus, Rassismus

Magazinrundschau vom 17.11.2003 - Clarin

Die neuerdings "N" genannte Kulturbeilage der argentinischen Tageszeitung Clarin hat Carlos Fuentes über seine derzeitigen literarischen Projekte befragt. "Ich habe schon immer phantastische Fiktionen geschrieben", bemerkt der mittlerweile 75-jährige Mexikaner. Ganz in diesem Sinne wird er in Kürze in einem neuen Erzählband, der auch noch "Vlad" heißt, einen Vampir durch die 20-Millonen-Metropole Mexiko-Stadt schicken. Außerdem arbeitet er an einem Roman über Carlos Pizarro, einen kolumbianischen Guerillakommandanten, der 1989 die Waffen niederlegte und ein Jahr später, als Präsidentschaftskandidat, in einer Passagiermaschine hoch über den Wolken erschossen wurde. Im Schuh des ebenfalls getöteten Auftragsmörders fand sich eine Nachricht: "Vergesst nicht, meiner Mutter 2.000 Dollar zu bezahlen". "Eine gute Geschichte, nicht wahr?", vergewissert sich Fuentes bei seinem Gesprächspartner Eduardo Villar. Auch zu Politik und George W. Bush wird der Autor von Romanen wie "Die Jahre mit Laura Diaz", "Der Tod des Artemio Cruz" oder "Terra" befragt. Politik in Mexiko erinnere heutzutage an "eine Prostituierte, die ihre Unschuld verloren hat, und jetzt nicht weiß, wie sie sich als Jungfrau benehmen soll".

Ebenfalls in "N": eine aus der New York Review of Books übernommene Besprechung einer El Greco-Ausstellung von John Updike sowie, nur im Print, ein Gespräch mit Jürgen Habermas.

Magazinrundschau vom 03.11.2003 - Clarin

Die argentinische Tageszeitung veranstaltete vergangene Woche einen hochkarätig besetzten Kongress spanischsprachiger Internet-Journalisten. Informationen im Netz sind besonders in Krisenzeiten sehr gefragt, analysierte etwa die Soziologin Nora d?Alessio, die auch eine "hohe Glaubwürdigkeit" dieser Art von Journalismus ausgemacht zu haben glaubt . Weitere Diskussionen drehten sich um Themen wie die Ausbreitung der sogenannten Weblogs sowie um den Aufbau und die Anforderungen von Internet-Redaktionen. Leider geht aus der Zusammenfassung der Tagung nicht hervor, wie über die Sperrung kostenfreier Inhalte diskutiert wurde. Diese Unsitte breitet sich derzeit gerade im spanischsprachigen Raum rasant aus, und hat bereits die renommierten Tageszeitungen El Pais und La Reforma erfasst.
Stichwörter: Weblogs, El Pais