Magazinrundschau - Archiv

Clarin

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Magazinrundschau vom 10.01.2006 - Clarin

Ein Jahr nach dem Tod Jassir Arafats hat der Schriftsteller John Berger erneut die Palästinensergebiete besucht. Im Vergleich zu seinem im August 2003 in Le Monde Diplomatique veröffentlichten Reisebericht scheint sich gespenstisch wenig geändert zu haben. In der Beilage der argentinischen Zeitung Clarin schreibt er: "Die Siedlungen wachsen, neue werden errichtet. Zwei kürzlich fertig gestellte Siedlungen: Identisch, kompakt, städtisch (die Siedler fahren jeden Tag zur Arbeit nach Israel), unerreichbar. Keine Dörfer, eher eine Art riesiger Jeeps, groß genug für gut zweihundert bewaffnete Siedler. Beide illegal errichtet, beide auf Hügeln, beide mit Wachtürmen, schlank wie Minarette. Deren stumme Botschaft an die Umgebung lautet: 'Die Hände über den Kopf; über den Kopf, habe ich gesagt; und jetzt langsam zurückgehen.' Der tiefe Graben zwischen dem, was als politische Prinzipien bezeichnet wird, und der 'Realpolitik' ist womöglich eine historische Konstante. Häufig sind die entsprechenden Erklärungen hochtrabend und bombastisch. Hier geschieht das genaue Gegenteil. Die Worte sind viel harmloser als die Tatsachen."

Magazinrundschau vom 08.11.2005 - Clarin

Francis Fukuyama arbeitet an einer Neufassung seines berühmten Essays über "Das Ende der Geschichte". Im Interview mit Jose Fernandez Vega berichtet er von den Einsichten, die er gewonnen hat, seit dieses Ende sich nicht hat einstellen wollen: "Ein schwacher Staat ist die Ursache so gut wie aller Übel: Armut, Aids, Drogen Terrorismus." Außerdem gilt ab sofort: "Keine Gesellschaft entwickelt sich durch Druck von außen. Dieser Druck muss von innen kommen. Für gewöhnlich durch die politischen Eliten, aber manchmal auch durch Druck der Zivilgesellschaft im weitesten Sinne. Keine Reform wird durchgeführt werden, nur weil die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds ein Land dazu zwingen wollen. Das Beispiel Irak zeigt, dass es auch nicht hilft, wenn man ein Land militärisch besetzt: die Aufgabe der Außenstehenden ist folglich, innere Wandlungen zu unterstützen. Anders ist politischer Fortschritt schwer vorstellbar."

Diego Erlan spricht mit Eduardo Makaroff, einem der Begründer des Tango Ensembles Gotan Project, über Sinn und Zweck von dessen höchst erfolgreichem Electrotango (mehr hier): "Der Tango musste einfach ein weiteres Mal einen weltweiten Triumph erleben. Das war schon in den zwanziger Jahren so, danach mit Astor Piazzola, und jetzt mit uns. Der Tango ist eine der großen westlichen musikalischen Ausdrucksformen des 20. Jahrhunderts. Unsere Musik bezieht sich auch auf die Wirklichkeit und die Wahrheiten der argentinischen Geschichte. Che Guevara hat einmal gesagt: 'Wir wollen Frieden und ein besseres Leben für unser Volk.' Diese Botschaft finden wir interessant."

Magazinrundschau vom 06.09.2005 - Clarin

"Imaginacion y violencia" - Wie soll man nach Dekonstruktion und Diskursanalyse mit den persönlichen Zeugnissen, mit den "autobiografischen Erzählungen" ­der Opfer von politischer Verfolgung und Folter verfahren? Beatriz Sarlo, die Große Alte Dame des argentinischen Essays, spricht in einem überaus lesenswerten Interview über die gravierenden - moralischen wie theoretischen ­­- Probleme, die sich ihr bei der Abfassung ihres neuen Buches "Tiempo pasado" zu diesem brisanten Thema stellten: "In der Literaturtheorie stellt man schon seit vielen Jahren das autobiografische Ich in Frage, nicht so jedoch bei der historischen Rekonstruktion in erster Person. Selbstverständlich war es in Argentinien - neben den Gutachten der Gerichtsmediziner - nur auf Grund der persönlichen Berichte in Ich-Form möglich, erfolgreich Anklage wegen Staatsterrorismus zu erheben. Problematischer wird es meines Erachtens jedoch, wenn ein Bericht in der ersten Person sich daran macht, von heute aus die damalige Zeit zu rekonstruieren. Jemand wie etwa Oscar del Barco spricht so, als hätte er 1960 bereits Levinas gelesen - nichts weniger als das: 1960 las er Lenin."

