Grandes figuras in der aktuellen Ausgabe von
N, der Kulturbeilage der argentinischen Tageszeitung
Clarin: Der argentinische Dichter
Juan Gelman (
mehr) - glaubt man dem chilenischen Schriftsteller Luis Sepulveda, "der größte lebende Dichter der spanischen Sprache" - äußert sich in einem langen
Interview über sein Leben und die Geheimnisse der dichterischen Tätigkeit: "Jeder Autor hat seine Eigenarten. Was mich betrifft, so höre ich jedes Mal ein
Geräusch im Ohr, wenn es mich dazu drängt, zu schreiben. Und ich bekomme
schlechte Laune." Hierzulande ist Gelman bislang vor allem bekannt geworden durch seine internationales Aufsehen erregende Suchaktion nach seiner während der argentinischen Militärdiktatur
verschleppten Enkelin. Im Interview berichtet Gelman auch vom Stand seiner Bemühungen um die Überführung des Leichnams seiner in Uruguay
ermordeten Schwiegertochter nach Argentinien (mehr dazu
hier).
Ein anderer Beitrag bietet einen
Ausschnitt aus dem Vorwort von
Harold Bloom (mehr
hier und
hier) zur neuesten englischen
Übersetzung des
"Don Quijote". Gewohnt launig schiebt Bloom seine Lieblingsspielsteine Dante, Shakespeare und Cervantes samt den Protagonisten ihrer "unirdisch-übermenschlich" großen Werke auf dem Papier hin und her und formuliert u. a. die folgende Relation: "Ich wäre lieber Falstaff oder Sancho als eine Version von Hamlet oder Don Quijote - Alter und Krankheit haben mich gelehrt, dass
sein wichtiger ist als
wissen. Der Ritter von der traurigen Gestalt und Hamlet sind beide im höchsten Grade draufgängerisch, Falstaff und Sancho legen ein
gewisses Maß an Klugheit an den Tag, wenn es um Mut geht." (Derselbe
Auszug aus dem Vorwort ist auch im
Guardian erschienen)