In derselben Ausgabe beendet der spanische Philosoph Fernando Savater seine Ausführungen zu den sieben Todsünden (Perlentaucher berichtete). Die siebte und letzte, die Faulheit, definiert Savater u. a. wie folgt: "Faul ist, wer seine staatsbürgerlichen Pflichten gegenüber der Gesellschaft nicht erfüllt und sich nicht um seine kulturelle Bildung kümmert. Wer nie Zeit hat, ein Buch zu lesen, einen Film anzuschauen, in ein Konzert zu gehen, einen Sonnenuntergang zu betrachten, der ist zu faul, ein Mensch zu werden."

Magazinrundschau vom 30.08.2005 - Clarin

Der spanische Philosoph Fernando Savater schreibt bereits seit längerem sehr erfolgreiche Einführungen ins kritische Denken für Jugendliche. Sein neuestes Buch ist den sieben Todsünden gewidmet. N, die Kulturbeilage der argentinischen Tageszeitung Clarin, zitiert ausführlich aus Savaters Überlegungen zum guten Zorn und zum schlechten Zorn: "Wer von Natur aus cholerisch ist, dessen Zorn erreicht für gewöhnlich kein destruktives Ausmaß. Wessen Zornesschwelle dagegen sehr hoch liegt, der lädt sich unmerklich immer stärker auf, bis schließlich der berühmte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt und er die Wohnung verlässt und den Portier erwürgt oder den Erstbesten, der ihm über den Weg läuft. Mit einem jähzornigen Menschen wäre das nicht passiert: Alle wären von vornherein gewarnt gewesen."

Der New Yorker Kulturwissenschaftler George Yudice analysiert das aktuelle Phänomen von Gedenkstätten als Standortfaktoren: "Wenige Monate nach dem 11. September erklärte der New Yorker Bürgermeister Ralph Giuliani: 'Wenn wir eine gute Gedenkstätte hinkriegen, kommen Millionen Besucher, und Ground Zero wird zu einem Wirtschaftsfaktor, wie man sich ihn effektiver nicht wünschen kann.' Damit sprach er laut aus, was viele dachten: Katastrophen bieten eine gute Gelegenheit, um eine Art Themenpark aufzuziehen. Für den Wirtschaftswissenschaftler David McWilliams ist das Jüdische Museum von Daniel Libeskind das beste Beispiel für eine Gedenkarchitektur, die zum weichen Standortfaktor wird - für Berlin hat es dieselbe Funktion übernommen wie das Guggenheim-Museum für Bilbao."

Magazinrundschau vom 28.06.2005 - Clarin

Das Melodrama, behauptet der mexikanische Journalist und Schriftsteller Carlos Monsivais in N, der Kulturbeilage der argentinischen Tageszeitung Clarin, ist das prägende Grundmuster bei der Ausbildung des Bewusstseins der Bewohner Lateinamerikas: "Welche Beziehung besteht hier zwischen Sentimentalität und Politik? Wie weit nimmt jeder Einzelne die Politik durch den Filter seiner education sentimentale wahr? Die Antwort lässt für gewöhnlich wenig Platz für Zweifel: In der Tradition Lateinamerikas gelangt man zur politischen Erfahrung durch das Format des Melodramas - das Land leidet und braucht uns, der Unschuldige wird geopfert, die Schuld an allem, was uns zustößt, lässt sich auf einem einzigen Foto, in den spezifischen Gesichtszügen eines Einzelnen zusammenfassen. Die Demokratie verzichtet hier bis heute in krisenhaften Momenten niemals auf die Sprache, die Metaphern und Erzählungen des Melodramas. In den letzten Jahren hat man immer wieder einmal politische Episoden als 'Telenovelas' bezeichnet, während man genauer von missratenen, nicht überzeugenden Melodramen sprechen sollte."

Außerdem gibt es ein Porträt des argentinischen Malers und Bildhauers Xul Solar (eigentlich Oscar Alejandro Agustin Schulz Solar). Im Museum für Lateinamerikanische Kunst in Buenos Aires ist soeben eine umfangreiche Retrospektive dieses surrealistischen Einzelgängers und engen Freundes von Jorge Luis Borges eröffnet worden.

Magazinrundschau vom 19.04.2005 - Clarin

In Südamerika beginnt der Herbst und damit wieder die Zeit des Lesens. Den Reigen der dazugehörigen Buchmessen eröffnet am 21. April die 31. Feria del Libro de Buenos Aires, die sich in den letzten Jahren zu m Symbol für einen dem wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes abgetrotzten kulturellen Neubeginn hat entwickeln können. N, die Kulturbeilage der argentinischen Tageszeitung Clarin, stimmt ihre Leser mit einem ausführlichen Dossier auf das Ereignis ein. Graciela Montes, Co-Autorin des soeben mit dem hoch dotierten Premio Alfaguara ausgezeichneten Romans "El turno del escriba" ("Die Stunde des Schreibers") imaginiert die Welt der Bücher im Jahr 2105 "Trotz eines gut geölten Textblock-Tausch- und Wiederverwertungssystems kommen die Schreiber mit der Produktion nicht nach. Viele geben erschöpft auf. Wem es dennoch gelingt, irgendwo eine Geschichte aufzuschnappen und schnell genug die nötigen Wörter zusammenzustellen, der kommt für kurze Zeit in den Genuss von Wohlstand, man überreicht ihm Blumen, reife Kiwis und Weintrauben. Dann fällt er dem Vergessen anheim."

Gegen die seiner Ansicht nach falsche Opposition Buch versus Neue Medien setzt der argentinisch-kanadische Autor Alberto Manguel - in seiner Jugend unter anderem Vorleser in Diensten des blinden Jorge Luis Borges - auf den bewussten Umgang mit beidem und "die Macht der Leser": "Immer schon hat die Macht der Leser vielfältigste Ängste hervorgerufen: Angst vor ihrer magischen Fähigkeit, einer Buchseite eine Botschaft zu entnehmen, Angst vor dem geheimen Raum, der sich zwischen Leser und Buch bildet, Angst vor dem einzelnen, unabhängigen Leser, der, ausgehend von einem Text, die Welt neu bestimmt und gegen ihre Ungerechtigkeiten aufbegehrt. Zu solchen Wundern sind wir Leser imstande, und solche Wunder können uns möglicherweise retten."

Weitere Artikel: Auch Ricardo Piglia, jüngst viel gescholten wegen eines ihm laut Gerichtsbeschluss auf unlautere Weise zugesprochenen Literaturpreises (der Perlentaucher berichtete), beschwört im Interview eine vom offiziellen Kritikerdiskurs und den Bestsellerlisten unabhängige Lesermacht. Im Aufmacher untersucht Raquel Garzon, auch statistisch, die 1001 Lesegewohnheiten ihrer Landsleute. Fazit: Auch in einem so literaturverliebten Land wie Argentinien wird immer weniger gelesen. Die Lösung wie auch die Wurzel des Übels scheint einmal mehr in der Schule zu liegen: "Viele Lehrer lesen selbst nicht mehr und propagieren folglich auch das Lesen nicht."

Magazinrundschau vom 22.02.2005 - Clarin

In der aktuellen Ausgabe von N, dem Kulturmagazin der argentinischen Tageszeitung Clarin, erzählt der chilenisch-argentinische Schriftsteller Ariel Dorfman - Salman Rushdie zufolge "eine der wichtigsten literarischen Stimmen Lateinamerikas" -, der seit Jahren in den USA lebt und sowohl auf Englisch wie auf Spanisch publiziert, von seinem Leben zwischen zwei Sprachen und Kulturen: "Traumatische Erfahrungen, Dinge, die für mich nur schwer wiederzugeben sind, erzähle ich lieber in der jeweils anderen Sprache: Etwas, das ich auf Spanisch erlebt habe, erzähle ich auf Englisch, und umgekehrt, das ermöglicht es mir, Distanz einzunehmen. In meinem Kopf sitzt ein Übersetzer, der zu arbeiten beginnt, sobald ich etwas erlebe, er beobachtet, kritisiert, macht Vorschläge, versucht mir etwas einzuflüstern. Laut Henry James ist man mit der einen Sprache verheiratet, und die andere ist die Geliebte. In meinem Fall gibt es zwei Ehefrauen und zwei Geliebte."

Magazinrundschau vom 11.10.2004 - Clarin

Carlos Fuentes will wie Honore Balzac sein. Er hat das schon mehrfach gesagt und sagt es auch hier wieder: "So wie Balzac die menschliche Komödie seiner Zeit darstellen wollte, möchte ich die Gesellschaft meiner Zeit wiedergeben, ihre Schattierungen erforschen und die verschiedenen Wesensarten, in denen diese Welt zum Ausdruck kommt". So also spricht ein wahrer Dichter, hier im Interview mit der N genannten Kulturbeilage der argentinischen Tageszeitung Clarin. Natürlich bedeutet Balzac zu sein für den mexikanischen Schriftsteller auch politisch Stellung zu beziehen. Er hat das gerade in einem neuen Buch getan, dessen Titel eigentlich keiner Übersetzung bedarf: "Contra Bush". Wird dieses Werk einen Einfluss auf das Wahlverhalten der Latinos in den USA haben, fragen die Interviewer. "Man kann nie wissen, welche Wirkung die eigenen Worte haben", antwortet Fuentes. "Ich vertraue aber darauf, dass die Latinos gegen Bush wählen. Nicht nur wegen meines Buches, sondern auch weil die von ihm hervorgerufene Abscheu universal ist".

Wesentlich sympathischer kommt der ebenfalls interviewte Cesar Aira daher, ein argentinischer Tausendsassa, der nach erstem Ruhm in Spanien nun auch in Deutschland veröffentlicht und hoffentlich auch gelesen wird. Es ist ein höchst interessantes Gespräch mit einem 56-jährigen Autor, der mehr als 30 Bücher veröffentlicht hat, von denen keines wie das andere ist. "All meine Bücher sind Experimente. Sie sind so angelegt, aber es handelt sich nicht um Experimente, die mit der Seriosität des Wissenschaftlers betrieben werden, sondern mit der amethodischen Seriosität eines verrückten Erfinders oder eines Kindes, das Chemiker spielt und zwei Substanzen mischt: mal gucken, was passiert", erzählt Aira. Julio Cortazar hält er übrigens für überbewert und so zitiert er denn auch den schönen Ausspruch, dass der beste Cortazar ein schlechter Borges sei. Und was hält er von Carlos Fuentes? Vielleicht fragt ihn ja mal jemand bei seinen bevorstehenden Lesungen in Deutschland.

Und N kann noch mit zwei weiteren großen Interviews aufwarten - schließlich handelt es sich um eine Jubiläumsausgabe: Da wäre einmal Richard Rorty. Wie der us-amerikanische Philosoph in genau zwei Sätzen Samuel Huntington abfertigt, warum er sich lieber nicht zum französischen Kopftuchstreit äußern will, und wie er eingesteht, dass er Foucaults Begriff der Archäologie nie verstanden hat, all dies und einiges mehr ist hier nachzulesen. Als Dreingabe dann noch ein viertes Gespräch, nämlich mit dem argentinischen Maler Carlos Alonso. Der 75-Jährige kann aus eigener Erfahrung erklären, warum es gerade für kreative Menschen so schwierig ist, mit dem Rauchen aufzuhören.

Magazinrundschau vom 03.05.2004 - Clarin

Ganz im Zeichen des Tangos und seiner Verbindungen zur Literatur stehen diese Woche die Literaturbeilagen der argentinischen Tageszeitungen Pagina 12 (Radar) und Clarin (N). Anlass sind drei kürzlich erschienene Romane: "El cantor de tangos", von Erfolgsautor und Journalist Tomas Eloy Martinez, sowie "Errante en la sombra" und "El bailarin de tango" der Debütanten Federico Andahazi und Juan Terranova. Dass dies keineswegs ein neues Thema ist und Hommagen an die Spelunken-Musik ein wichtiges Leitmotiv der argentinischen Literatur sind, von Jorge Luis Borges über Roberto Arlt bis Julio Cortazar , daran erinnert Vicente Muleiro in einer historischen Übersicht. Kein Wunder, denn "Tango-Texte sind ohnehin Literatur, gute oder schlechte, aber Literatur", wie auch Julio Nudler in Radar findet.

In "El cantor de tangos" macht sich nun ein amerikanischer Student, Bruno Cadogan, auf die Suche nach dem wahren Tango und stößt auf einen außerordentlichen Sänger, Julio Martel. In dem Roman von Eloy Martinez ("Der Flug der Königin") geht es selbstverständlich viel um Buenos Aires, nicht zuletzt auch deswegen, weil es sich um eine Auftragsarbeit über Metropolen für Liz "Harry Potter" Calder und ihren Bloomsbury Verlag handelt. "Große Tangos zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Art Destillat dieser Stadt sind", erklärt der Autor im Interview. Rezensent Ariel Schettini bescheinigt "El cantor de tangos" Bestseller-Qualitäten, stilistische Brillanz, genaue Beobachtungsgabe und politische Ambitionen ("Argentinien als perfektes Modell für Globalisierungshasser"), lässt aber gleichzeitig durchblicken, dass seiner Ansicht nach nur wenige seiner Seiten "beste Literatur" seien.

Derartige Qualitäten werden gemeinhin den unzähligen Büchern Cesar Airas bescheinigt, einem argentinischen Autor der mittlerweile auch ins Deutsche übersetzt wird, aber bislang trotz begeisterter Rezensionen ein wenig in der Neuerscheinungs-Flut untergegangen ist. Aira hat kürzlich eine Gesamtausgabe der Gedichte seines Landmannes Osvaldo Lamborghini herausgegeben, die er nun in Radar kurz vorstellt. Weitere Beiträge befassen sich mit der Buchmesse in Buenos Aires sowie mit dem neuen Film von der auch in Deutschland durch "La Cienaga" bekannten Regisseurin Lucrecia Martel. Und dann ist da noch ein Beitrag -der wievielte eigentlich? - zur Biografie von Gabriel Garcia Marquez: Journalistin Silvana Paternostro hat Dutzende von Freunden, Verwandten und Weggefährten interviewt und dabei mehr oder weniger interessante Anekdoten gesammelt.

Magazinrundschau vom 09.02.2004 - Clarin

Am Donnerstag ist der 200. Todestag Immanuel Kants - und immerhin auch schon der 20. Julio Cortazars, des "Argentiniers, den alle liebten" (Gabriel Garcia Marquez). Beider gedenkt die aktuelle Ausgabe von N, der Kulturbeilage der argentinischen Tageszeitung Clarin - Kants nur in der Printausgabe, zu Julio Cortazar dagegen, der den Argentiniern verständlicherweise dann doch etwas näher steht, gibt es ein regelrechtes Dossier, mit Links unter anderem zur Veranstaltungsseite des "Ano Internacional Julio Cortazar 2004".

Außerdem in der aktuellen N: ein Interview mit Jorge Semprun, der im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen auf Spanisch (statt Französisch) geschriebenen Roman veröffentlichte, "20 anos y un dia", der jetzt auch in Argentinien erscheint. Wie immer verarbeitet Semprun darin jede Menge autobiografisches Material, diesesmal (erneut) seine Erlebnisse als kommunistischer Untergrundaktivist im Spanien der fünfziger Jahre: "In meinem Leben stecken viele Romane. Mir ist so viel zugestoßen - es ist wirklich schwer, nicht darauf zurückzugreifen."